05 Mai 2021

Neuer Laufradsatz DT-Swiss 535 Felge mit SP PL-8 und XT-Nabe


Für das Fuji Touring habe ich mir einen neuen Laufradsatz gegönnt. Ursprünglich wollte ich lediglich ein neues Vorderrad mit einem besseren Nabendynamo. Als ich dann jedoch so auf der Suche war habe ich entschieden, dass ich auch direkt ein neues Hinterrad bestellen werde.

dt swiss 535

Ich habe mich für die Felge DT-Swiss 535 mit Doppeldickspeichen. Im Vorderrad habe ich mich für den Shutter Precision PL-8 und im Hinterrad für eine XT Nabe mit Centerlock Aufnahme entschieden. Warum ich so gewählt habe und wie zufrieden ich bin erkläre ich im folgenden Artikel.

Vorderrad: Welches Upgrade zum C3000 ist möglich?

Ich fuhr bisher ein Vorderrad mit Shimano C3000 Nabendynamo mit Vollachse. Das Problem an so einer Lösung ist, dass man für den Aus- oder Einbau einen 15er Maulschlüssel benötigt -  im Falle einer Panne, oder wenn man temporär das Laufrad ausbauen möchte. 
Der Shimano NaDy hat etwa 8000 Kilometer auf dem Buckel und wurde ganzjährig bei jedem Wetter bewegt.

Die Vorstellung 50 Kilometer von Zuhause eine Panne zu haben, aber keinen Maulschlüssel um das Rad auszubauen kam mir schon immer sehr merkwürdig vor. Daher war der Wunsch nach einem Laufrad mit Hohlachse und Schnellspanner bereits länger da. 

Gleichzeitig sollte das Rad aber auch leichter sein, als die 1,7 Kilogramm des alten Vorderrads. Bitte nicht falsch verstehen: Der schwere Shimano Nabendynamo ist abgesehen vom Gewicht absolut zu empfehlen. Diese Naben sind zuverlässig und meiner Meinung absolut Vielfahrertauglich. Das Laufrad werde ich auch als Ersatzrad behalten.

Es gibt aus meiner Sicht drei Möglichkeiten für ein Upgrade. Ein hochwertiger, etwas leichterer und besserer Nabendynamo von Shimano selbst, ein Shutter Precision Nabendynamo oder ein SON Nabendynamo. Kostentechnisch gibt es zwischen allen diesen Unterschiede, auch Gewichtstechnisch. 
Eine meiner Anforderungen an das neue Vorderrad war, dass ich eine Scheibenbremsaufnahme haben wollte. Einfach aus dem Grund, dass ich evtl. in den nächsten Jahren den Rahmen des Fuji Touring mit Felgenbremsen gegen einen modernen Rahmen mit Scheibenbrems-Aufnahme austausche. Mit anderen Worten: Ich möchte eine zukunftssichere Lösung für das neue Laufrad.

C3000 vs SP PL-8

Daraufhin habe ich nach einiger Recherche einen Shutter Precision PL-8 für das Vorderrad gewählt. Dies war der beste Kompromiss aus Preis und Leistung. Beeindruckend kam mir direkt zu Beginn die kleinere Größere des Dynamos vor. Im Vergleich fällt erst auf wie wuchtig der Shimano wirkt.

Alternativen: SON, Shuter Precision oder Shimano?

Ich habe mich wie gesagt für den PL-8 von Shutter Precision entschieden. Im folgenden Absatz möchte ich meine Auswahl erklären und die für mich in Frage kommenden Nabendynamos vergleichen. Ich werde jedoch nicht jeden auf dem Markt erhältlichen Nabendynamo in jeder Einzelheit vergleichen. Bei meiner Suche habe ich mich auf Scheibenbremsfähige Dynamos beschränkt.

Shimano Alfine DH-S501:

Das ist Shimanos Mittelklasse Dynamo und er besteht aus einer Stahlachse. Der Alfine NaDy hat bereits eine Centerlock-Aufnahme und ist leichter als mein alter C3000 Dynamo. Allerdings würde ich lediglich 100 Gramm sparen. Was spricht für diese Lösung und was dagegen?
Ich habe gute Erfahrungen mit Shimano gemacht und ich glaube dieser Dynamo ist nicht schlechter als meiner, aber für wenige Euros mehr bekomme ich einen deutlich leichteres Shutter Precision Nabendynamo.

Als Top-Modell gibt es von Shimano noch den XT-Nabendynamo der eine ähnliche Konstruktion hat, aber aus einer Aluminiumachse besteht. Er ist jedoch deutlich teurer. Außerdem soll es hier durchaus zum Achsbrüchen kommen. Daher habe ich diese Option verworfen.

Shutter Precision PL-8:

Shutter Precsion (kurz SP) hat ebenfalls einige Nabendynamos im Angebot und ist mittlerweile - auch ohne teures Marketing - recht bekannt am Markt. Als bester Kompromiss hat sich hier der PL-8 herausgestellt. Dieser Dynamo hat ebenfalls eine Centerlock Aufnahme und ist deutlich leichter als der Shimano Dynamo. Das von mir gewählte Laufrad (jeweils gleiche Felge, gleiche Speichen) wiegt mit dem PL-8 ca. 250g weniger als mit dem Alfine Dynamo. 

Der Preis ist jedoch nur unwesentlich höher. Darüber hinaus soll der SP leichter laufen (ich kann das natürlich nicht nachweisen). Alles in Allem spricht nur meine gute Erfahrung für den Shimano. Objektiv betrachtet ist der PL-8 einfach der bessere Dynamo und den relativ geringen Aufpreis für mich Wert.

Die Verkabelung zwischen Shimano und SP ist übrigens ähnlich und untereinander austauschbar. Das ist ein weiterer Vorteil, so könnte man im Winter einfach auf den Shimano wechseln ohne die Stecker tauschen zu müssen.
Im Falle eines Defekts muss ein SP ausgetauscht werden. Im Rahmen der Herstellergarantie von 2 Jahren kann der ausgepeichte Dynamo durch einschicken (nach Taiwan) ausgetauscht werden. Reparierbar ist der Shutter Precision scheinbar nicht.

SON28:

SON Nabendynamo steht für Made in Germany und ist ein echtes Qualitätsprodukt. SON wird von ambitionierten Radfahrern in der ganzen Welt gefahren und geschätzt. Er ist leicht, Leichtläufig und zuverlässig. SON gewährt 5 Jahre Garantie.

Des weiteren hat SON ein einzigartiges Entlüftungssystem, dass Feuchtigkeit und somit auch Korrosion im Dynamo verhindert. Ein Vergleichbares System hat weder der SP, noch ein Dynamo von Shimano.

Außerdem steht SON für Reparierbarkeit, das ist entscheidend, ich kann den (ausgespeichten) Dynamo bei SON einschicken und dort im unwahrscheinlichen (aber nicht unmöglichen) Fall eines Defekts reparieren lassen. 

Der Nachteil ist ein sehr hoher Preis. Der Preisunterschied zwischen SP und SON ist nicht unwesentlich, der Unterschied beim Gewicht ist aber ähnlich. Der SON hat in der Theorie weniger Widerstand, ob das den Preisunterschied aufwiegt kann ich jedoch nicht einschätzen.

Hinterrad mit XT-Nabe

XT Nabe

Ich wollte eine Hochwertige Nabe im Hinterrad. Mein Original Fuji Laufrad hatte eine Oval-Felge (ich denke das ist irgendeine Eigenmarke des Herstellers, bzw. Vertreibers) mit Deore-Naben. Als ich das Fuji Touring kaufte habe ich beschlossen, dass ich Bauteile nur gegen Höherwertige austausche. Also habe ich mich für eine Shimano XT Nabe inkl. Center Lock Aufnahme entschieden. Die Auswahl war daher recht einfach.

