26 November 2020

Garmin Venu SQ Music im Test | Smartwatch oder Sportuhr?


Garmin Venu SQ Music

Seit etwa 4 Wochen ist die Garmin Venu SQ Music bei mir im Einsatz. Sie ersetzt für den folgenden Test vorübergehend meine Garmin Fenix 5S. Wie hat sich Garmins neue Smartwatch bzw. Multisportuhr geschlagen. Interessant ist auch die Akkulaufzeit, weil Garmin nicht wie üblich auf ein Transreflektives Display, sondern bei der Uhr auf ein LCD-Display gesetzt hat. Ist die Garmin Venu SQ eine gute Sportuhr oder eher eine Smartwatch?

Ich verwende Garmin Uhren bereits seit einigen Jahren. Angefangen habe ich mit einem einfachen Schrittzähler (irgendeine Vivosmart war das denke ich) und bin dann auf die Vivoactive der 1. Generation umgestiegen. Bis zuletzt war ich bei der Fenix 5S und mit dieser sehr glücklich. Nun teste ich die Venu SQ Music. Das ist eine von zwei neuen Smartwatches. Es gibt noch ein größeres Modell mit rundem Gehäuse, das ist die Garmin Venu (ohne SQ).

Zum Test: Ich habe hier keinen Labortest durchgeführt. Ich erstelle keine Benchmarks oder Messungen. Ich trage die Uhr im Alltag und bewerte ehrlich wie sich die Uhr in den für mich relevanten Disziplinen schlägt. Wenn euch etwas in dem Test fehlt, dann schreibt es mir ruhig in die Kommentare. Ich werde diese Informationen dann prüfen und nachtragen.

Ersteindruck & Verarbeitung

Die Garmin Venu SQ ist mal wieder eine Uhr mit eckigem Gehäuse, aber abgerundeten Kanten. Das ist grundsätzlich nichts neues bei Garmin. Wenn man die erste und zweite Generation der Vivoactive anschaut, diese hatten ebenfalls eckige (und deutlich kantigere) Gehäuse. Ich denke Garmin hat sich mit den abgerundeten Ecken und dem allgemeinen Design bei Apple inspirieren lassen. Zumindest auf den ersten Eindruck ähnelt die Uhr optisch einer Apple Watch. Allerdings wirkt die Garmin Uhr dabei nicht ganz so edel.
Im Vergleich zu meiner Fenix 5S ist die Venu SQ ein echtes Leichtgewicht. Man vergisst die Uhr regelrecht. Sie ist mit 38 Gramm nur halb so schwer. Nicht falsch verstehen, die Fenix 5S ist kein Brocken, aber man merkt einfach diesen Unterschied. Die Verarbeitung ist tadellos, hier gibt es absolut nichts zu meckern.

Die Music-Version der Uhr gibt es übrigens in drei verschiedenen Farben. Bei meiner handelt es sich um die schwarze. Außerdem ist noch eine Weiß-Rosegoldene und eine Dunkelblau goldene erhältlich. Die etwas günstigere non-Music Version gibt es ebenfalls in drei anderen verschiedenen Farben: In Grau, Lavendel und Weiß-Gold.

Akkulaufzeit

Besonders gespannt war ich auf die Akkulaufzeit, denn Garmin hat sich bei der Venu-Serie gegen Transreflektive Displays und für LCD entschieden. Das LCD Display muss beleuchtet werden, damit man den Inhalt erkennt, das ist bei den Transreflektiven Displays nicht notwendig. Dadurch verbraucht das LCD natürlich (zumindest bei Benutzung) mehr Strom. 
Ich habe die Uhr mit den Standard-Display- bzw.  voreingestellten Energieeinstellungen verwendet, das heißt, ich habe das Always-On-Display nicht aktiviert. 
Wenn ich die Uhr als reine Smartwatch verwende, d.h. ich habe auf das Aufzeichnen von Aktivitäten verzichtet, weil diese in der Regel sehr unterschiedlich ausfallen. In diesem Fall ist die Akkulaufzeit mit 9 Tagen wirklich sehr gut. Ich war überrascht über dieses Ergebnis. Zum Vergleich: Die Fenix 5s von mir hält bei identischer Nutzung 2 Tage länger durch. Die Vivoactive 3 hält in etwa gleich lang.
Wenn man ungefähr eine Stunde Sport pro Tag mit der Uhr aufzeichnet, dann pendelt sich die Laufzeit bei ungefähr 6 Tagen ein.
Alles in allem hat mich die Akkulaufzeit positiv sehr überrascht. Das hat Garmin sehr gut hinbekommen.

