27 Februar 2021

Gevenalle Shifter am Touring Bike - Umbau - Erfahrungsbericht


Bei meinem Fuji Touring habe nun ich Gevenalle CX Shifter als Schalt- und Bremshebel verbaut. Leider gibt es im Internet nicht wirklich viele Erfahrungsberichte und Reviews zu dem Thema, daher will ich im folgenden Artikel den Umbau beschreiben und erklären wie zufrieden ich mit dieser exotischen Lösung bin. Außerdem gebe ich weiter unten im Artikel eine Übersicht über die verschiedenen Gevenalle Produktlösungen und vergleiche diese.
Gevenalle CX


Ich war bereits früher mal an die Gevenalle Lösung als Schalt- und Bremshebel interessiert, aber sie ist leider selten lieferbar. Zufällig war sie nun, nach einem Defekt eines meiner Sora STIs lieferbar und ich habe direkt zugeschlagen. 

Gevenalle Schalt- und Bremshebel

Bereits bei meinem Umbauprojekt von Lenkerendschalthebeln auf Shimano STI bin ich bei der Suche nach einem Ersatz für Bar End Shifter über die Schaltgriffe von Gevenalle gestolpert. Diese stellen eine Alternative zu den herkömmlichen Lösungen dar und ermöglichen recht exotische Kombinationen von Antriebskomponenten und Bremsen. Im Grunde genommen handelt es sich um Bremshebel bei denen ein Lenkerendschalthebel (oder Rahmenschalthebel) aufgeschraubt wird. Mit ein wenig Bastel-Talent könnte man eine vergleichbare Lösung sicher auch bauen.

Gevenalle CX Schalthebel

Anmerkung:
Wenn ich in dem Artikel von MTB-Bremsen oder V-Brakes spreche, dann gilt dies übrigens gleichermaßen für eine mechanische Scheibenbremse mit langem Zugweg. Also Scheibenbremsen für MTB-Antriebe.

Kurze Version:
Nach einem Defekt des 9-fach Sora STIs habe ich die Gevenalle CX Shifter 3x9 für MTB-Bremsen bestellt. Aufgrund der besseren Kompatibilität zu V-Brakes habe ich mich gegen einen direkten Ersatz der Sora STIs entschieden.
Für die lange Erklärung inklusive Begründung bitte weiterscrollen.

Lange Version:
In meinem Fall habe ich mich für die Lösung, nach dem Defekt eines meiner Shimano Sora STIs für die Gevenalle Lösung aus hauptsächlich einem Grund entschieden. Es gibt die Bremsgriffe auch für MTB-/Trekking-Bremsen. Diese haben bekanntlich einen anderen Hebelweg / Seilzugweg und sind nicht mit Rennrad-Bremsen (zb Dual Pivot) kompatibel. Andersrum gilt das gleiche. Ich kann mit dem Shimano STI keine klassische V-Brake bremsen und wenn, dann nur mit erhöhtem Aufwand oder viel gefrickel. 
Das Problem habe ich umgangen indem ich eine Mini-V-Brake, also eine V-Brake mit kürzeren Schenkeln, verbaut habe. 
Vorneweg: Ich war nie unzufrieden mit der Bremsleistung der Mini V-Brake, allerdings gab es einige Einschränkungen im Alltag, denn es war lediglich eine Umgehungslösung.
Bei der von mir verbauten Tektro Mini V-Brake:
  • ... waren keine klassischen Schutzbleche (zB SKS Bluemels) ohne Modifikation nutzbar.
  • ... bei einem Ausbau des Laufrads (zB beim Reifenwechsel) musste der Bremszug nicht nur ausgehangen sondern gelöst werden, weil die Bremse sehr nah an der Felge ausgerichtet war. Das heißt die Bremsbeläge waren permanent sehr nah an der Felgenflanke.
Schaltzug gerissen Sora

Dann ist im Januar 2021 (an einem sehr sehr kalten Tag) der Schaltzug meines 9-Fach STIs gerissen. Ich kann mir den Riss nicht wirklich erklären. Jedenfalls war der Riss direkt im Schaltgriff-Gehäuse und der Zug war danach ziemlich verkantet im Schaltgriff. Ich konnte diesen nur mit Mühe entfernen. Danach war der Schaltgriff leider hinüber. Ob dies meine Versuche waren den gerissenen Zug zu entfernen oder ob der Defekt bereits bestand konnte ich nicht klären.

Selbstverständlich hätte ich einfach für relativ wenig Geld einen neuen 9-Fach STI verbauen können. Allerdings bin ich wiederholt über die Website von Michael Monk (Monk Bikes) gestolpert - der deutsche Vertrieb für Gevenalle. Die Teile sind keine Massenprodukte und daher nicht immer in unbegrenzten Mengen verfügbar. Zufällig waren die für mich relevanten Schaltgriffe lieferbar, also habe ich diese ohne zu zögern bestellt.
Der Grund ist einfach: Die Mini V-Brake ist nur ein Kompromiss, ein guter - keine Frage, aber die normale V-Brake mit langen Schenkeln ist flexibler bei der Einstellung und bei der Auswahl an Schutzblechen. Außerdem muss ich in Kombination mit einem V-Brake-kompatiblen Bremshebel den Bremsbelag nicht so nah an der Felge justieren. Ein Lösen des Bremszugs zur Entnahme des Laufrads ist somit nicht notwendig.

V-Brake und STI kombinieren?

Eine V-Brake ist nicht mit STI kompatibel! Der Seilweg des Bremszugs ist anders. Man muss den Bremshebel komplett anziehen um überhaupt eine Bremswirkung zu erzielen, dazu müssen die Bremsbeläge zudem sehr nah an die Felge eingestellt werden. Außerdem ist das Bremsgefühl unausgewogen, das heißt die Bremse lässt sich nicht sauber dosieren und bremst ruckartig.
Ich bin auf das Thema bereits in meinem Artikel zum Umbau von Bar End Shiftern auf STI eingegangen.