Ich werde übrigens auch in jedem Fall das alte Hinterrad als Ersatzrad behalten. Möglicherweise werde ich es im Winter verwenden.

DT Swiss 535 - stabile Trekking Felge

Da ich noch mit Felgenbremsen unterwegs bin brauchte ich eine kompatible Felge. Aufgrund des Booms auf Scheibenbremsen ist es gar nicht so einfach eine hochwertige, leichte, stabile Felge zu finden. Es gibt von Mavic die A719 die sicher nicht schlecht ist. Die A719 hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 125 kg. Ich habe mich dennoch für die DT Swiss 535 entschieden, weil diese eine Systemgewicht von 140 Kilogramm erlaubt.

Ich fahre häufig mit Gewicht (Ortlieb Back Roller vollbeladen) am Fahrrad und freue mich über diese zusätzliche Stabilität. Außerdem hat diese Felge einen Verschleißindikator, also eine kleine Nut auf der Felgenflanke die anzeigt, wann die Felge verschlissen ist. Mir ist bewusst, dass viele Radfahrer bzw. Mechaniker dies für eine Art Sollbruchstelle halten, aber mir ermöglicht dies schnell zu überprüfen ob meine Felge möglicherweise verschlissen ist. Ich muss dann nicht extra mit dem Messschieber die Wandstärke der Felgenflanke messen.

Die Felge selbst ist sehr gut verarbeitet und wirkt stabil. Hier kann ich nicht meckern. 

Fahrverhalten der neuen Laufräder

Die Laufräder habe ich zusammen, fertig eingespeicht gekauft und verwende diese seit ein paar Wochen (Stand Anfang Mai). Beide Räder waren perfekt justiert und ich hatte keine Probleme mit dem Einbau. Um beide Laufräder separat einschätzen zu können habe ich das Vorderrad etwa zwei Wochen früher eingebaut. Mich hatte interessiert ob ich den Unterschied zwischen dem billigsten Shimano NaDy und einem Shutter Precision wirklich spüre. 

Und was soll ich sagen.... ? Ich war etwas enttäuscht... und bin es noch immer. 

Ja - das Laufrad ist deutlich leichter wenn ich es an die Waage hänge. 

Ja - die Ausleuchtung ist gut, ist es ein Unterschied zum Shimano? Nein in keinem Fall.

Und der Lauf... SP bewirbt die Nabe als besonders leichtläufig, das war für mich die größte Enttäuschung. Wenn ich den Shimano und den SP mit der Hand drehe, dann habe ich das Gefühl, dass der C3000 sich tatsächlich besser dreht - nicht sehr, da ist kein aktiver Widerstand der bremst, aber es ist spürbar, meiner Meinung. Möglicherweise habe ich auch zuviel erwartet.
Der Unterschied ist in Strava nicht messbar, aber durch den SP wurde ich eben auch nicht schneller.

Aber: Nach ein wenig Recherche habe ich herausfinden können, dass es möglicherweise auch mit der Polfühligkeit der Nabe zu tun haben. Daher werde ich das ganze erstmal beobachten.

Wie gesagt, etwa zwei Wochen später habe ich dann auch das Hinterrad montiert und habe dieses getestet. Hier ist der Unterschied deutlicher spürbar. Das heißt, das Fahrrad fühlt sich direkt schneller an. Obwohl meine Schaltung nicht perfekt eingestellt war bin ich direkt auf meinen ersten beiden Testfahrten drei oder vier persönliche Strava Segment-Bestzeiten gefahren. (Das habe ich seit Ewigkeiten nicht geschafft, wenn doch, dann mit dem Canyon Inflite)
Das hatte mich wirklich begeistert.

Fazit vom neuen Laufradsatz

Also die DT Swiss 535 Felgen wirkt absolut hochwertig. Das neue XT-Hinterrad ist sehr gut und ich spüre eine deutliche Verbesserung zum Original Hinterrad. Ob dies am besseren Gewicht oder an der besseren Nabe liegt kann ich nicht sagen. Jedenfalls habe ich direkt zu Beginn (beim Einstellen der Schaltung) mehrere persönliche Segment Bestzeiten gefahren - ohne dies wirklich anzustreben. Das hatte mich im Nachhinein doch sehr beeindruckt.

Shutter Precision PL-8

Beim Vorderrad bzw. dem Shutter Precision habe ich noch gemischte Gefühle. Ich werde dies noch beobachten. (Stichwort Polfühligkeit)
Evtl. werde ich auch mal ein Vergleichsvideo machen (Shimano NaDy vs. SP PL-8). Allerdings spürt man hier definitiv das bessere Gewicht und auch in Strava bin ich nicht langsamer geworden. Mein Ziel, endlich ein unkomplizierten Schnellspanner nutzen zu können habe ich nun auch.

Dennoch würde ich jedem der einen einfachen Nabendynamo braucht immer auch Shimano empfehlen. Selbst die einfachen Nabendynamos sind zuverlässig und auch Langstreckentauglich. Da sollte man sich nicht beirren lassen. Ich habe diese Dynamos an mehreren Fahrrädern über viele tausend Kilometer im Einsatz und war nie unzufrieden.

27 April 2021

Kinderrad: Kubikes 20 S Erfahrungsbericht nach einem Jahr


Vor einem Jahr waren wir auf der Suche nach einem neuen Kinderfahrrad für unseren Sohn. Wir haben uns für das Kinderrad Kubikes 20S entschieden. Nun sitzt er seit etwa einem Jahr auf dem Kubikes und ich möchte ein kleines Fazit ziehen. Zudem möchte ich auch die gemachten Änderungen erklären. Außerdem möchte ich die Alternativen nennen und warum wir uns jeweils dagegen entschieden haben.


Kubikes 20S Test

Es ist nicht das erste Fahrrad von unserem Sohn. Er hat das Fahrradfahren auf dem Woom 2 gelernt. Mit diesem waren wir auch sehr zufrieden. Das Woom ist toll und das Fahrrad fahren lernen war für ihn ein großes Vergnügen. Mich als Fahrrad-begeisterten Vater hat es zudem super Stolz gemacht die ersten Radfahr-Versuche meines Sohnes zu sehen. Leider wurde das Woom2 schon nach etwa einem Jahr zu klein für ihn. Daher haben wir nach einem größeren Fahrrad gesucht. 
Daher wird es in diesem Artikel einige Anspielungen und Vergleiche zu Woom uns insbesondere zum Woom2 geben.

Anmerkung zum Artikel:

Sowohl das hier beschriebene Kubikes 20S, als auch das erwähnte Woom2 und die FollowMe Tandemkupplung wurden von uns gekauft, nicht von einem Hersteller oder Händler zur Verfügung gestellt. Jedes Teil haben wir mehrere Monate sehr ausführlich getestet. Habt ihr Fragen, dann kommentiert ruhig.

Anforderungen an ein Kinderrad

Wir wollten, dass das neue Fahrrad für unseren Sohn von der Größe besser passt. Das Woom2 ist einfach zu klein geworden. Gleichzeitig sollte das Fahrrad nun möglichst lange benutzt werden können und nicht nur wieder etwa ein Jahr. Darüber hinaus sind natürlich die Rahmenbedingungen ähnlich wie früher: 

  • Ein Qualitativ hochwertiges Fahrrad, gute Komponenten.
  • Es soll leicht sein, wie auch schon das Woom2 zu den leichteren Kinderrädern gehört. (in jedem Fall unter 8 kg, idealerweise unter 7 kg)
  • Keine Rücktritt-Bremse, sondern Handbremse für vorne und hinten.