Software & Bedienung

Bedient wird die Uhr mit zwei seitlichen Tasten und einem Touchscreen. Es lässt sich auch eine Tastensperre aktivieren, damit man nicht versehentlich das Display berührt. Die grundlegende Bedienung ist solide man hat sich nach wenigen Tagen daran gewöhnt. Dennoch bevorzuge ich die Bedienung ohne Touchscreen, wie bei der Fenix- und Forerunner-Serie.
Die Uhr lässt sich mit kleinen Apps erweitern. Diese können aus Garmins ConnectIQ-Store über eine entsprechende Smartphone-App installiert werden. Dies funktioniert jedoch auch bei anderen Garmin-Uhren, das ist es also nicht was die Uhr smarter macht als die reinen Sportuhren.
Wie oben bereits beschrieben habe ich das Always-On-Display nicht aktiviert.
Aber wie kann ich dann die Uhrzeit ablesen, wenn das Display dunkel ist?
Dazu muss man in der Regel nur den Arm heben. Sensoren in der Uhr erkennen dies und die Uhr aktiviert automatisch das Display für einige Sekunden. Bei Helligkeit, also am Tag, funktioniert das auch recht zuverlässig. Bei Dunkelheit, oder wenn ich liege, empfand ich die Funktion jedoch nicht sehr ordentlich. Allerdings kann man das Display aktivieren, wenn man 2 mal auf das Display tippt oder die untere Taste auf der rechten Seite des Gehäuses tippt (ich trage die Uhr am linken Arm).

Display

Garmin Venu SQ Music - Incoming Message

Das Display ist ziemlich gut. Der Kontrast und die Farben sind schon sehr gut, insbesondere im Vergleich mit anderen Modellen von Garmin. Benachrichtigungen werden deutlich besser - kontrastreicher - dargestellt. Sie werden auch nicht so früh abgeschnitten wie auf Modellen wie Fenix 5S oder Vivoactive. Wer darauf Wert legt, der sollte eher zur Venu (SQ) greifen.
Ich hatte zu keiner Zeit Probleme das Display abzulesen. Für mich ist das Display eines der Highlights der Uhr.

Music Funktion

Garmin Venu SQ Music - Amazon Music

Die Venu SQ gibt es sowohl mit als auch ohne Musikfunktion. In meinem Fall habe ich die Music-Edition. Diese hat einen internen Speicher und kann via Bluetooth Musik abspielen. Man kann hier verschiedene Streamingdienste verwenden. Es ist auch möglich Musik vom eigenen PC an die Uhr zu übertragen dazu ist jedoch die Desktop Software Garmin Express notwendig, das Tool ist leider nur auf Windows oder Mac verfügbar.
Um Musik wirklich hören zu können muss man ein Bluetooth Headset mit der Uhr koppeln. Ich habe dazu das InEar Headset Jabra Elite 75t genutzt. Die Musik wird unterbrechungsfrei an die Kopfhörer gestreamt. Das funktioniert zuverlässig. 
Der Vorteil der Music Funktion ist natürlich, dass man auch mal ohne MP3-Player oder Smartphone zum Sport gehen kann. Das könnte beispielsweise im Fitnessstudio oder beim Sport zuhause eine Rolle spielen.

Sport und Aktivitäten mit der Venu SQ

Mit der Venu SQ kann man natürlich auch alle gängigen Sportaufzeichnungen betreiben. Also Radfahren und Laufen, aber auch Indoor Cycling oder Rudern am Rudergerät. Die Datenfelder können wie auch bei anderen Garmin Geräten verändert werden.
Weiterhin misst die Venu SQ so wie fast jede moderne Sportuhr die Herzfrequenz am Handgelenk. Allerdings nutze ich für sportliche Aktivitäten in der Regel einen Brustgurt. Bei der Messung im Alltag deckt sich das Ergebnis jedoch mit dem meiner Fenix 5S.

Aufgefallen ist mir nach einigen Tagen außerdem, dass die Venu SQ zwar die Schritte zuverlässig zählt, allerdings keine Stockwerke / Etagen. Vermutlich fehlt hierzu ein spezieller Sensor in der Uhr. Das ist schade. Die normale Venu soll diese Funktion jedoch haben. Das finde ich persönlich etwas merkwürdig. Selbst die Vivoactive der ersten Generation hatte diese Funktion.

Darüber hinaus fehlen weitere Datenfelder, wie zum Beispiel derzeitige Trittfrequenz (für Radfahrer), obwohl die durchschnittliche Trittfrequenz angezeigt werden kann. Außerdem sind auch keine Datenfelder vorhanden um die Leistung (Wattmessung) auszuwerten. Für Radfahrer als einziges Gerät zum tracken der Aktivitäten ist die Venu SQ daher nur bedingt zu empfehlen. Dazu würde ich dann immer einen zusätzlichen Radcomputer empfehlen.
Aus meiner Sicht ist die Venu SQ damit für den Fokus auf Sport eher ungeeignet. 