Umbau Shimano STI zu Gevenalle CX Shifter

Neue Teile für Gevenalle Umbau

Zum eigentlichen Umbau: Die neuen Brems-/Schaltgriffe (Brifter) ersetzen den STI am Drop Bar. Die Bremszüge werden vergleichbar eingefädelt, das ist kein Problem. Der Schaltzug wird wie bei einem Lenkerendschalthebel "gewickelt" und läuft dann in die Zughülle, die außen zum Rahmen wandert und nicht wie bei modernen STIs unter dem Lenkerband verschwindet. Es liegt keine wirkliche Installationsanleitung bei. Wenn man unsicher ist, dann empfehle ich die Dokumentation von Microshift Bar End Shiftern anschauen (Der Link geht zum offiziellen Microshift Dokument für 9-fach).
Durch die frei hängenden Schaltzüge entsteht natürlich dieses "Wäscheleinen-Feeling". Das ist definitiv ein Kontra-Punkt der Gevenalle-Lösung, weil es beispielsweise die Taschenauswahl einschränkt und auch aus optischen Gründen nicht so sauber aussieht wie STIs oder SRAM-Brifter. Andererseits werden Fehler beim Verlegen der Zughüllen vermieden. Ein wenig zu lang oder zu kurz ist hier am Anfang nicht so ein Problem, denn man kann die Züge wechseln ohne das Lenkerband abwickeln zu müssen.

Umbau Gevenalle CX

Der Bremshebel-Part der Gevenalle Shifter (für MTB-Bremsen) ist ein Tektro RL520, also ein Bremshebel, der für V-Brakes entwickelt wurde. Diesen kannte ich bereits, denn er war beim Fuji-Touring bereits vorinstalliert.
Im Rahmen dieses Umbaus habe ich daher die Mini V-Brakes wieder gegen klassische (langschenklige) V-Brakes getauscht. Meine Wahl fiel auf Deore T610 V-Brakes - das sind aus meiner Sicht die aktuell besten noch erhältlichen Shimano V-Brakes. 

Weiterhin habe ich wieder meine alten SKS Bluemels am Rahmen fest montiert, weil diese nun in Kombination mit den V-Brakes wieder passen.

Einstellung von Bremsen und Schaltung

V-Brake mit Drop Bar

Überrascht war ich von der Einstellung der Schaltung die wirklich nahezu auf Anhieb funktioniert hat. Ich musste nach einer Testfahrt lediglich minimal die Zugspannung regulieren.
Beim Umwerfer arbeitet der Schaltgriff übrigens ohne Indizierung - also Stufenlos. Dadurch ist dieser sowohl für 2-fach als auch 3-fach Kurbeln geeignet.
Beim Schaltwerk hat der rechte Schalthebel 9 Stufen und die passen genau.

Bei den Bremsen ist dies ähnlich. Diese müssen nicht so genau justiert werden wie die Mini V-Brakes. Die Einstellung ist daher einfach und verzeiht auch mal die ein oder andere Ungenauigkeit.

Die Verarbeitung der Schaltgriffe ist sehr gut. Alles ist Knarzfrei und ohne Spiel. Auch die Verbindung vom Brems- und dem Schalthebel. Der Tektro RL 520 ist aus meiner Sicht ohnehin ein sehr guter Bremsgriff.

Anmerkung
Gevenalle CX ist die offizielle Serie für Road-Antriebe ich fahre den Schalthebel jedoch mit einem 9-fach Deore Schaltwerk. Also einem Schaltwerk aus dem MTB/Trekking Bereich. Das funktioniert problemlos, genau wie ein Sora-Schalthebel (Rennrad). Bei Shimano ist in der Regel bis 9-fach alles miteinander kompatibel. Erst ab 10-Fach Schaltungskomponenten gibt es unterschiede zwischen MTB und Road.

Wenn ihr an Gevenalle interessiert seid und es mit einem 10-fach, 11-fach oder sogar 12-fach Antrieb kombinieren wollt, dann müsst ihr je nach MTB-Antrieb (GX) oder Rennradantrieb (CX) den korrekten Gevenalle Shifter wählen. Weiter unten habe ich dies nochmal untersucht und aufgelistet.

Fahreindruck

Tour mit Gevenalle CX

Die Installation und die Einstellung war simpel und ordentlich. Ich habe die neuen Schaltgriffe bei mehreren Testfahrten getestet. Auf dem Montageständer bei der Justage der Schaltung war das Schalten recht ungewohnt und ich befürchtete, dass sich die Lösung am Ende nicht so sauber fahren lässt. 
Diese Sorgen waren jedoch unbegründet, denn beim Fahren lässt sich ganz gut Schalten - so lange man nicht in Unterlenker-Position schalten möchte. Das funktioniert praktisch nicht. Das ist aus meiner Sicht ein weiterer Minus-Punkt. Für mich ist dies zwar nicht so relevant, weil ich selten in Unterlenkerposition fahre und noch seltener so schalte, aber für viele Tourenfahrer oder auch sportliche Fahrer ist dies sicher relevant.
Die Bremsperformance ist total in Ordnung, hier konnte ich keine Einschränkungen feststellen. Das Fahrrad bleibt stehen, wenn es soll. Wie gesagt der Tektro RL 520 harmoniert super mit einer V-Brake.
Die Schaltperformance ist bei einer sauber eingestellten Schaltung ebenfalls sehr gut. Ich denke es gibt abgesehen von Lenkerendschalthebeln und Rahmenschaltungen sicher keine Schalthebel die gleichwertig schnell durch die gesamte Palette von Gängen schalten können und das in beide Richtungen.