Woom vs. Kubikes

Außerdem sollte es eine gute Ersatzteil-Verfügbarkeit geben. Beim 14 Zoll Woom 2 war das manchmal schwierig. Daher stand recht früh klar, dass wir uns primär im Bereich der 20 Zoll Kinderräder umschauen. Für 20 Zoll bzw. ETRTO 406 gibt es massig Laufräder, Schläuche und Reifen, weil der Markt aufgrund von Kinderrädern, Kompakträder, Falträdern, Fahrradanhängern usw. sehr groß ist. Gleichzeitig kann ich aufgrund des Burley Cubs und des Tern Links, welche ich ebenfalls besitze, die gleichen Reifen und Schläuche verwenden.
Allerdings ist unabhängig davon immer wichtig, dass es zum Körper meines Sohnes passt. Entscheidend ist wie immer die Innenbeinlänge. Zum Zeitpunkt der Suche war diese irgendwas zwischen 45 und 47 cm.

Ursprünglich wollte ich wieder ein Fahrrad ohne Gangschaltung, das haben wir gemeinsam in der Entscheidungsphase revidiert. Wir haben dann doch auch Fahrräder mit Schaltung gesucht. Einfach um auch Zukunftssicherer kaufen zu können. Das Mehrgewicht und potentielle Probleme durch Verschleiß, Defekt, etc sind uns jedoch bewusst. Das nehmen wir in Kauf.

Warum keine Rücktrittbremse?

Schon Woom und viele andere Hersteller verzichten auf die Rücktrittbremse. Das ist gut so. Die Kinder sollen von Beginn an lernen Bremsgriffe zu nutzen, so müssen sie sich später nicht umgewöhnen und bremsen von Anfang an mit einer sicheren Bremse.

Die Rücktrittbremse hat eine schlechte Bremswirkung, ist nicht sauber dosierbar und in keinem Fall als Notfallbremse geeignet, weil das Hinterrad schnell blockiert. Außerdem lässt sich die Kurbel nicht zurückdrehen, das ist jedoch beispielsweise beim reinigen des Antriebs sinnvoll.

Erfahrungen mit dem Kubikes 20 S

Nach Sortieren des Marktes haben wir uns letztlich also für das Kubikes 20S in der Ausstattungslinie TOUR entschieden. Wir haben das Fahrrad im April 2020 gekauft, die Variante TOUR gibt es aktuell nicht (mehr), aber die Linie MTB entspricht der von uns bestellten Variant weitestgehend. Möglicherweise sind aktuell andere Reifen montiert.

kubikes 20s

Das Fahrrad haben wir (ganz auf Wunsch) in schwarz bestellt, es sind auch andere Farben möglich. Wir haben die Standard Kenda-Reifen recht schnell gegen Maxxis DTH 49-406 getauscht. Hauptsächlich wegen dem Gewicht und der Breite. Das Fahren wird so für den kleinen angenehmer. Außerdem haben wir eine Klingel montiert und bei Bedarf ein abnehmbares Akku-Licht jeweils für vorne und hinten.
Außerdem musste ein Fahrrad-Seitenständer angebaut werden. Dies war übrigens eine halbe Odyssee bis ich einen passenden gefunden habe der das Fahrrad auch stabil hält.

Kubikes Karton

Das Kubikes kam 3 Tage nach der Bestellung bei uns in einem großen Karton an. (aktuell sind das andere Lieferzeiten, ich weiß)
Am Fahrrad selbst musste ich nichts mehr nachjustieren. Das heißt, sowohl die Schaltung als auch die Bremsen waren gut eingestellt. Sehr vorbildlich! Ich erwähne das nur, weil viele Hersteller / Händler damit werben fahrbereite Fahrräder zu liefern und man häufig noch einige Minuten bis Stunden mit der Einstellung verbringen muss.

Microshift Mezzo Schaltwerk

Montiert ist übrigens ein mir nicht näher bekanntes Microshift 8-fach Schaltwerk, welches hervorragend funktioniert, Tektro V-Brakes die ähnlich gut funktionieren wie Shimano-V-Brakes und ein Shimano Drehgriffschalter. Es gibt ein Narrow-Wide Kettenblatt an der Kurbel, dass ein abspringen der Kette verhindert.

Tektro V-Brakes Kubikes

Die Bremsgriffe sind übrigens nicht farblich unterteilt, wie bei Woom*. Allerdings kennt unser Sohn bereits den Unterschied zwischen Rechts und Links, daher war das auch gar nicht notwendig. Wenn man darauf wert legt, dann kann man den Bremsgriff auch einfach mit farbigem Isolierband umwickeln.

Anmerkung *: Bei Woom wird der Bremsgriff für die hintere V-Brake in Grün ausgeliefert, so können sich die Kinder sehr gut merken welche Bremse gezogen werden sollte (zumindest am Anfang). Die Idee dahinter ist sinnvoll und gut, aber man kann dies auch mit Isolierband nachbilden.

Kubikes Vorbau

Wir hatten während der Bestellung Bedenken, dass der Wechsel von 14 auf 20 Zoll zu groß sein könnte. Das war absolut unbegründet. Mein Sohn ist mit dem Fahrrad auf Anhieb zurecht gekommen, wirklich sehr zufrieden und legt seitdem andere Distanzen zurück. Auch das Fahrtempo hat seitdem deutlich zugenommen. 

Später haben wir noch die FollowMe Halterung am Kubikes montiert, so dass wir das Kinderrad in die FollowMe Tandemkupplung einhängen können. Auf diese Weise können wir nochmals unser Limit für Tagestouren erhöhen. Klickt hier, falls ihr an FollowMe interessiert seid: Der komplette Erfahrungsbericht zur FollowMe Tandemkupplung.

Schelle FollowMe

Wichtig bei FollowMe: Macht unbedingt ein Stück alten Schlauch unter die Schelle der Halterung, ihr könntet sonst den Rahmen zerstören. Das beiliegende Material beim FollowMe ist nicht ausreichend!

Wie wird das Kubikes bei uns genutzt?

Für das Kubikes gibt es eigentlich zwei Aufgabenbereiche. Einmal fahren wir im Alltag den Weg zur Kita und am Nachmittag nach Hause. Das Kubikes dient somit sinnbildlich als Commuter-Bike für die Vorschule. :-)

Das sind etwa 3,5 - 4 Kilometer einfach, je nach Route und ob anschließend ein Einkauf erledigt werden muss / ein Eis gegessen werden muss. Der Weg führt durch die Stadt mit Ampeln und Kreuzungen. Wir machen dies jedoch nicht täglich. Bei schlechtem Wetter fährt der große wie auch der kleine im Anhänger mit.

FollowMe und Kubikes

Das zweite sind Ausflugsfahrten, also Tagestouren auf dem Fahrrad, auf denen wir auch den FollowMe mitführen. Hier fahren wir pro Tour bzw. Tag so zwischen 40 und 50 Kilometer. Wobei unser Sohn davon meist 10 bis 15 Kilometer alleine fährt. Den Rest der Strecke wechselt er zwischen Tandemmodus am FollowMe und dem Anhänger (zum schlafen, ausruhen).

Hecktraeger

Daneben nehmen wir unsere Fahrräder auch mit in den Urlaub. Dazu wird das Fahrrad in unser Auto entweder in den Kofferraum gelegt oder auf den Heckträger gestellt.

In den von uns genutzten Bedingungen macht das Kubikes immer eine gute Figur. Auch das ein- und auskoppeln am FollowMe ist nie ein Problem.

Was gefällt uns am Kubikes nicht so gut?

Der Drehgriffschalter ist nicht wirklich toll. Er ist sehr schwergängig und für einen 4 oder 5-jährigen nicht wirklich intuitiv bedienbar. Ich denke ein Daumenschalter könnte hier die bessere Alternative sein. Das Schalten während der Fahrt ist so natürlich zu Beginn sehr anstrengend, weil das Kind sehr viel Kraft in den Schaltvorgang legen muss. Dies wiederum lenkt ihn von der Strecke ab. 