Garmin Venu SQ - Body Battery

Ein besonderes neues Feature (ich kannte es zumindest bisher nicht) ist die Body Battery Funktion. Hierzu errechnet die Uhr aus mehreren Faktoren wie der Herzfrequenz, der Schlafqualität, dem Stress und den Aktivitäten die Restenergie des Körpers. Beim Schlafen oder in Ruhephasen steigt der Wert von Body Battery wieder an. Wie realisitisch das ist, kann ich nicht einschätzen, jedoch kann ich schon beobachten, dass an besonders anstrengenden Tagen der Wert bei nur noch 10% ist.
Allerdings gab es auch Tage da hat sich der Wert über Nacht nur auf ca. 55% geladen und am Ende des Tages hatte ich plötzlich einen (sogar höheren) Wert von 60%.
Anmerkung: In der Zeit während dieses Tests hatte ich beruflich durchaus relativ viel zu tun und einige stressige Tage. Daher deckt sich das Ergebnis aus meiner Sicht nicht sehr mit der Realität.
In Garmin Connect lässt sich der Wert auch über mehrere Tage auswerten und vergleichen.

Vergleich zur Fenix 5S & zur Vivoactive 3

Garmin Venu SQ Music vs. Fenix 5S

Ich habe die Venu SQ Music intensiv mit den Uhren bei mir im Haushalt verglichen. Dabei ging es primär um die Akkulaufzeit, um die Bedienung und das Handling im Alltag.
Normalerweise ist die Garmin Fenix 5S meine Hauptuhr und ich muss eindeutig feststellen, dass ich eher ein Freund der reinen Tastenbedienung bin. Das fällt beispielsweise unter der Dusche auf oder beim Hände waschen auf. Ein paar Tropfen Wasser auf den Display und es hat sich wieder irgendetwas verstellt.
Man kann natürlich auch die Tastensperre enrichten. Dann passiert dies nicht. Der Nachteil ist dann allerdings, dass immer wenn man etwas an der Uhr ablesen möchte - zum Beispiel ganz klassisch die Uhrzeit - dann erscheint im ersten Moment ein großes Schloss Symbol. Das ist bei der Vivoactive 3 die ebenfalls via Touchscreen gesteuert wird besser gelöst.
Das Gewicht der Uhr ist dann nochmal eine riesige Neuerung. Ich kann nicht bewerten woran das liegt, aber die Venu SQ fühlt sich am Handgelenk an wie Luft. Das ist sehr beeindruckend.

Fazit

Die Garmin Venu SQ Music ist eine solide und stylische Uhr. Die Grenze zwischen Smartwatch und Sportuhr verschwimmen hier. Wobei ich die Venu SQ eher als Smartwatch einstufen würde. Man merkt der Uhr an, dass Garmin offensichtlich eine Ähnlichkeit zur Apple Watch in Kauf nimmt oder diese bewusst so entworfen hat. Alles in allem fühlt sich die Uhr sehr gut an und funktioniert auch ziemlich gut.
Leider wird das Modell ausschließlich mit Touchscreen verkauft. Das Bedienkonzept der Uhr ist aus meiner Sicht nicht ideal. Ich bevorzuge eindeutig die Bedienung der Fenix-Serie. Für Freunde der reinen Touch-Bedienung ist die Uhr hingegen zu Empfehlen.
Eine etwas günstigere Alternative zur Venu SQ Music ist die Garmin Vivoactive 3 Music. Wer also eher ein rundes Uhrengehäuse hätte, der sollte lieber bei der Vivoactive 3 zuschlagen oder gleich etwas mehr Geld ausgeben und zur Garmin Venu (ohne SQ) greifen.
Darüber hinaus würde ich auch überlegen wie viel Wert auf Sport ihr legt. Die Venu SQ ist nicht primär für Sportler gebaut, das merkt man recht schnell. Es fehlen diverse Datenfelder und vermutlich auch Sensoren bspw. für die Höhenmeter. Wenn Sport euer Fokus ist, dann würde ich auch lieber eine Vivoactive, eine Forerunner (wenn euer Hauptsport das Laufen ist) oder sogar eine Uhr aus der Fenix Reihe (je nach Budget) empfehlen.

28 Oktober 2020

Fuji Touring im Dauereinsatz - Langzeittest und Erfahrungsbericht


Fuji Touring im Dauereinsatz

Auf der Suche nach einem neuen Fahrrad und Nachfolger für mein Cube Crossbike für den Alltag und für Radtouren habe ich mir im Oktober 2017 das Fuji Touring in Blau gekauft. Das Fahrrad benutze ich seitdem im Alltag für jede Aufgabe. Jetzt einige Jahre später möchte ich ein erstes Fazit ziehen und im folgenden Artikel erklären warum ich mich für das Fuji entschieden habe, was ich im Laufe der Zeit verändert habe und was mir gut bzw. nicht so gut gefällt.

Warum das Fuji Touring?