Vor und Nachteile Gevenalle

Ich kenne nun bereits Lenkerendschalthebel, Shimano STI, SRAM Brifter und nun auch Gevenalle Shifter. Daher erlaube ich mir mal eine AUflistung der jeweiligen Vor- und Nachteile von den Gevenalle CX Shiftern. (insbesondere im Vergleich zu anderen Schalt-Lösungen)

Vorteile Gevenalle

  • Riesige Gangsprünge durch die gesamte Palette an Gängen möglich
  • Gute Brems- und Schaltperformance
  • MTB- und Trekking-Antriebe (insbesondere V-Brakes) können endlich sauber am Rennlenker gebremst und geschalten werden, ohne umzugreifen oder Workarounds zu montieren (Mini V-Brakes oder Umlenkrolle) -> So auch problemlose Schutzblechmontage.
  • Einfache Installation und Einstellung, meiner Meinung auch von Anfängern machbar
  • Solides Konstrukt
  • Simple Technik
  • Sehr viele mögliche Konfigurationen (theoretisch) verfügbar. Unter anderem verschiedene möglichen Kettenschaltungen und sogar Nabenschaltungen in Kombination mit unterschiedlichen Bremslösungen.
  • Im Vergleich zu Lenkerendschalthebeln: Kein Umgreifen beim Schalten notwendig, das ist insbesondere im Stadtverkehr ein großer Vorteil.
  • Im Vergleich zu Shimano STI sind die Gevenalle Schalter leichter (zumindest ca. 60 gramm leichter als Sora STI)

Nachteile Gevenalle

  • Schwer Lieferbar (gerade oft in den gewünschten Konfigurationen)
  • Schaltvorgang ist Anfangs ungewohnt, aber man gewöhnt sich daran
  • Schalten in Unterlenkerposition ist praktisch nicht möglich
  • Wäscheleinen Schaltzug-Design ist optisch nicht mehr modern und könnte auch die Auswahl der Lenkertaschen einschränken
  • Preis - Ich finde das die aufgerufenen Preise im Vergleich zu Shimano-STIs schon recht hoch sind. Ich zahle den Preis jedoch gerne für eine sauber Lösung beim Schalten und Bremsen.
Wenn aber die Anforderungen nicht so speziell sind, dann würde ich vermutlich auch eine Shimano oder SRAM Lösung wählen. Insbesondere bei Scheibenbremsen. Am Fuji Touring (zumindest an meinem) sind V-Brakes verbaut. Mittlerweile ist dies eben recht exotisch bei Tourenrädern. Wenn man einen Schalthebel haben möchte der in der Bremse integriert ist, weil man ohne umgreifen schalten möchte und gleichzeitig eine langschenklige V-Brake fahren möchte (zB für den Support von Schutzblechen, saubere Bremsperformance), dann bekommt man hier eine wirklich erwachsene Lösung.

Für wen ist Gevenalle geeignet?

I
Tour Gevenalle Eis See

ch denke es werden weniger die Sportler angesprochen. Am meisten profitieren vermutlich Tourenradler von den Gevenalle Lösungen. Evtl. auch Leute die Eine Alfine Getriebenabe mit einem Rennlenker fahren wollen.

Auch für Pendler sehe ich große Vorteile, wenn man so wie ich mit V-Brake UND Rennlenker unterwegs ist. Ein Umgreifen beim Schalten entfällt, im Vergleich zu Rahmenschaltungen und Lenkerendschalthebeln.

GX, CX oder UX: Vergleich der Gevenalle Produkte

Es werden bei Gevenalle unterschiedliche Produkte angeboten für unterschiedliche Bremsen und/oder unterschiedliche Antriebe. Hier versuche ich eine Übersicht zu geben. Ich habe jedoch nur die aktuell in Deutschland erhältlichen / vertriebenen Serien untersucht.

Gevenalle GX (Gravel)

Die GX Serie ist für Shimano (Stichwort Shimano Dyna-Sys) und SRAM MTB-Schaltungen ausgelegt. Man kann zwischen MTB- und Rennradbremshebeln wählen.
Es ist für Shimano 10-fach bis 12-fach verfügbar.
Für SRAM Antriebe wird 11-fach und 12-fach angeboten.
Man kann außerdem zwischen 2/3-fach Kurbel oder einer 1-fach Kurbel wählen. Das heißt, man erhält entweder einen Schalthebel für die linke Lenkerseite ohne Rasterung (Klicks), womit man halt 2 oder 3 fach schalten kann oder man erhält lediglich einen Bremshebel mit Gevenalle Aufdruck.
Interessant ist die GX-Serie vor allem für Fahrräder die mit neueren MTB-Schaltwerken aus der Deore, SLX oder XT Serie ausgestattet sind. 
Obwohl die Serie für Gravel-Bikes ist (zumindest dem Namen nach) ist Shimano GRX nicht mit den GX-Shiftern kompatibel. Bei diesen muss man zu Gevenalle CX greifen.

Gevenalle CX (Cyclocross)

CX Serie Gevenalle

Die CX Serie ist für Shimano Rennrad-Gruppen geeignet. Es ist für 9 bis 11-fach erhältlich. Wie oben schon gesagt, lässt sich der 9-fach Hebel auch mit 9-fach MTB bzw. Trekking Schaltwerken schalten.
Ansonsten ist die Ausstattung ähnlich wie bei der GX Serie. Man wählt die Anzahl der Kettenblätter und erhält den korrekten Bremshebel für vorne.

Gevenalle UX (Urban)

Die UX Serie kann eine Shimano 8-fach Getriebenabe schalten. Wahlweise kann man Rennradbremsen oder MTB/Trekking Bremsen ansteuern. Das ist interessant, denn es gibt nicht viele Möglichkeit eine Getriebenabe mit Rennlenker zu fahren. Leider gibt es den Schalthebel nur für die Shimano 8-Gang Getriebenaben (Nexus 8 oder Alfine 8). DIie Shimano Nexus 8 wird nicht offiziell unterstützt, aber auf Anfrage wurde mir bestätigt, dass man auch eine Nexus 8 mit dem Genevalle UX Shifter fahren kann. Für die Alfine 11 oder sogar Rohloff ist (noch) keine Lösung in Sicht.