Es empfiehlt sich das Schalten mal "trocken" zu üben, auch wenn der Schaltvorgang so nicht durchgeführt wird. In jedem Fall sollte man vorab darüber mit dem Kind reden. Auch während einer Fahrt ist Kommunikation wichtig, falls das Kind Probleme beim Schalten hat. Bei einer nahenden Steigung sollte man das Kind vorbereiten, dass es bergauf geht und es sinnvoll ist runter zu schalten.

Leider kann man andere Schalthebel im Bestellprozess nicht mehr ändern, ich meine mich zu erinnern, dass das im April 2020 noch möglich war. Ich bin jedoch auch nicht zu 100% sicher.

Alternativen zum Kubikes 20S

Neben dem Kubike haben wir auch andere Räder geprüft. Mit dem Woom2 waren wir sehr zufrieden, daher ging unser erster Blick zu Woom. 

Das Woom3 hat 16 Zoll Laufräder und ist daher vorläufig rausgefallen. Das Woom4, mit 20 Zoll Laufrädern, war hingegen bereits zu groß. Daher haben wir vorläufig andere Alternativen geprüft.

EarlyRider (finde ich richtig interessant vom Design) und Frog Bikes hatten für die Körpermaße meines Sohnes ebenfalls nur 16 Zoll Räder im Angebot. Beide Hersteller bieten jedoch sehr gute Kinderräder und sind immer einen Blick wert.

Islabikes hat mit dem BeInn (Kettenschaltung) und dem Cnoc (ohne Schaltung, Ein-Gang) zwei richtig gute Räder. Diese hätten wirklich perfekt gepasst. Leider waren diese jedoch nicht Lieferbar. Zu der Zeit hatte Islabikes temporär gar nicht nach Deutschland geliefert. Wir konnten auch nicht abschätzen wie lange das so bleibt. Genauso gab es auch keinen deutschen Vertrieb für Islabikes. 
Mittlerweile kann man Islabikes direkt über die britische Website bestellen. Ich halte die Fahrräder für sehr gut. Allerdings ist der Umweg über UK evtl. ein Dealbreaker. Man sollte sich genau um Service, Garantie und Rückgabebedingungen informieren bevor man bestellt.

Also haben wir uns für das Kubikes 20S entschieden. Auch auch dieses Fahrrad ist hochwertig und vergleichsweise leicht. Die Komponenten sind sinnvoll zusammengestellt. Für minimal größere Kinder gibt es auch das Kubikes 20L (ab 50cm Innenbeinlänge).

Kinderfahrrad gebraucht kaufen

Auf der Suche nach einem geeigneten Kinderrad haben wir natürlich auch den Gebrauchtmarkt geprüft. Man findet auch viele gebrauchte Kinderfahrräder. Das Problem ist aber, dass diese häufig nicht zu den Anforderungen passen. Meist sind sie zu schwer, sind in einem schlechten Zustand, haben eine Rücktrittbremse oder sind im Zweifel so teuer das sich der Gebrauchtkauf kaum lohnt. Hochwertige Kinderräder sind nämlich sehr gefragt.

Fazit

Ausfluf mit dem Kubikes

Das Kubike 20S ist ein tolles, solides Kinderfahrrad. Es ist so leicht wie angegeben. Unser Sohn kam auf Anhieb mit dem Fahrrad zurecht. Die größeren Laufräder waren überhaupt kein Problem. Das fahren macht ihm viel Spaß auch auf längeren Strecken.

Ich habe leider keinen Fahrradcomputer am Kubikes montiert, so dass ich nicht sagen kann wie viele Kilometer es gefahren wurde. In jedem Fall haben wir in dem einen Jahr keine Defekte oder Pannen gehabt.

Auf Tour mit dem Kubikes

Das Woom2 wird übrigens auch weiter bei uns verwendet. Aktuell nutzt mein jüngerer Sohn das Woom ohne Pedalen als Laufrad. Sobald er bereit ist wird auch er das Rad fahren auf dem Woom lernen. Das Konzept von Woom ist insbesondere für den Start sehr gut und ich würde das immer wieder so entscheiden.

27 Februar 2021

Gevenalle Shifter am Touring Bike - Umbau - Erfahrungsbericht


Bei meinem Fuji Touring habe nun ich Gevenalle CX Shifter als Schalt- und Bremshebel verbaut. Leider gibt es im Internet nicht wirklich viele Erfahrungsberichte und Reviews zu dem Thema, daher will ich im folgenden Artikel den Umbau beschreiben und erklären wie zufrieden ich mit dieser exotischen Lösung bin. Außerdem gebe ich weiter unten im Artikel eine Übersicht über die verschiedenen Gevenalle Produktlösungen und vergleiche diese.
Gevenalle CX


Ich war bereits früher mal an die Gevenalle Lösung als Schalt- und Bremshebel interessiert, aber sie ist leider selten lieferbar. Zufällig war sie nun, nach einem Defekt eines meiner Sora STIs lieferbar und ich habe direkt zugeschlagen. 

Gevenalle Schalt- und Bremshebel

Bereits bei meinem Umbauprojekt von Lenkerendschalthebeln auf Shimano STI bin ich bei der Suche nach einem Ersatz für Bar End Shifter über die Schaltgriffe von Gevenalle gestolpert. Diese stellen eine Alternative zu den herkömmlichen Lösungen dar und ermöglichen recht exotische Kombinationen von Antriebskomponenten und Bremsen. Im Grunde genommen handelt es sich um Bremshebel bei denen ein Lenkerendschalthebel (oder Rahmenschalthebel) aufgeschraubt wird. Mit ein wenig Bastel-Talent könnte man eine vergleichbare Lösung sicher auch bauen.

Gevenalle CX Schalthebel

Anmerkung:
Wenn ich in dem Artikel von MTB-Bremsen oder V-Brakes spreche, dann gilt dies übrigens gleichermaßen für eine mechanische Scheibenbremse mit langem Zugweg. Also Scheibenbremsen für MTB-Antriebe.

Kurze Version:
Nach einem Defekt des 9-fach Sora STIs habe ich die Gevenalle CX Shifter 3x9 für MTB-Bremsen bestellt. Aufgrund der besseren Kompatibilität zu V-Brakes habe ich mich gegen einen direkten Ersatz der Sora STIs entschieden.
Für die lange Erklärung inklusive Begründung bitte weiterscrollen.

Lange Version:
In meinem Fall habe ich mich für die Lösung, nach dem Defekt eines meiner Shimano Sora STIs für die Gevenalle Lösung aus hauptsächlich einem Grund entschieden. Es gibt die Bremsgriffe auch für MTB-/Trekking-Bremsen. Diese haben bekanntlich einen anderen Hebelweg / Seilzugweg und sind nicht mit Rennrad-Bremsen (zb Dual Pivot) kompatibel. Andersrum gilt das gleiche. Ich kann mit dem Shimano STI keine klassische V-Brake bremsen und wenn, dann nur mit erhöhtem Aufwand oder viel gefrickel. 
Das Problem habe ich umgangen indem ich eine Mini-V-Brake, also eine V-Brake mit kürzeren Schenkeln, verbaut habe. 
Vorneweg: Ich war nie unzufrieden mit der Bremsleistung der Mini V-Brake, allerdings gab es einige Einschränkungen im Alltag, denn es war lediglich eine Umgehungslösung.
Bei der von mir verbauten Tektro Mini V-Brake:
  • ... waren keine klassischen Schutzbleche (zB SKS Bluemels) ohne Modifikation nutzbar.
  • ... bei einem Ausbau des Laufrads (zB beim Reifenwechsel) musste der Bremszug nicht nur ausgehangen sondern gelöst werden, weil die Bremse sehr nah an der Felge ausgerichtet war. Das heißt die Bremsbeläge waren permanent sehr nah an der Felgenflanke.
Schaltzug gerissen Sora

Dann ist im Januar 2021 (an einem sehr sehr kalten Tag) der Schaltzug meines 9-Fach STIs gerissen. Ich kann mir den Riss nicht wirklich erklären. Jedenfalls war der Riss direkt im Schaltgriff-Gehäuse und der Zug war danach ziemlich verkantet im Schaltgriff. Ich konnte diesen nur mit Mühe entfernen. Danach war der Schaltgriff leider hinüber. Ob dies meine Versuche waren den gerissenen Zug zu entfernen oder ob der Defekt bereits bestand konnte ich nicht klären.