Fuji Touring mit Ortlieb

Ich war ab dem Sommer 2017 auf der Suche nach einem neuen Fahrrad. Das neue Fahrrad sollte quasi die "Eierlegendewollmilchsau" oder einfach das Fahrrad für alles sein. Es sollte als Pendlerrad, als Elterntaxi (mit dem Kinderfahrradanhänger), als Sportgerät, als Touren- bzw. Reiserad - eben als Fahrrad für jeden Tag dienen.
Ich wollte einen Gepäckträger um meine Ortlieb Tasche transportieren zu können. Außerdem sollte das neue Fahrrad Schutzbleche haben oder es sollte zumindest machbar sein, diese nachträglich zu montieren. In jener Zeit im Sommer/Herbst 2017 war ich fasziniert von Fahrrädern mit Stahlrahmen, genauer gesagt CrMo-Rahmen. Diese Rahmen, oft sehr vielseitig und bei Reiserädern genutzt, haben mich aufgrund der komfortablen Fahreigenschaften (im Gegensatz zu starren Alu-Rahmen) beeindruckt und ich wollte auch so einen.
Es gab zu jener Zeit mehrere Fahrräder die meine Anforderungen entsprachen. Normale Trekking-Räder von der vsf Fahrradmanufaktur, von Breezer, von Fuji und von vielen anderen.
Das Fuji Touring - quasi ein Trekking/Tourenrad mit Rennlenker, Gepäckträger und entsprechender Geometrie war eine günstige Alternative zu den boomenden Gravelbikes. Das Fahrrad hatte allerdings keine kombinierten Brems-/Schalthebel (wie bei Rennlenkern üblich: STI oder auch Brifter), sondern spezielle Bremshebel für V-Brakes und Lenkerendschalthebel. 
Hier war ich skeptisch ob ich mit so einem Setup wirklich klar komme. Auch online kursierten hierzu unterschiedlichste Meinungen. Dennoch kaufte ich nach einigem hin und her das Fuji Touring.
Ich habe mich kostenbedingt, aber auch weil ich mich mit V-Brakes auskenne, für die V-Brake-Variante vom Fuji Touring entschieden. Seit 2017 gibt es auch eine Disc-Brake Version. Bei dieser Variante bekommt man mechanische Scheibenbremsen geliefert.
Das Fahrrad ist mit der 3x9 Deore-Gruppe, aus dem Trekking- bzw. MTB-Bereich ausgestattet.
Der Rahmen hat aufgrund diverser Gewindebohrungen viel Potenzial für Getränkehalter und Gepäckträger, daher eignet sich das Rad auch für lange Touren und Reisen.
Ein wichtiger Kaufgrund war schlussendlich jedoch auch der Preis. Regulär sollte das Fuji Touring 899 Euro kosten. Ich konnte jedoch das gerade veröffentlichte Modelljahr für 749 Euro in Dark Blue ergattern. Der Preis ist für das gebotene aus meiner Sicht unschlagbar. Dafür kam das Fahrrad wie direkt von Fuji an einen Vertragshändler geliefert. So Dinge wie Schaltung und Bremsen mussten von mir eingestellt werden. Für mich war das OK.

Wie benutze ich das Fuji Touring?

Fuji Touring - Dreckig vom Einsatz im Herbst

Wie schon weiter oben angedeutet ist das Fuji Touring seit Oktober 2017 mein Alltagsfahrrad. Ich benutze es für den Weg ins Büro (wenn ich nicht gerade mein Faltrad nutze), für den Weg in die Kita mit unserem Kinderfahrradanhänger (Burley Cub Testbericht), für Familienausflüge und für lange Radtouren, welche auch mal sportlich sein können und für den (täglichen) Einkauf im Supermarkt.
Das Fuji wird bei mir das ganze Jahr und eigentlich auch bei jedem Wetter und jeder Temperatur gefahren. Ich fahre trotz der Straßenbereifung auch gelegentlich abseits befestigter Wege.

Fuji Touring Offroad

Die Länge meiner Freizeit-Touren geht bis etwas mehr als 100 Kilometer. Für diese Nutzung ist das Fuji Touring sehr gut geeignet, denn es ist sehr komfortabel. Auch im Alltag macht es aber eine sehr gute Figur.
Gelegentlich fahre ich das Rad jedoch auch mal mit einem Kindersitz. Unser alter Römer Jockey ist dafür genau richtig.

Fuji Touring mit Roemer Jockey

Was habe ich verändert?

Leider ist es so, dass bei einem Fahrrad von der Stange nicht immer alles so passt wie es sollte. Insbesondere in der Preisklasse des Fuji Touring. So kam es vor, dass ich direkt zu Beginn, aber auch später im Laufe der Zeit einiges geändert habe. Im folgenden beschreibe ich die "Meilensteine" der Umbauten, also nicht jede verschleißbedingte Wartung.