Gevenalle Audax

Die Audax Serie ist wie alle Gevenalle Produkte jeweils für MTB und Road Bremsen erhältlich. Bei der Schaltung kann man alles zw. 5-fach und 9-fach Fahren. Für vorne gibt es nur die Option auf 2/3-fach Kurbel zu setzen. Das heißt, es gibt keinen Bremshebel ohne Shifter.
Die Schaltgriffe kommen ohne Rasterung und haben daher eine hohe Kompatibilität zu diversen Schalten. 
Der Audax bietet sich beispielsweise an für alte Rennräder und Randonneure die von Unterrohr / Rahmenschaltung auf ergonomischere Schalthebel umgerüstet werden wollen.

Nur mechanische Bremsen

In Deutschland bei Monk Bikes gibt es aktuell so wie ich es gesehen habe (Stand Februar 2021) bisher nur Bremshebel für mechanische Bremsen. Bei Gevenalle direkt in den USA gibt es jedoch sowohl Umrüstkits, als auch eine 1x12 Hydraulik-Version.


Antrieb

CX

GX

UX

Audax

5 - 9 Fach




Ja

9-fach MTB / Trekking

Ja



Ja

10-fach Shimano (pre Dyna-Sys)

Ja



Ja

10-fach Road Shimano

Ja



Ja

11-fach Road Shimano

Ja



Ja

10-fach MTB / Trekking


Ja


Ja

11-fach MTB / Trekking


Ja


Ja

12-fach MTB / Trekking


Ja


Ja

Nexus 8 / Alfine 8



Ja

Ja

Fazit zum Gevenalle CX Shifter

Gevenalle CX Shifter

Für ein endgültiges Fazit ist es wohl noch etwas früh. Der erste Eindruck ist jedoch sehr gut. Sowohl der Aufbau, als auch Einstellung liefen problemlos. Der erste Fahreindruck ist etwas ungewohnt, aber schon nach wenigen Fahrten habe ich mich an den Schaltvorgang gewöhnt. Ich werde das Fazit zu gegebener Zeit erweitern.
Leider sind die Produkte sowohl in den USA, als auch in Deutschland (zumindest für MTB-Bremsen) nur schwer lieferbar. Wer an einem Shifter interessiert ist, der sollte mitunter Geduld haben und nicht lange zögern, wenn das gewünschte Produkt wirklich mal lieferbar ist.

Quellen:

29 Januar 2021

Indoor Cycling: Straßenreifen oder Rollentrainer-Reifen?


Kann man auf einem Rollentrainer und mit normalen Straßenreifen fahren oder muss man zwingend die recht teuren Reifen für Rollentrainer nutzen? Ich habe dies nun in verschiedenen Varianten über mehrere Wochen getestet. Das Ergebnis hat mich sehr überrascht.

Rollentrainer-Reifen oder normaler Reifen

In meinem großen Artikel zum Thema Rollentrainer bin ich auch auf das Thema Reifen eingegangen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung habe ich ausschließlich reine MTB bzw. Straßenreifen getestet. Ich wollte es dann genau wissen und habe für mich ganz alleine verschiedene Reifen auf dem Rollentrainer vergleichsweise getestet. Ursprünglich wollte ich zum Thema Indoor Cycling keine weiteren Artikel machen, aber das Ergebnis meines Tests hatte mich dennoch so überrascht, dass ich noch einen neuen geschrieben habe. 

Welcher Reifen auf der Rolle?

Mir ist bereits vor dem Test klar gewesen, dass es gute Gründe gibt für die Existenz und die Nutzung von Trainingsreifen für Rollentrainer. Dennoch hatte ich ursprünglich vor einen normalen Reifen für das Indoor-Training zu nutzen. Einfach aus dem Grund, weil ich Geld sparen wollte. Allerdings hatte ich bereits nach kurzer Zeit Probleme mit dem ungwöhnlich hohen Widerständen bei Benutzung normaler Reifen. Daher habe ich mir letztlich doch noch einen Trainingsreifen für den Rollentreiner gekauft.

Hierbei handelt es sich um einen Versuch des objektiven Vergleichs zwischen mehreren Reifen. Es ist kein wissenschaftlicher Test und ich werde alles so darstellen wie ich es getestet habe. Es gibt sicherlich dennoch einige Ungenauigkeiten.

Normaler Reifen oder Rollentrainer Reifen?

Es gibt hauptsächlich zwei Aspekte die für den Indoor-Reifen sprechen. Zum einen ist das die Lautstärke der Reifen auf dem Trainer und zum anderen ist dies der Widerstand der Reifen. Ich habe 3 verschiedene Reifen auf dem Elite Qubo Fluid getestet. Der Qubo Fluid ist deswegen so gut für einen solchen Test geeignet, weil es nur einen Widerstand gibt. Ich kann nicht einfach mal den Widerstand am Rollentrainer geändert haben. Das Ergebnis ist also sehr gut Vergleichbar.


Getestet habe ich folgende Reifen:

  • Schwalbe Nobby Nic 54-559 - ein reiner Mountain-Bike Reifen von Schwalbe. Es handelt sich um die 2018er Version. Diese ist so in den von mir getesteten Dimensionen aktuell nicht mehr erhältlich. Vermutlich ist das Testergebnis jedoch mit der aktuellen Version vergleichbar. Ich habe dies jedoch nicht verifziert.
  • Continental Touring Plus 47-559 (Drahtreifen) - ein Touren-Reifen mit gutem Pannenschutz den ich auch sehr gerne im Stadtverkehr fahre. Ich habe diesen Reifen 2017 gekauft. Aktuell ist dieser Reifen bei Continental nicht mehr gelistet, aber online bei diversen Händlern noch erhältlich.
  • Continental Hometrainer 47-559 - ein reiner Reifen für den Rollentrainer. Im Januar 2021 gekauft.
Warum der Continental Hometrainer?
Für 26 Zoll Laufräder gibt es leider nicht viel Auswahl für Rollentrainerreifen. Es gibt noch einen Reifen von Schwalbe (Insider?). Aufgrund meiner guten Erfahrungen mit Continental habe ich mich für den Hometrainer II entschieden.
Für 28 Zoll Laufräder habt ihr jedoch massig Auswahl.