Selbstverständlich hätte ich einfach für relativ wenig Geld einen neuen 9-Fach STI verbauen können. Allerdings bin ich wiederholt über die Website von Michael Monk (Monk Bikes) gestolpert - der deutsche Vertrieb für Gevenalle. Die Teile sind keine Massenprodukte und daher nicht immer in unbegrenzten Mengen verfügbar. Zufällig waren die für mich relevanten Schaltgriffe lieferbar, also habe ich diese ohne zu zögern bestellt.
Der Grund ist einfach: Die Mini V-Brake ist nur ein Kompromiss, ein guter - keine Frage, aber die normale V-Brake mit langen Schenkeln ist flexibler bei der Einstellung und bei der Auswahl an Schutzblechen. Außerdem muss ich in Kombination mit einem V-Brake-kompatiblen Bremshebel den Bremsbelag nicht so nah an der Felge justieren. Ein Lösen des Bremszugs zur Entnahme des Laufrads ist somit nicht notwendig.

V-Brake und STI kombinieren?

Eine V-Brake ist nicht mit STI kompatibel! Der Seilweg des Bremszugs ist anders. Man muss den Bremshebel komplett anziehen um überhaupt eine Bremswirkung zu erzielen, dazu müssen die Bremsbeläge zudem sehr nah an die Felge eingestellt werden. Außerdem ist das Bremsgefühl unausgewogen, das heißt die Bremse lässt sich nicht sauber dosieren und bremst ruckartig.
Ich bin auf das Thema bereits in meinem Artikel zum Umbau von Bar End Shiftern auf STI eingegangen.

Umbau Shimano STI zu Gevenalle CX Shifter

Neue Teile für Gevenalle Umbau

Zum eigentlichen Umbau: Die neuen Brems-/Schaltgriffe (Brifter) ersetzen den STI am Drop Bar. Die Bremszüge werden vergleichbar eingefädelt, das ist kein Problem. Der Schaltzug wird wie bei einem Lenkerendschalthebel "gewickelt" und läuft dann in die Zughülle, die außen zum Rahmen wandert und nicht wie bei modernen STIs unter dem Lenkerband verschwindet. Es liegt keine wirkliche Installationsanleitung bei. Wenn man unsicher ist, dann empfehle ich die Dokumentation von Microshift Bar End Shiftern anschauen (Der Link geht zum offiziellen Microshift Dokument für 9-fach).
Durch die frei hängenden Schaltzüge entsteht natürlich dieses "Wäscheleinen-Feeling". Das ist definitiv ein Kontra-Punkt der Gevenalle-Lösung, weil es beispielsweise die Taschenauswahl einschränkt und auch aus optischen Gründen nicht so sauber aussieht wie STIs oder SRAM-Brifter. Andererseits werden Fehler beim Verlegen der Zughüllen vermieden. Ein wenig zu lang oder zu kurz ist hier am Anfang nicht so ein Problem, denn man kann die Züge wechseln ohne das Lenkerband abwickeln zu müssen.

Umbau Gevenalle CX

Der Bremshebel-Part der Gevenalle Shifter (für MTB-Bremsen) ist ein Tektro RL520, also ein Bremshebel, der für V-Brakes entwickelt wurde. Diesen kannte ich bereits, denn er war beim Fuji-Touring bereits vorinstalliert.
Im Rahmen dieses Umbaus habe ich daher die Mini V-Brakes wieder gegen klassische (langschenklige) V-Brakes getauscht. Meine Wahl fiel auf Deore T610 V-Brakes - das sind aus meiner Sicht die aktuell besten noch erhältlichen Shimano V-Brakes. 

Weiterhin habe ich wieder meine alten SKS Bluemels am Rahmen fest montiert, weil diese nun in Kombination mit den V-Brakes wieder passen.

Einstellung von Bremsen und Schaltung

V-Brake mit Drop Bar

Überrascht war ich von der Einstellung der Schaltung die wirklich nahezu auf Anhieb funktioniert hat. Ich musste nach einer Testfahrt lediglich minimal die Zugspannung regulieren.
Beim Umwerfer arbeitet der Schaltgriff übrigens ohne Indizierung - also Stufenlos. Dadurch ist dieser sowohl für 2-fach als auch 3-fach Kurbeln geeignet.
Beim Schaltwerk hat der rechte Schalthebel 9 Stufen und die passen genau.

Bei den Bremsen ist dies ähnlich. Diese müssen nicht so genau justiert werden wie die Mini V-Brakes. Die Einstellung ist daher einfach und verzeiht auch mal die ein oder andere Ungenauigkeit.

Die Verarbeitung der Schaltgriffe ist sehr gut. Alles ist Knarzfrei und ohne Spiel. Auch die Verbindung vom Brems- und dem Schalthebel. Der Tektro RL 520 ist aus meiner Sicht ohnehin ein sehr guter Bremsgriff.

Anmerkung
Gevenalle CX ist die offizielle Serie für Road-Antriebe ich fahre den Schalthebel jedoch mit einem 9-fach Deore Schaltwerk. Also einem Schaltwerk aus dem MTB/Trekking Bereich. Das funktioniert problemlos, genau wie ein Sora-Schalthebel (Rennrad). Bei Shimano ist in der Regel bis 9-fach alles miteinander kompatibel. Erst ab 10-Fach Schaltungskomponenten gibt es unterschiede zwischen MTB und Road.

Wenn ihr an Gevenalle interessiert seid und es mit einem 10-fach, 11-fach oder sogar 12-fach Antrieb kombinieren wollt, dann müsst ihr je nach MTB-Antrieb (GX) oder Rennradantrieb (CX) den korrekten Gevenalle Shifter wählen. Weiter unten habe ich dies nochmal untersucht und aufgelistet.

Fahreindruck

Tour mit Gevenalle CX

Die Installation und die Einstellung war simpel und ordentlich. Ich habe die neuen Schaltgriffe bei mehreren Testfahrten getestet. Auf dem Montageständer bei der Justage der Schaltung war das Schalten recht ungewohnt und ich befürchtete, dass sich die Lösung am Ende nicht so sauber fahren lässt. 
Diese Sorgen waren jedoch unbegründet, denn beim Fahren lässt sich ganz gut Schalten - so lange man nicht in Unterlenker-Position schalten möchte. Das funktioniert praktisch nicht. Das ist aus meiner Sicht ein weiterer Minus-Punkt. Für mich ist dies zwar nicht so relevant, weil ich selten in Unterlenkerposition fahre und noch seltener so schalte, aber für viele Tourenfahrer oder auch sportliche Fahrer ist dies sicher relevant.
Die Bremsperformance ist total in Ordnung, hier konnte ich keine Einschränkungen feststellen. Das Fahrrad bleibt stehen, wenn es soll. Wie gesagt der Tektro RL 520 harmoniert super mit einer V-Brake.
Die Schaltperformance ist bei einer sauber eingestellten Schaltung ebenfalls sehr gut. Ich denke es gibt abgesehen von Lenkerendschalthebeln und Rahmenschaltungen sicher keine Schalthebel die gleichwertig schnell durch die gesamte Palette von Gängen schalten können und das in beide Richtungen.