Kilometerstand 0:

Fuji Touring kurz nach der Montage

Gleich zu Beginn bei der Erstmontage habe ich den Original Gepäckträger gegen meinen geliebten und bereits benutzten Tubus Logo Evo ersetzt. Diesen Gepäckträger hatte ich bereits an meinem Cube Crossbike und finde ihn nach wie vor sehr toll. Meiner Meinung ist dies der beste Gepäckträger den man aktuell kaufen kann.
Das neue Fahrrad soll primär als Alltagsfahrrad dienen und dazu brauche ich Dinge wie Beleuchtung, Schutzbleche, einen Fahrradständer und eine Klingel. Aus diesem Grund habe ich hier entsprechende Teile montiert.
Ich hatte keine Lust auf leere Akkus und ständiges laden. Als Beleuchtung wollte ich daher von Anfang an einen Nabendynamo und feste Lichter. Leichtbau war bei diesem Projekt nicht entscheidend, daher habe ich mich für die günstigste Variante entschieden. Ein neues Vorderrad mit einfachem Shimano Nabendynamo für ca. 50 Euro. Ich wollte sehen ob man mit so einem günstigen Laufrad auch langfristig bei vielen Kilometern glücklich werden kann.
Als Schutzblech habe ich SKS Bluemels in 42er Breite gewählt. Bluemels von SKS halte ich für günstige und sehr gute Schutzbleche. Die Montage ist simpel und ich hatte damit bereits Erfahrung bei anderen Fahrrädern.
Problematisch ist natürlich die Tatsache, dass der Rahmen keine Möglichkeit bietet die Kabel der Beleuchtung im Rahmen zu verlegen. So ist man gezwungen die Kabel außen am Rahmen mit Kabelbindern und Isolierband zu verlegen. Damit bin ich nicht sehr glücklich, allerdings ist mir das auch nicht perfekt gelungen, jedoch ist es zweckmäßig.

Kilometerstand 300:

Nach 320 Kilometern habe ich die mitgelieferten Vittoria Randoneur OEM Drahtreifen gegen Continental Grand Prix 4 Season getauscht. Mit den Vittoria Reifen wurde ich einfach nicht glücklich. Sie rollen in meinen Augen nicht komfortabel und ausreichend schnell. Bei Nässe fühle ich mich darüber hinaus auch nicht sehr sicher. Der Conti 4-Season ist eine Wucht. Vielleicht sogar der beste Reifen den ich jemals fuhr. 

Kilometerstand 900:

Irgendwann kam der Punkt an dem ich Klickpedale wollte. Der Grund war insbesondere bei sehr intensiven Fahrten, dass ich mit normalen Schuhen ständig von den Pedalen gerutscht bin. Daher habe ich mir einfache Kombi-Klickpedale bestellt. Auf meine Kaufentscheidung bin ich bereits seperat in einem eigenen Artikel "Klickpedale für Anfänger" eingegangen. Die Click'R Pedale sind meiner Meinung perfekt für Tourenfahrer, Pendler und eben Klickpedal-Neulingen - insbesondere auch in der Stadt - geeignet. Der Vorteil ist, insbesondere für Anfänger mit Klickpedalen, dass man sehr leicht ein und ausklicken kann. Viel leichter als bei anderen Systemen wie dem mit Click'R kompatiblen SPD-Pedalen oder Rennradsystemen wie SPD-SL bzw. Look. So kommt es nicht zu dem gefürchtetem Umfallen, weil man nicht rechtzeitig aus der Pedale kommt.

Kilometerstand 3000:

Die bis hierhin größte Veränderung habe ich nach ca. 3000 Kilometern durchgeführt. Die Lenkerendschalthebel wurden durch Shimano Sora STI Brems-/Schaltgriffe ersetzt. Da diese aber nicht kompatibel mit herkömmlichen V-Brakes sind mussten die V-Brakes ebenfalls ersetzt werden. Ich habe mich dabei für Mini V-Brakes entschieden. Den Umbau habe ich in dem Artikel Lenkerendschalthebel auf Shimano STI umbauen dokumentiert.
Aufgrund der Mini V-Brakes haben die SKS Bluemels leider nicht mehr gepasst. Ich hätte diese vermutlich etwas mit der Pfeile und der Säge verändern können, darauf hatte ich jedoch keine Lust. Daher habe ich diese gegen Schutzbleche vom Typ SKS Raceblade XL getauscht. Diese sind abnehmbar und sehr Variabel einstellbar.
Anmerkung: Vermutlich wäre bei der Scheibenbrems-Version des Fuji Touring keine neuen Bremsen notwendig gewesen. Die Schutzbleche hätte man ebenfalls beibehalten können.