Vorab: Jeder dieser Reifen ist in seinem speziellen Terrain sehr gut. Mein Test soll nichts über die generelle Qualität und Leistung dieser Reifen aussagen. Ich bin sowohl den Nobby Nic als auch den Conti Touring Plus problemlos im Alltag gefahren und war immer zufrieden. In meinem Vergleich geht es ausschließlich um die Eigenschaften auf dem Rollentrainer.

Ein Reifen für Rollentrainer ist übrigens nicht für den Einsatz auf der Straße geeignet und sollte daher ausschließlich auf der Rolle eingesetzt werden. Der Hinweis ist auch mehrfach sehr gut auf den Reifen erkennbar.

Test-Setup

Ich nutze wie oben angedeutet den Elite Qubo Fluid als Rollentrainer. Dieser steht bei mir (Enfamilienhaus) im Keller auf einem Teppich. Der Raum ist geschlossen, darüber ist das Wohnzimmer.
Ich benutze keine schalldämpfende Unterlage oder ähnliches.
Weiterhin nutze ich zur Unterhaltung immer das gleiche Notebook und immer die gleichen Kopfhörer, die Nackenkopfhörer Jabra Elite 25e.

Für alle Reifen wurde das gleiche Fahrrad verwendet: Mein Bahnhofsrad mit 26 Zoll Laufrädern und einer Shimano Nexus 8 Getriebenabe. Die Getriebenabe schluckt sicher Funktionsbedingt einiges an Leistung. Mit einem Fahhrad mit Kettenschaltung wären unter Umständen bessere Werte möglich. Die Vergleichbarkeit ist dennoch gegeben.

Zum tracken meiner Fahrleistung nutze ich den Elite Misuro B+ Sensor der direkt mit dem Rollentrainer verbunden ist. Dieser ermittelt die Daten direkt aus dem Rollentrainer und nicht vom Fahrrad. Es wird die Geschwindigkeit, die Trittfrequenz und die Leistung (Watt) gemessen. Vom Sensor werden die Informationen an einen Garmin Edge 530 gesendet.
Die Herzfrequenz ermittel ich mit einem ANT+ Brustgurt.

Für den Test wurde jeweils nur der Reifen gewechselt. Jeder Reifen wurde bei 4 Bar Luftdruck gefahren. Der Schwalbe und der Conti Touring Plus sind jeweils mit einem maximalem Druck von 4 Bar angegeben. Das bedeutet, der Druck der vom Hersteller als Maximaldruck für den Reifen angegeben wird. Der Conti Hometrainer kann bis 4,5 Bar gefahren werden. 
Allerdings wurden die unterschiedlichen Fahrten nicht direkt hintereinander durchgeführt sondern innerhalb weniger Wochen. Das verwässert die Korrektheit natürlich etwas, das ist mir bewusst, weil sich auch mein eigener Fitnesszustand verändert haben könnte. 
Die Fahrten wurden ausgewählt, weil sie sehr vergleichbar waren. Vergleichbar im Sinne von der Intensität, der Dauer und / oder der erbrachten Leistung.


Reifen

Schwalbe Nobby Nic

Continental Touring Plus

Continental Hometrainer

Dimensionen

54-559

47-559

47-559

Luftdruck

4 Bar

4 Bar

4 Bar *

Modelljahr

2018

? (vermutlich 2017)

2020


*) Anmerkung: Der Continental Hometrainer kann bis 4,5 Bar Luftdruck gefahren werden. Um die Vergleichbarkeit für diesen Aritkel zu steigern wurde der Luftdruck jedoch auf 4 Bar festgelegt.

Lautstärke

Ich habe die Lautstärke nicht mit Messwerkzeugen verifziert, das heißt hierbei handelt es sich ausschließlich um meine subjektiven Eindrücke. Und die meiner Frau die ebenfalls alle Reifen gefahren ist.

Der Schwalbe Nobby Nic ist auf dem Qubo Fluid brutal laut. Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich dessen Lautstärke auch auf Aspahlt schon ziemlich laut finde. Auf dem Rollentrainer ist dieser jedoch so laut, dass es nicht mal mein Bluetooth-Headset auf höchster Lautstärke schafft dies zu übertönen. Der Rollentrainer ist im gesamten Haus zu hören.

Der Continental Touring Plus wurde anschließend von mir getestet. Dieser ist hörbar leiser. Man hört ihn, keine Frage, aber ich kann problemlos mit Kopfhörern Musik hören oder Netflix gucken.

Als letztes testete ich den Continental Hometrainer. Dieser ist leise. Nicht unhörbar leise, aber es ist angenehm, man kann sich im Raum in normaler Lautstärke unterhalten. Wenn ich trainiere, dann hat meine Katze im gleichen Raum plötzlich keine panische Angst. Ich kann auch ohne Kopfhörer am Notebook Musik hören oder Filme schauen.

Widerstand / Leistung

Richtig spannend wurde es aber beim Widerstand während des Trainings. Da ich meine Trainings aufzeichne habe ich also diesmal echte Vergleichsdaten. Natürlich könnte man argumentieren, dass ich beim Test A nicht mit gleicher Wucht gefahren bin wie bei Test B. Allerdings kann man die Intensität meiner Meinung gut an der Herzfrequenz erkennen.
Man kann klar sehen, dass ich mit dem Nobby Nic deutlich weniger Leistung abrufen konnte, als mit den beiden Conti Reifen. Wobei der Hometrainer in jedem Fall nochmal effizienter lief. Das heißt der Eindruck der Laustärke spiegelt sich auch in den Fahrleistungen wieder. Der leiseste Reifen rollt am besten. 