Vor und Nachteile Gevenalle

Ich kenne nun bereits Lenkerendschalthebel, Shimano STI, SRAM Brifter und nun auch Gevenalle Shifter. Daher erlaube ich mir mal eine AUflistung der jeweiligen Vor- und Nachteile von den Gevenalle CX Shiftern. (insbesondere im Vergleich zu anderen Schalt-Lösungen)

Vorteile Gevenalle

  • Riesige Gangsprünge durch die gesamte Palette an Gängen möglich
  • Gute Brems- und Schaltperformance
  • MTB- und Trekking-Antriebe (insbesondere V-Brakes) können endlich sauber am Rennlenker gebremst und geschalten werden, ohne umzugreifen oder Workarounds zu montieren (Mini V-Brakes oder Umlenkrolle) -> So auch problemlose Schutzblechmontage.
  • Einfache Installation und Einstellung, meiner Meinung auch von Anfängern machbar
  • Solides Konstrukt
  • Simple Technik
  • Sehr viele mögliche Konfigurationen (theoretisch) verfügbar. Unter anderem verschiedene möglichen Kettenschaltungen und sogar Nabenschaltungen in Kombination mit unterschiedlichen Bremslösungen.
  • Im Vergleich zu Lenkerendschalthebeln: Kein Umgreifen beim Schalten notwendig, das ist insbesondere im Stadtverkehr ein großer Vorteil.
  • Im Vergleich zu Shimano STI sind die Gevenalle Schalter leichter (zumindest ca. 60 gramm leichter als Sora STI)

Nachteile Gevenalle

  • Schwer Lieferbar (gerade oft in den gewünschten Konfigurationen)
  • Schaltvorgang ist Anfangs ungewohnt, aber man gewöhnt sich daran
  • Schalten in Unterlenkerposition ist praktisch nicht möglich
  • Wäscheleinen Schaltzug-Design ist optisch nicht mehr modern und könnte auch die Auswahl der Lenkertaschen einschränken
  • Preis - Ich finde das die aufgerufenen Preise im Vergleich zu Shimano-STIs schon recht hoch sind. Ich zahle den Preis jedoch gerne für eine sauber Lösung beim Schalten und Bremsen.
Wenn aber die Anforderungen nicht so speziell sind, dann würde ich vermutlich auch eine Shimano oder SRAM Lösung wählen. Insbesondere bei Scheibenbremsen. Am Fuji Touring (zumindest an meinem) sind V-Brakes verbaut. Mittlerweile ist dies eben recht exotisch bei Tourenrädern. Wenn man einen Schalthebel haben möchte der in der Bremse integriert ist, weil man ohne umgreifen schalten möchte und gleichzeitig eine langschenklige V-Brake fahren möchte (zB für den Support von Schutzblechen, saubere Bremsperformance), dann bekommt man hier eine wirklich erwachsene Lösung.

Für wen ist Gevenalle geeignet?

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Tour Gevenalle Eis See

ch denke es werden weniger die Sportler angesprochen. Am meisten profitieren vermutlich Tourenradler von den Gevenalle Lösungen. Evtl. auch Leute die Eine Alfine Getriebenabe mit einem Rennlenker fahren wollen.

Auch für Pendler sehe ich große Vorteile, wenn man so wie ich mit V-Brake UND Rennlenker unterwegs ist. Ein Umgreifen beim Schalten entfällt, im Vergleich zu Rahmenschaltungen und Lenkerendschalthebeln.

GX, CX oder UX: Vergleich der Gevenalle Produkte

Es werden bei Gevenalle unterschiedliche Produkte angeboten für unterschiedliche Bremsen und/oder unterschiedliche Antriebe. Hier versuche ich eine Übersicht zu geben. Ich habe jedoch nur die aktuell in Deutschland erhältlichen / vertriebenen Serien untersucht.

Gevenalle GX (Gravel)

Die GX Serie ist für Shimano (Stichwort Shimano Dyna-Sys) und SRAM MTB-Schaltungen ausgelegt. Man kann zwischen MTB- und Rennradbremshebeln wählen.
Es ist für Shimano 10-fach bis 12-fach verfügbar.
Für SRAM Antriebe wird 11-fach und 12-fach angeboten.
Man kann außerdem zwischen 2/3-fach Kurbel oder einer 1-fach Kurbel wählen. Das heißt, man erhält entweder einen Schalthebel für die linke Lenkerseite ohne Rasterung (Klicks), womit man halt 2 oder 3 fach schalten kann oder man erhält lediglich einen Bremshebel mit Gevenalle Aufdruck.
Interessant ist die GX-Serie vor allem für Fahrräder die mit neueren MTB-Schaltwerken aus der Deore, SLX oder XT Serie ausgestattet sind. 
Obwohl die Serie für Gravel-Bikes ist (zumindest dem Namen nach) ist Shimano GRX nicht mit den GX-Shiftern kompatibel. Bei diesen muss man zu Gevenalle CX greifen.

Gevenalle CX (Cyclocross)

CX Serie Gevenalle

Die CX Serie ist für Shimano Rennrad-Gruppen geeignet. Es ist für 9 bis 11-fach erhältlich. Wie oben schon gesagt, lässt sich der 9-fach Hebel auch mit 9-fach MTB bzw. Trekking Schaltwerken schalten.
Ansonsten ist die Ausstattung ähnlich wie bei der GX Serie. Man wählt die Anzahl der Kettenblätter und erhält den korrekten Bremshebel für vorne.

Gevenalle UX (Urban)

Die UX Serie kann eine Shimano 8-fach Getriebenabe schalten. Wahlweise kann man Rennradbremsen oder MTB/Trekking Bremsen ansteuern. Das ist interessant, denn es gibt nicht viele Möglichkeit eine Getriebenabe mit Rennlenker zu fahren. Leider gibt es den Schalthebel nur für die Shimano 8-Gang Getriebenaben (Nexus 8 oder Alfine 8). DIie Shimano Nexus 8 wird nicht offiziell unterstützt, aber auf Anfrage wurde mir bestätigt, dass man auch eine Nexus 8 mit dem Genevalle UX Shifter fahren kann. Für die Alfine 11 oder sogar Rohloff ist (noch) keine Lösung in Sicht.

Gevenalle Audax

Die Audax Serie ist wie alle Gevenalle Produkte jeweils für MTB und Road Bremsen erhältlich. Bei der Schaltung kann man alles zw. 5-fach und 9-fach Fahren. Für vorne gibt es nur die Option auf 2/3-fach Kurbel zu setzen. Das heißt, es gibt keinen Bremshebel ohne Shifter.
Die Schaltgriffe kommen ohne Rasterung und haben daher eine hohe Kompatibilität zu diversen Schalten. 
Der Audax bietet sich beispielsweise an für alte Rennräder und Randonneure die von Unterrohr / Rahmenschaltung auf ergonomischere Schalthebel umgerüstet werden wollen.

Nur mechanische Bremsen

In Deutschland bei Monk Bikes gibt es aktuell so wie ich es gesehen habe (Stand Februar 2021) bisher nur Bremshebel für mechanische Bremsen. Bei Gevenalle direkt in den USA gibt es jedoch sowohl Umrüstkits, als auch eine 1x12 Hydraulik-Version.