Aktueller Zustand

Fuji Touring 2018


Ich fahre das Fuji im Alltag mit zwei Flaschenhaltern, meiner Notfallpumpe und meinem Abus Bordo permanent am Rahmen montiert. Mein primärer Flaschenhalter ist von oben im Unterrohr in den entsprechenden Ösen verschraubt. Beim zweiten Flaschenhalter muss ich mich entscheiden ob ich diesen von unten am Unterrohr oder am Sitzrohr befestige. An den jeweils anderen Ösen kommt dann der Halter vom Abus Bordo. Das ist insofern nicht ideal, weil das Bordo entweder an den Gewindeösen am Sitzrohr verschraubt wird, dann ist der zweite Flaschenhalter im Unterrohr jedoch eingeschränkt, weil nur noch 0,5 Liter Trinkflaschen passen.
Oder der Bordohalter ist von unten am Unterrohr befestigt, dann erzeugt dieser jedoch eine Spannung auf den Schaltzug zum Umwerfer. Es war mir nicht möglich die Schaltung auf diese Weise ohne Geräusche einzustellen, auch nicht mit diversen Basteleien.
Ich habe versucht diverse Distanzhülsen zwischen Rahmen und Schlosshalter zu bringen. Leider ohne Erfolg, denn ab einem Punkt fängt das Schloss an unruhig am Rahmen zu wackeln, egal wie fest ich es schraube.
Für dieses Problem habe ich bis heute keine echte Lösung gefunden. Ich werde aber weiter suchen und testen.

Verschleiß & Pannen

Der Verschleiß ist natürlich sehr individuell und wurde vermutlich nicht durch das Fuji beeinflusst, aber ich möchte dennoch kurz auf die wesentlichen Punkte eingehen, weil es vielleicht für den einen oder anderen interessant ist.
Mit den Continental Grand Prix 4 Season hatte ich am Vorder- und am Hinterrad jeweils einen Platten. Ansonsten waren diese sehr zuverlässig. In meinen Augen ist das völlig in Ordnung. 
Nach ca. 5500 Kilometern habe ich den Hinterreifen wegen tiefer Einschnitte gegen einen neuen GP 4 Season ersetzt.
Nach 5300 Kilometern hatte ich Ich hatte am (Original) Hinterrad einen Speichenbruch. Das sehr günstige Vorderrad mit NaDy hat in der ganzen Zeit bisher keine Probleme gemacht. Ich muss das betonen, weil es in Foren immer wieder User gibt die diese Laufräder schlechter machen als sie sind. 
Der Kettenverschleiß hielt sich bisher in Grenzen. Die erste Kette habe ich bei 4400 Kilometern gewechselt. So lange hat bisher noch nie eine Kette gehalten bei mir.  
Der Rahmen selbst zeigt, obwohl extrem viele tiefe Kratzer, noch keinen Rost. Auch aus den Gewindeösen kommt bisher kein Rost. Das kenne ich von anderen Stahlrahmen (auch von Premium-Herstellern) anders.

Was ist gut? Was ist schlecht?

Im folgenden habe ich die für mich wesentlichen Punkte aufgelistet die das Fuji Touring gut oder eben schlecht macht.

Gut:
  • Komfort: Ich empfinde den Rahmen als unglaublich komfortabel. Egal ob beim Pendeln, oder auf langen Touren ich habe nie Probleme auf dem Fahrrad zu sitzen. Der Rahmen passt sehr gut zu meinem Körper.
  • Vielseitig: Der Rahmen hat sehr viele Möglichkeiten für Anbauten und Flaschenhalter und eignet sich daher aus meiner Sicht perfekt als Reise- und Tourenrad. 
  • Robust: Trotz schlechtem Lack habe ich bisher kein Rost. Auch einen Sturz hat der Rahmen unbeschadet überstanden. Darüber hinaus fahre ich das Fahrrad regelmäßig mit viel Gepäck und mit einem Kinderanhänger. Also alles in Allem sicher ein Systemgewicht von mehr als 120 Kilogramm.

Schlecht: 
Fuji Touring - Lackqualität

  • Lackqualität: Mein größter Kritikpunkt an dem Fahrrad ist die Qualität der Lackierung. Es ist unglaublich wie viele tiefe Kratzer ich innerhalb von 3 Jahren ich in diesem Rahmen habe. Ich kenne das von keinem anderen Fahrrad in diesem Ausmaß. Selbst mein von Hand lackiertes Bahnhofsrad hat nicht so viele Kratzer und das wurde ja alles andere als fachmännisch bzw. professionell lackiert.
    Zugegeben: Ich gehe nicht zimperlich mit dem Fahrrad um, aber das mache ich mit meinen anderen Fahrrädern auch nicht und objektiv betrachtet sieht die Lackierung mittlerweile nicht mehr schön aus.
  • Design und Anordnung der Schaltzüge in Kombination mit den Orten der Gewindeösen: Mir ist klar, dass man bei einem günstigen Fahrrad mit Stahlrahmen keine innen verlegten Züge verlangen kann, aber das es anders geht, dass habe ich bei der vsf Fahrradmanufaktur gesehen. Beim T500 Disc mit 3x10 Deore XT Antrieb war es mir (mit Distanzhülsen) möglich einen Bordohalter am Unterrohr zu montieren ohne das dieser den Schaltzug des Umwerfers oder auch des Schaltwerks berührt.
    Wenn jemand ohnehin nicht mit 2 Flaschenhaltern UND Bordohalter fahren muss, dann ist diese Kritik sicherlich zu vernachlässigen.
  • Keine Möglichkeit zur sauberen Verlegung von Kabeln des Dynamos. Zugegeben das Fahrrad wird nicht mit Nabendynamo verkauft und ist dafür nicht gemacht.