Hier die gemittelten Trainingsdaten im Überblick im Vergleich dieser drei Reifen:

Reifen

Schwalbe Nobby Nic

Continental Touring Plus

Continental Hometrainer

Ø Geschwindigkeit

16,3 km/h

20,1 km/h

23,1 km/h

Ø Leistung

100 Watt

150 Watt

195 Watt

Ø Watt / kg

1,17 W/kg

1,82 W/kg

2,47 W/kg

Ø Herzfrequenz

143

156

158

Max. Herzfrequenz

182

179

175

Ø Trittfrequenz

73

86

92


Dem aufmerksamen Leser wird vielleicht auffallen, dass die beiden Contis durchaus miteinander Vergleichbar sind, aber das ich mit dem Schwalbe-Reifen eine nicht so hohe Herzfrequenz und auch keine ähnliche Trittfrequenz hatte. Ich kann mir das nur so erklären, dass ich evtl. im Laufe der Einheit nachgelassen habe, quasi unbewusst aufgrund von Erschöpfung. Eine bessere Erklärung habe ich leider nicht.
Allerdings ist klar spürbar und auch in den Daten erkennbar, dass der Widerstand beim Fahren mit dem Nobby Nic am höchsten ist. Beim Touring Plus von Conti ist es schon besser, aber noch immer kein Vergleich zu meinen Fahrleistungen auf der Straße. Erst der Continental Hometrainer kommt da langsam ran.

Diagramme und Anmerkungen zum Vergleich:
Meine Fahrten habe ich mit Garmin Connect ausgewertet. Beispielhaft habe ich mir jeweils eine Fahrt mit jedem Reifen rausgesucht und in Garmin Connect ausgewertet.

Nobby Nic Rollentrainer
Schwalbe Nobby Nic 54-559

Der Nobby Nic ist gefühlt sehr schwergängig und laut. Das spiegelt sich in den Trainingsdaten wieder. Ich war nicht in der Lage 20 km/h zu halten. Es kommt außerdem zu Reifenabrieb auf dem Rollentrainer.


Continental Touring Plus Rollentrainer
Continental Touring Plus 47-559

Der Continental ist anders, das merkt man sofort. Das Widerstand beim Fahren ist geringer, wie auch die Lautstärke. Allerdings ist das Fahren immer noch schwieriger und anstrengender als ich es gewohnt bin.

Continental Hometrainer II Rollentrainer
Continental Hometrainer 47-559

Daraufhin habe ich den Continental Hometrainer bestellt. Mit diesem ist das Fahrgefühl auf dem Rollentrainer deutlich gewohnter und angenehmer. Ich kann nun auch längere Zeit mehr als 20 km/h eher zwischen 23 und 24 km/h fahren. Auch die Geräuschkulisse ist angenehmer. Es kommt darüber hinaus zu keinem Reifenabrieb mehr (zumindest keinem sichtbaren).
Ich würde beinahe behaupten, dass das Gefühl beim Fahren und auch der Widerstand bei der Geschwindigkeit mein Empfinden auf der Straße widerspiegelt. Die letzten Prozente könnte man auf die Getriebenabe und auf eine Optimierung beim Luftdruck schieben.

Was ist sonst noch aufgefallen?

  • Insbesondere der Schwalbe Nobby Nic neigte auf dem Rolltentrainer zu hohem Reifenabrieb. Dies konnte ich bei den Contireifen nicht feststellen. Der Reifen musste bei der Montage Schwalbe-Typisch mit Seifenwasser regelrecht in die Felge massiert werden. (das ist jedoch schon immer meine Erfahrung mit Schwalbe)
  • Die Montage des Continental Touring Plus (Drahtreifen) ist mit Abstand am schwierigsten. 
  • Der Conti Hometrainer hingegen am einfachsten. Hier war kein Reifenheber notwendig, es reichte ein wenig Druck mit den Daumen aus. Der Reifen saß von Anfang an perfekt in der Felge.
Interessant für einen weiteren Vergleich wäre außerdem ein reiner Slickreifen wie zum Beispiel der Schwalbe Kojak. Wenn jemand zufällig Erfahrung mit diesem oder einem vergleichbaren Reifen hat, dann zögert nicht zu kommentieren.

Fazit

Ein spezieller Reifen für Rollentrainer ist eindeutig im Vorteil auf dem Rollentrainer. Man kann natürlich auch mit "normalen" Reifen trainieren. Man muss mit einer höheren Lautstärke und anderen Widerständen rechnen. Der Unterschied zwischen den Fahrleistungen auf der Straße und auf dem Rollentrainer sind spürbar. Das kann zu einer echten Spaßbremse werden.
Ich habe den Kauf vom Continental Hometrainer nicht bereut. Ich kann diesen Reifen zu 100% empfehlen. Sowohl was Lautstärke beim Training, als auch den geringen Widerstand.


Habt ihr Erfahrung mit dem Thema Reifen beim Indoor-Training oder Rollentrainer Erfahrung? Habe ich einen Aspekt vergessen? Zögert nicht und kontaktiert mich.

Lesestoff zum Thema Rollentrainer:
Indoor Cycling: Rollentrainer Leitfaden mit vielen Tipps und Informationen zum Elite Qubo Fluid 

21 Januar 2021

Die besten Apps für Radfahrer 2021 - meine Favoriten


Es gibt mittlerweile viele sehr gute Apps für Radfahrer. Meine persönlichen Lieblingsapps möchte ich im folgenden Artikel vorstellen. Dabei geht es nicht ausschließlich nur um klassische "Fahrrad-Apps", sondern jede App die dem gewöhnlichen Radfahrer im Alltag oder auf Radreisen hilft.

Smartphone-Apps für Radfahrer

Anmerkung: Aktuell nutze ich ein Iphone. Der Artikel ist demnach aus der Perspektive eines Apple-Users geschrieben. Dennoch sind die meisten dieser Anwendungen ebenfalls für Android Smartphones verfügbar.

Komoot

Die App Komoot ist mein Favorit wenn es um die Planung meiner Radtouren geht. Ich nutze Komoot zwar primär am Computer, aber zum ansehen von Strecken, zur schnellen Orientierung oder auch zum gelegentlichen Planen einer Strecke ist die Smartphone App sehr gut. Die Qualität der Karten ist insgesamt sehr hoch.

Komoot auf dem Smartphone

Komoot ist zwar grundsätzlich Kostenlos, allerdings nur eingeschränkt. Es sind beispielsweise keine Downloads von Strecken möglich. Auch das Kartenmaterial ist in der kostenfreien Variante sehr eingeschränkt. Das Upgrade auf das Welt-Paket kostet einmalig regulär um die 30 Euro. Jedoch ist es immer wieder als Angebot für ca. 20 Euro verfügbar. Bei so einer Aktion habe ich ebenfalls zugeschlagen.