Antrieb

CX

GX

UX

Audax

5 - 9 Fach




Ja

9-fach MTB / Trekking

Ja



Ja

10-fach Shimano (pre Dyna-Sys)

Ja



Ja

10-fach Road Shimano

Ja



Ja

11-fach Road Shimano

Ja



Ja

10-fach MTB / Trekking


Ja


Ja

11-fach MTB / Trekking


Ja


Ja

12-fach MTB / Trekking


Ja


Ja

Nexus 8 / Alfine 8



Ja

Ja

Fazit zum Gevenalle CX Shifter

Gevenalle CX Shifter

Für ein endgültiges Fazit ist es wohl noch etwas früh. Der erste Eindruck ist jedoch sehr gut. Sowohl der Aufbau, als auch Einstellung liefen problemlos. Der erste Fahreindruck ist etwas ungewohnt, aber schon nach wenigen Fahrten habe ich mich an den Schaltvorgang gewöhnt. Ich werde das Fazit zu gegebener Zeit erweitern.
Leider sind die Produkte sowohl in den USA, als auch in Deutschland (zumindest für MTB-Bremsen) nur schwer lieferbar. Wer an einem Shifter interessiert ist, der sollte mitunter Geduld haben und nicht lange zögern, wenn das gewünschte Produkt wirklich mal lieferbar ist.

Quellen:

29 Januar 2021

Indoor Cycling: Straßenreifen oder Rollentrainer-Reifen?


Kann man auf einem Rollentrainer und mit normalen Straßenreifen fahren oder muss man zwingend die recht teuren Reifen für Rollentrainer nutzen? Ich habe dies nun in verschiedenen Varianten über mehrere Wochen getestet. Das Ergebnis hat mich sehr überrascht.

Rollentrainer-Reifen oder normaler Reifen

In meinem großen Artikel zum Thema Rollentrainer bin ich auch auf das Thema Reifen eingegangen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung habe ich ausschließlich reine MTB bzw. Straßenreifen getestet. Ich wollte es dann genau wissen und habe für mich ganz alleine verschiedene Reifen auf dem Rollentrainer vergleichsweise getestet. Ursprünglich wollte ich zum Thema Indoor Cycling keine weiteren Artikel machen, aber das Ergebnis meines Tests hatte mich dennoch so überrascht, dass ich noch einen neuen geschrieben habe. 

Welcher Reifen auf der Rolle?

Mir ist bereits vor dem Test klar gewesen, dass es gute Gründe gibt für die Existenz und die Nutzung von Trainingsreifen für Rollentrainer. Dennoch hatte ich ursprünglich vor einen normalen Reifen für das Indoor-Training zu nutzen. Einfach aus dem Grund, weil ich Geld sparen wollte. Allerdings hatte ich bereits nach kurzer Zeit Probleme mit dem ungwöhnlich hohen Widerständen bei Benutzung normaler Reifen. Daher habe ich mir letztlich doch noch einen Trainingsreifen für den Rollentreiner gekauft.

Hierbei handelt es sich um einen Versuch des objektiven Vergleichs zwischen mehreren Reifen. Es ist kein wissenschaftlicher Test und ich werde alles so darstellen wie ich es getestet habe. Es gibt sicherlich dennoch einige Ungenauigkeiten.

Normaler Reifen oder Rollentrainer Reifen?

Es gibt hauptsächlich zwei Aspekte die für den Indoor-Reifen sprechen. Zum einen ist das die Lautstärke der Reifen auf dem Trainer und zum anderen ist dies der Widerstand der Reifen. Ich habe 3 verschiedene Reifen auf dem Elite Qubo Fluid getestet. Der Qubo Fluid ist deswegen so gut für einen solchen Test geeignet, weil es nur einen Widerstand gibt. Ich kann nicht einfach mal den Widerstand am Rollentrainer geändert haben. Das Ergebnis ist also sehr gut Vergleichbar.


Getestet habe ich folgende Reifen:

  • Schwalbe Nobby Nic 54-559 - ein reiner Mountain-Bike Reifen von Schwalbe. Es handelt sich um die 2018er Version. Diese ist so in den von mir getesteten Dimensionen aktuell nicht mehr erhältlich. Vermutlich ist das Testergebnis jedoch mit der aktuellen Version vergleichbar. Ich habe dies jedoch nicht verifziert.
  • Continental Touring Plus 47-559 (Drahtreifen) - ein Touren-Reifen mit gutem Pannenschutz den ich auch sehr gerne im Stadtverkehr fahre. Ich habe diesen Reifen 2017 gekauft. Aktuell ist dieser Reifen bei Continental nicht mehr gelistet, aber online bei diversen Händlern noch erhältlich.
  • Continental Hometrainer 47-559 - ein reiner Reifen für den Rollentrainer. Im Januar 2021 gekauft.
Warum der Continental Hometrainer?
Für 26 Zoll Laufräder gibt es leider nicht viel Auswahl für Rollentrainerreifen. Es gibt noch einen Reifen von Schwalbe (Insider?). Aufgrund meiner guten Erfahrungen mit Continental habe ich mich für den Hometrainer II entschieden.
Für 28 Zoll Laufräder habt ihr jedoch massig Auswahl.

Vorab: Jeder dieser Reifen ist in seinem speziellen Terrain sehr gut. Mein Test soll nichts über die generelle Qualität und Leistung dieser Reifen aussagen. Ich bin sowohl den Nobby Nic als auch den Conti Touring Plus problemlos im Alltag gefahren und war immer zufrieden. In meinem Vergleich geht es ausschließlich um die Eigenschaften auf dem Rollentrainer.

Ein Reifen für Rollentrainer ist übrigens nicht für den Einsatz auf der Straße geeignet und sollte daher ausschließlich auf der Rolle eingesetzt werden. Der Hinweis ist auch mehrfach sehr gut auf den Reifen erkennbar.

Test-Setup

Ich nutze wie oben angedeutet den Elite Qubo Fluid als Rollentrainer. Dieser steht bei mir (Enfamilienhaus) im Keller auf einem Teppich. Der Raum ist geschlossen, darüber ist das Wohnzimmer.
Ich benutze keine schalldämpfende Unterlage oder ähnliches.
Weiterhin nutze ich zur Unterhaltung immer das gleiche Notebook und immer die gleichen Kopfhörer, die Nackenkopfhörer Jabra Elite 25e.

Für alle Reifen wurde das gleiche Fahrrad verwendet: Mein Bahnhofsrad mit 26 Zoll Laufrädern und einer Shimano Nexus 8 Getriebenabe. Die Getriebenabe schluckt sicher Funktionsbedingt einiges an Leistung. Mit einem Fahhrad mit Kettenschaltung wären unter Umständen bessere Werte möglich. Die Vergleichbarkeit ist dennoch gegeben.

Zum tracken meiner Fahrleistung nutze ich den Elite Misuro B+ Sensor der direkt mit dem Rollentrainer verbunden ist. Dieser ermittelt die Daten direkt aus dem Rollentrainer und nicht vom Fahrrad. Es wird die Geschwindigkeit, die Trittfrequenz und die Leistung (Watt) gemessen. Vom Sensor werden die Informationen an einen Garmin Edge 530 gesendet.
Die Herzfrequenz ermittel ich mit einem ANT+ Brustgurt.

Für den Test wurde jeweils nur der Reifen gewechselt. Jeder Reifen wurde bei 4 Bar Luftdruck gefahren. Der Schwalbe und der Conti Touring Plus sind jeweils mit einem maximalem Druck von 4 Bar angegeben. Das bedeutet, der Druck der vom Hersteller als Maximaldruck für den Reifen angegeben wird. Der Conti Hometrainer kann bis 4,5 Bar gefahren werden. 
Allerdings wurden die unterschiedlichen Fahrten nicht direkt hintereinander durchgeführt sondern innerhalb weniger Wochen. Das verwässert die Korrektheit natürlich etwas, das ist mir bewusst, weil sich auch mein eigener Fitnesszustand verändert haben könnte. 
Die Fahrten wurden ausgewählt, weil sie sehr vergleichbar waren. Vergleichbar im Sinne von der Intensität, der Dauer und / oder der erbrachten Leistung.