Fazit:

Fuji Touring mit Burley Cub


Nach ca. 7000 Kilometern bzw. 3 Jahren: Das Fuji Touring ist ein gutes Fahrrad für den Alltag. Preis-Leistung ist super für 750 Euro (zugegeben das war ein super Preis). Es gibt auch eine Variante mit Scheibenbremsen. Bei dieser ist das Verhältnis zwischen Preis und Leistung nicht mehr ganz so gut, aber auch nicht schlecht. 
Meine Entscheidung dieses Fahrrad gekauft zu haben bereue ich nicht. Ich fahre es sehr gerne und ich betrachte es als Alltagsgegenstand. Daher ärgern mich die vielen Kratzer auch nicht mehr so sehr.
Der Umbau von Lenkerendschalthebel auf STI hat das Fahrrad enorm aufgewertet. Das wäre beim nächsten mal vermutlich der einzige Grund eher ein anderes Fahrrad zu kaufen. Lenkerendschalthebel sind bei langen Überland Touren total in Ordnung, weil sie auch zuverlässig sind. Im hektischen Stadtverkehr ist das ständige wechseln zwischen den Brems- und den Schaltgriffen manchmal jedoch stressig.
Auch mein günstiges 50 Euro Vorderrad mit Nabendynamo hat mich nicht im Stich gelassen. Es rollt gut und hatte bisher keine Ausfälle. Wenn es kaputt gehen sollte, dann wird es vermutlich gegen ein Laufrad mit höherwertigeren Nabendynamo ersetzt.

Ich werde das Fuji Touring weiterhin als Alltagsfahrrad fahren, weil ich sehr zufrieden bin mit der Rahmengeometrie und der Zuverlässigkeit.

30 September 2020

FollowMe - Eltern-Kind Tandemkupplung im Erfahrungsbericht


Fahrradtouren mit kleinen Kindern können manchmal recht unentspannt werden. Die kleinen haben logischerweise noch nicht die Erfahrung im Straßenverkehr, daher kann es manchmal zu nervenaufreibenden Situationen kommen. Auf Straßen dürfen Kinder sowieso nicht fahren bis sie 8 Jahre alt sind. Über die geringere Kondition und die langsamere Geschwindigkeit muss ich wohl kaum etwas sagen. Genau für diese Probleme gibt es die FollowMe Tandemkupplung. Wir haben uns die Tandemkupplung in diesem Sommer gekauft und getestet. 

Follow Me Tandemkupplung

Mein ältester Sohn ist nun gerade 5 Jahre alt geworden und kann nun ungefähr seit anderthalb Jahren alleine Fahrrad fahren. Er hat sehr viel Spaß auf dem Fahrrad und genießt seine neue Freiheit. Er fährt in Begleitung die 3 Kilometer selbstständig zur Kita. Auf Ausflügen ist es jedoch so, dass ihm häufig nach 6 - 8 Kilometern (pro Strecke) die Puste ausgeht. Er hat dann natürlich keinen Spaß.
Wir haben uns daraufhin informiert und gegoogelt was wir machen können um auch Tagesausflüge auf dem Fahrrad zu ermöglichen - die allen Mitlgiedern der Familie Spaß machen. Dabei sind wir die FollowMe Tandemkupplung aus der Schweiz gestoßen. 

Alternative Lösungen

Es gibt einige Alternativen zur Tandemkupplung von FollowMe. Die meisten werden am Sitzrohr bzw. an der Sattelstütze befestigt. So richtig haben mir diese Lösungen jedoch nicht gefallen. Ich habe die Befürchtung, dass (insbesondere bei Kurvenfahrten) der höhere Schwerpunkt zu einer unruhigen Fahrt am Kinderfahrrad führen kann. (Anmerkung: Das sind Annahmen und Thesen von mir ohne weitere Alternativen getestet zu haben. Falls ihr mit Alternativen Erfahrungen gesammelt habt, dann kommentiert dann berichtet ruhig davon in den Kommentaren)
Weiterhin Problematisch bei den Meisten Alternativ-Lösungen ist die Tatsache, dass der Gepäckträger nur noch eingeschränkt nutzbar ist. Genauso wenig können Kindersitze genutzt werden. Den klassischen Kindersitz (wie den Römer Jockey) nutzen wir zwar selten, aber wir wollten uns dennoch nicht bewusst einschränken.