Die Planung von Strecken mit Komoot ist deshalb so gut, weil die von Komoot gewählten Routen in der Regel sehr angenehm zu fahren sind. Außerdem kann man Komoot für fast jeden Meter Strecke den Untergrund (Asphalt oder Loser Untergrund) oder die Art des Weges (Radweg, Bundesstraße) erkennen. Wenn ich einen bestimmten Typ Strecke gerne meiden möchte, dann ziehe ich mit geklickter Maus die Route ein wenig woanders hin, so dass Komoot eine entsprechende Alternative berechnet. Beim Smartphone oder Tablet muss man natürlich den Finger nehmen, anstatt die Maus.

Ein weiterer Pluspunkt im Komoot Ökosystem sind die Möglichkeiten eine geplante Strecke einfach auf den GPS-Fahrradcomputer zu laden. Bei Garmin gibt es eine entsprechende App im ConnectIQ-Store und ist kostenlos nutzbar. Geplante Strecken können einfach ausgewählt werden, heruntergeladen und anschließend abgefahren werden.

Komoot hat mittlerweilse neben dem Welt-Paket auch ein Premium-Modell in dem weitere Funktionen enthalten sind. Wie zum Beispiel Mehrtagestouren komfortabel planen zu können. Oder eine Wettervorhersage für die geplante Tour. Ich denke das sind alles Features die ganz nett sind, aber die man in Kombination mit anderen Tools auch gut hinbekommt.

Naviki

Naviki ist ebenfalls gleichzeitig eine App wie auch eine Website und ist ähnlich wie Komoot zur Planung von Radtouren geeignet. Es gibt einige Unterschiede. Für einige Komfortfeatures muss man ebenfalls draufzahlen, aber Naviki hat dies in Pakete geteilt. Vom Komfort und der Usability ist Komoot jedoch besser. 

Naviki Smartphone App

Allerdings habe ich hier einige coole Funktionen, wie der Möglichkeit mir einen Rundkurs erstellen zu lassen. Ich lege nur die geplante Distanz und die Fahrradkategorie fest, also Rennrad, MTB oder sonstige. Es werden dann verschiedene Vorschläge dynamisch generiert. Auch diese Routen werden ähnlich wie in komoot sehr Fahrradfreundlich erstellt.

Die Möglichkeit die Routen on-the-fly auf das Garmin oder Wahoo zu synchronisieren gibt es hier nicht, aber man kann die GPS-Datei in unterschiedlichsten Formaten herunterladen und dann manuell hochladen. Zum Beispiel in Garmin Connect. Damit ist der Aufwand zwar erst einmal höher, ich lasse mich dennoch gerne inspirieren von den Naviki-Routen. Oft erstelle ich mir aus zwei offenen Browsern mit Komoot und Naviki meine Traumroute.

Google Maps

Ja - ganz ohne Google Maps komme ich nicht aus. Viele Geschäfte, Tankstellen und Läden sind in den anderen Kartenapps nicht eingetragen oder nicht sauber gepflegt. Daher nutze ich auch Google Maps sehr oft. Weniger zur Planung der Routen, sondern viel mehr für spontane Stops auf längeren Touren.

Die Qualität der Karten ist insgesamt nochmal höher als in Komoot, Naviki und anderen Planungstool.

Strava

Strava ist ein soziales Netzwerk für Sportler. Der Fokus liegt auf Laufen und Fahrrad fahren, allerdings kann man auch weitere Sportarten tracken. Man kann die eigenen Fahrten aufzeichnen und die Leistungen gut mit anderen Usern vergleichen. Als Nutzer lassen sich viele Dinge in Strava tun wie auch in anderen sozialen Netzwerken: liken (Kudos geben), kommentieren, Fotos hochladen oder auch in Gruppen kommunizieren. 

Strava App auf Smartphone

Weiterhin gibt es sogenannte Herausforderungen. Das bedeutet man muss eine bestimmte Leistung in einem Zeitraum absolvieren, beispielsweise: "Fahre 600 Kilometer in vom 15.01. bis zum 15.02." Erreicht man das geforderte Ziel, dann erhält man ein virtuelles Abzeichen. Meist wird dies durch Gutscheine oder optionale Gewinnspiele (für die erfolgreichen Teilnehmer) versüßt.

Darüber hinaus gibt es sogenannte Segmente. Das bedeutet, es gibt bestimmte Streckenabschnitte und die Benutzer die dieses Segment am schnellsten durchfahren erhalten eine Auszeichnung. Man wird in dem Segment zum QOM / KOM (Queen of the mountain bzw. King of the mountain). Wenn man in einigen Segmenten wirklich oben mitfährt, dann kann dies sehr motivierend sein. Aber auch wenn nicht, man kann auch für sich selbst persönliche Rekorde aufstellen.

Neben den Auszeichnungen für Segmentbestleistungen gibt es noch die Local Legends. Man wird zur Local Legend in einem bestimmten Segment, wenn man das Segment in den letzten 90 Tagen am häufigstens absolviert hat.

Letztlich ist Strava aber auch ein sehr großes Auswertungstool. Man kann viele Statistiken der eigenen Leistungen und auch derer von anderen begutachten. Das ist interessant. Es gibt von Strava eine kostenpflichtige "Premium" Mitgliedschaft. Damit werden die Funktionen erweitert. Alternativ gibt es noch einige Browser-Addons mit denen man Strava kostenlos erweitern kann. Ich kann aufgrund dieser Erweiterungen problemlos auf die kostenpflichtigen Features verzichten.

Garmin Connect

Als Garmin-User benutzt man zumindest für die Synchronisierung der Geräte die App Garmin Connect. Die Anwendung ist kostenlos und kann noch viel mehr als nur Daten mit den Geräten abgleichen. Auf den ersten Blick wirkt der Funktionsumfang ähnlich zu Strava, dafür hat man etwas weniger soziales Netzwerk und etwas mehr Auswertungsmöglichkeiten.