Reifen

Schwalbe Nobby Nic

Continental Touring Plus

Continental Hometrainer

Dimensionen

54-559

47-559

47-559

Luftdruck

4 Bar

4 Bar

4 Bar *

Modelljahr

2018

? (vermutlich 2017)

2020


*) Anmerkung: Der Continental Hometrainer kann bis 4,5 Bar Luftdruck gefahren werden. Um die Vergleichbarkeit für diesen Aritkel zu steigern wurde der Luftdruck jedoch auf 4 Bar festgelegt.

Lautstärke

Ich habe die Lautstärke nicht mit Messwerkzeugen verifziert, das heißt hierbei handelt es sich ausschließlich um meine subjektiven Eindrücke. Und die meiner Frau die ebenfalls alle Reifen gefahren ist.

Der Schwalbe Nobby Nic ist auf dem Qubo Fluid brutal laut. Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich dessen Lautstärke auch auf Aspahlt schon ziemlich laut finde. Auf dem Rollentrainer ist dieser jedoch so laut, dass es nicht mal mein Bluetooth-Headset auf höchster Lautstärke schafft dies zu übertönen. Der Rollentrainer ist im gesamten Haus zu hören.

Der Continental Touring Plus wurde anschließend von mir getestet. Dieser ist hörbar leiser. Man hört ihn, keine Frage, aber ich kann problemlos mit Kopfhörern Musik hören oder Netflix gucken.

Als letztes testete ich den Continental Hometrainer. Dieser ist leise. Nicht unhörbar leise, aber es ist angenehm, man kann sich im Raum in normaler Lautstärke unterhalten. Wenn ich trainiere, dann hat meine Katze im gleichen Raum plötzlich keine panische Angst. Ich kann auch ohne Kopfhörer am Notebook Musik hören oder Filme schauen.

Widerstand / Leistung

Richtig spannend wurde es aber beim Widerstand während des Trainings. Da ich meine Trainings aufzeichne habe ich also diesmal echte Vergleichsdaten. Natürlich könnte man argumentieren, dass ich beim Test A nicht mit gleicher Wucht gefahren bin wie bei Test B. Allerdings kann man die Intensität meiner Meinung gut an der Herzfrequenz erkennen.
Man kann klar sehen, dass ich mit dem Nobby Nic deutlich weniger Leistung abrufen konnte, als mit den beiden Conti Reifen. Wobei der Hometrainer in jedem Fall nochmal effizienter lief. Das heißt der Eindruck der Laustärke spiegelt sich auch in den Fahrleistungen wieder. Der leiseste Reifen rollt am besten. 

Hier die gemittelten Trainingsdaten im Überblick im Vergleich dieser drei Reifen:

Reifen

Schwalbe Nobby Nic

Continental Touring Plus

Continental Hometrainer

Ø Geschwindigkeit

16,3 km/h

20,1 km/h

23,1 km/h

Ø Leistung

100 Watt

150 Watt

195 Watt

Ø Watt / kg

1,17 W/kg

1,82 W/kg

2,47 W/kg

Ø Herzfrequenz

143

156

158

Max. Herzfrequenz

182

179

175

Ø Trittfrequenz

73

86

92


Dem aufmerksamen Leser wird vielleicht auffallen, dass die beiden Contis durchaus miteinander Vergleichbar sind, aber das ich mit dem Schwalbe-Reifen eine nicht so hohe Herzfrequenz und auch keine ähnliche Trittfrequenz hatte. Ich kann mir das nur so erklären, dass ich evtl. im Laufe der Einheit nachgelassen habe, quasi unbewusst aufgrund von Erschöpfung. Eine bessere Erklärung habe ich leider nicht.
Allerdings ist klar spürbar und auch in den Daten erkennbar, dass der Widerstand beim Fahren mit dem Nobby Nic am höchsten ist. Beim Touring Plus von Conti ist es schon besser, aber noch immer kein Vergleich zu meinen Fahrleistungen auf der Straße. Erst der Continental Hometrainer kommt da langsam ran.

Diagramme und Anmerkungen zum Vergleich:
Meine Fahrten habe ich mit Garmin Connect ausgewertet. Beispielhaft habe ich mir jeweils eine Fahrt mit jedem Reifen rausgesucht und in Garmin Connect ausgewertet.

Nobby Nic Rollentrainer
Schwalbe Nobby Nic 54-559

Der Nobby Nic ist gefühlt sehr schwergängig und laut. Das spiegelt sich in den Trainingsdaten wieder. Ich war nicht in der Lage 20 km/h zu halten. Es kommt außerdem zu Reifenabrieb auf dem Rollentrainer.


Continental Touring Plus Rollentrainer
Continental Touring Plus 47-559

Der Continental ist anders, das merkt man sofort. Das Widerstand beim Fahren ist geringer, wie auch die Lautstärke. Allerdings ist das Fahren immer noch schwieriger und anstrengender als ich es gewohnt bin.

Continental Hometrainer II Rollentrainer
Continental Hometrainer 47-559

Daraufhin habe ich den Continental Hometrainer bestellt. Mit diesem ist das Fahrgefühl auf dem Rollentrainer deutlich gewohnter und angenehmer. Ich kann nun auch längere Zeit mehr als 20 km/h eher zwischen 23 und 24 km/h fahren. Auch die Geräuschkulisse ist angenehmer. Es kommt darüber hinaus zu keinem Reifenabrieb mehr (zumindest keinem sichtbaren).
Ich würde beinahe behaupten, dass das Gefühl beim Fahren und auch der Widerstand bei der Geschwindigkeit mein Empfinden auf der Straße widerspiegelt. Die letzten Prozente könnte man auf die Getriebenabe und auf eine Optimierung beim Luftdruck schieben.

Was ist sonst noch aufgefallen?

  • Insbesondere der Schwalbe Nobby Nic neigte auf dem Rolltentrainer zu hohem Reifenabrieb. Dies konnte ich bei den Contireifen nicht feststellen. Der Reifen musste bei der Montage Schwalbe-Typisch mit Seifenwasser regelrecht in die Felge massiert werden. (das ist jedoch schon immer meine Erfahrung mit Schwalbe)
  • Die Montage des Continental Touring Plus (Drahtreifen) ist mit Abstand am schwierigsten. 
  • Der Conti Hometrainer hingegen am einfachsten. Hier war kein Reifenheber notwendig, es reichte ein wenig Druck mit den Daumen aus. Der Reifen saß von Anfang an perfekt in der Felge.
Interessant für einen weiteren Vergleich wäre außerdem ein reiner Slickreifen wie zum Beispiel der Schwalbe Kojak. Wenn jemand zufällig Erfahrung mit diesem oder einem vergleichbaren Reifen hat, dann zögert nicht zu kommentieren.

Fazit

Ein spezieller Reifen für Rollentrainer ist eindeutig im Vorteil auf dem Rollentrainer. Man kann natürlich auch mit "normalen" Reifen trainieren. Man muss mit einer höheren Lautstärke und anderen Widerständen rechnen. Der Unterschied zwischen den Fahrleistungen auf der Straße und auf dem Rollentrainer sind spürbar. Das kann zu einer echten Spaßbremse werden.
Ich habe den Kauf vom Continental Hometrainer nicht bereut. Ich kann diesen Reifen zu 100% empfehlen. Sowohl was Lautstärke beim Training, als auch den geringen Widerstand.


Habt ihr Erfahrung mit dem Thema Reifen beim Indoor-Training oder Rollentrainer Erfahrung? Habe ich einen Aspekt vergessen? Zögert nicht und kontaktiert mich.

Lesestoff zum Thema Rollentrainer:
Indoor Cycling: Rollentrainer Leitfaden mit vielen Tipps und Informationen zum Elite Qubo Fluid