Garmin Connect Smartphone App

Es gibt, wie auch in Strava Dinge wie Segmente und Herausforderungen. Live-Tracking gibt es in Garmin Connect ebenfalls kostenlos, wenn euer Gerät dies unterstützt. In Strava ist dies in der kostenpflichtigen Mitgliedschaft enthalten.

In Garmin Connect laufen bei mir alle Gesundheitswerte zusammen:

  • Meine Trainings zeichne ich mit meinen Garmin-Geräten auf, also mit dem Garmin Edge 530 (Radfahren) und mit der Fenix 5s (Laufen , Rudern und alles andere).
  • Meine Ernährung zeichne ich mit MyFitnessPal auf und die Werte werden nach Garmin Connect synchronisiert.
  • Mein Gewicht messe ich mit der Waage "smartLAB fit W". Diese synchronisiert sich via Bluetooth mit dem Smartphone und der Dienst liefert seine Daten ebenfalls zu Garmin.
Außerdem synchronisiert Garmin meine Daten zu anderen Portalen und Diensten:
  • Strava: Meine Fahren werden automatisch zu Strava hochgeladen
  • Komoot: Meine in Komoot geplanten Touren kann ich automatisch vom Garmin abrufen und nachfahren. Garmin widerrum synchronisiert meine Fahrten automatisch nach Komoot.
  • Es werden weitere Dienste unterstützt.
Weiterhin kann ich meine Geräte über diese App konfigureren.
Garmin ist alles in allem meine am häufigsten genutzte App. Allerdings Garmin Connect wirklich nur zu gebrauchen, wenn man auch Geräte von Garmin verwendet.

ConnectIQ von Garmin

ConnectIQ ist ebenfalls eine App von Garmin und ist eine Art AppStore für die Uhren und Fahrradcomputer von Garmin. Damit lassen sich Dienste wie Komoot, Strava und Training Peaks auf den Geräten aktivieren. Aber auch neue Datenfelder oder Ziffernblätter lassen sich hier aktivieren.

MyFitnessPal

MyFitnessPal nutze ich als Ernährungstagebuch und zum tracken meiner Kalorien. Hier gibt es ebenfalls eine kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft welche ich NICHT nutze. Für meine Zwecke reicht die einfache und kostenfreie Variante. Das praktische ist, dass ich meine Daten auch in der kostenfreien Version mit  Garmin abgleichen werden kann. Das ist bei Yazio - einer vergleichbaren App - leider nicht der Fall. Im Falle einer Diät ist diese App definitv sinnvoll und auch hilfreich.

Wenn man abnehmen will, dann kann man gewisse Kaloriengrenzen konfigurieren. Wenn man diese dann auch bewusst einhält, dann denke ich kann man auch normal abnehmen. Zumindest bei mir war MyFitnessPal ein wichtiger Baustein für eine Ernährungsumstellung.

Als Besonderheit berücksichtigt MyFitnessPal ebenfalls eure Trainings. So dass diese eurer Kalorienbilanz gutgeschrieben werden.

Relive

Mit Relive könnt ihr eure aufgezeichneten Routen sehr hübsch visualisieren. Ihr könnt Fotos oder Videos einfügen und erhaltet am Ende ein Video, was sehr nett anzusehen ist. Es wird das Profil in einer 3D-Ansicht nachgezeichnet und zwischendurch tauchen immer wieder eure Fotos auf. Relive ist sicher nichts für die tägliche Fahrt ins Büro, aber um größere Radtouren oder Radreisen Erinnerungswürdig zu speichern ist es sehr toll.

WetterOnline

Für Wettervorhersagen nutze ich die App WetterOnline, weil die Vorhersagen erfahrungsgemäß recht präzise sind und weil ein zuverlässiges Regenradar vorhanden ist. Der Zweck ist simpel: Vor Antritt einer Tour prüfe ich grundsätzlich das Wetter auf meinem Smartphone. Dabei geht es darum die richtige Kleidung und Ausrüstung für den Ausflug zu planen. 

Landet man unerwartet dennoch mal in einen Regenschauer, dann kann ich mit dem Regenradar ungefähr die weitere Tour planen. 

Das heißt ich - 

  • A) kann meine Route spontan ändern oder
  • B) plane eine längere Pause.

SomaFM / Spotify / Amazon Prime Music oder einfach Musik

Beim Radfahren höre ich gerne Musik. Dazu nutze ich je nach Lust und Laune unterschiedliche Dienste. Aktuell bin ich mal wieder bei Spotify. Aber manchmal höre ich auch bei Amazon Prime Music. Als Prime Mitglied erhält man Zugriff auf eine ordentliche Auswahl Musik.

Interessant ist auch Internet Radio. Das ist natürlich abhängig vom aktuellen Empfang auf einer Tour, aber ich habe sehr gute Erfahrung mit der App SomaFM gemacht. Hier gibt es eine schmale, aber dennoch solide Auswahl an Radiosendern unterschiedlicher Richtungen. Es gibt keine Werbung und es wird nicht viel bis gar nicht gequatscht.

Podcasts sind manchmal auch ganz interessant während der Fahrt. Es gibt unzählige zur Auswahl. Beim Thema Fahrrad finde ich den Podcast von EnjoyYourBike sehr gut.

Kamera / DuoCam / Bildbearbeitungsapps

Ich verwende auch sehr häufig die Kamera in meinem Smartphone. Damit kann ich meine Fahrt wundervoll dokumentieren. Es gibt Apps für Filter und für eine gute Bearbeitung.

Für Geräte von Apple gibt es außerdem die App DuoCam. Hiermit lassen sich Videos von beiden Kameras gleichzeitig machen. 

Eure Empfehlungen?

Denkt ihr meine verwendeten Apps sind sinnvoll oder nicht? Habt ihr Alternativen die ihr mir empfehlen würdet? Dann schreibt es mir ruhig in die Kommentare.