Ein weiteres Argument pro FollowMe ist die recht gute Ersatzteil- und Zubehörteil-Versorgung. Es gibt diverse Onlineshops bei denen man entsprechendes Zubehör erwerben kann. Außerdem gibt es Zubehör und Ersatzteile für die meisten Fahrräder (sowohl bei den Eltern als auch bei den Kindern).

FollowMe Eltern Kind Tandemkupplung

Außerdem kann man den FollowMe bei Nicht-Gebrauch einfach einklappen und muss diesen nicht vom Fahrrad abnehmen. Das Gewicht des FollowMe (ungefähr 4 kg) spürt man natürlich während der Fahrt. Bei den Alternativ-Lösungen muss man sich natürlich immer um die Aufbewahrung des recht langen Rohrs kümmern.

Montage & Ersteindruck

FollowMe Eltern Kind Tandemkupplung

FollowMe Eltern Kind Tandemkupplung

Beim FollowMe wird die Tandemkupplung an der Hinterrad-Achse des Elternfahrrads montiert (jeweils Rechts und Links). Davon verspreche ich mir eine höhere Stabilität beim Fahren. Die Tandemkupplung wird sozusagen auf die Achse vom Elternradgeschoben. Dazu ist eine eigene FollowMe-Schnellspannachse notwendig. Es gibt diese in zwei Längen. Eine kurze mit 150mm Länge und eine XL-Variante von 150mm bis 175mm Länge. Im Lieferumfang befindet sich die kurze Variante. Bei unseren Fahrrädern mit einer Einbaubreite von 135mm benötigt man in jedem Fall die lange Variante. Wir haben jedoch noch die Burley-Anhängerkupplung auf der Achse montiert. 
Merke: Bei normalen Fahrrädern mit einer Kettenschaltung mit 9-Fach Antrieben hinten (also mit 9, 10, 11, 12, 27 oder 30 Gängen usw.) braucht man die lange Variante des Schnellspann-Adapters, zumindest, wenn man zusätzlich noch einen klassischen Anhänger mit Tiefdeichsel am Fahrrad montiert hat.

Alternativ gibt es Radmuttern für Laufräder mit Vollachse (das ist häufig bei Rädern mit Nabenschaltung notwendig) und Steckachsen in verschiedenen Ausführungen.

FollowMe Eltern Kind Tandemkupplung

Das Praktische daran ist, dass man lediglich die entsprechende FollowMe- Achse bzw. -Radmuttern braucht, dann kann man die Tandemkupplung an jedes Fahrrad montieren. Beispielsweise bekommt, wie in unserem Fall, jeder Elternteil eine entsprechende FollowMe Schnellspannachse.

Die beiden Punkte werden dann doppelt am Elternrad abgesichert. Einmal werden kleine Flügelmuttern auf die Achse aufgeschraubt und zusätzlich werden Splinte eingesetzt die den FollowMe zusätzlich halten. Ich habe keine Zweifel, dass dieses Konstrukt sicher ist. Die Flügelmuttern können leider nicht effektiv am FollowMe gesichert werden - das empfinde ich als Nachteil. Man könnte nun natürlich die Flügelmuttern und die Splinte permanent im FollowMe Schnelspanner sichern, aber auf diese Weise kann natürlich nur dieses Fahrrad für den FollowMe genutzt werden. Das bedeutet zusätzliche Folgekosten für jedes weitere Fahrrad.

Die Tandemkupplung selbst besteht aus zwei recht massiven Teilen die nochmal arbeiten wie ein Gelenk und so beim Lenkvorgang mitlenken. Alles am FollowMe wirkt sehr hochwertig. Die ganze Verarbeitung. Alle beweglichen Teile sind doppelt gesichtert.

FollowMe Eltern Kind Tandemkupplung

Am Kind-Fahrrad wird am Unterrohr ein Anbauteil montiert in welches der FollowMe später fixiert wird. Die Montage an dieser Stelle ist in der Tat der aufwendigste Teil der Erst-Montage. Hierzu muss ein Stück gelochtes Blech um das Unterrohr gewickelt werden. Dieses muss auf die richtige Länge gekürzt werden. Dazu ist im Grunde genommen eine Blechschere notwendig. Anschließend muss dieses Blech verschraubt werden. Im Lieferumfang ist ein kleines Stück Stoff  um den Rahmen zu schützen. Ich empfehle dringend, anstelle von diesem ein Stück alten Fahrradschlauch um das Unterrohr zu wickeln, weil der mitgelieferte Rahmenschutz aus meiner Sicht nicht ausreicht und nicht gut zu platzieren ist.

Zusätzlich zu dem Teil am Unterrohr müssen auch noch die Radmuttern bzw. die Achse des Vorderrads ausgetauscht werden. Das ganze erinnert danach ein wenig an klassische BMX Fußstützen. Im Lieferumfang befinden sich lediglich Achsmuttern für eine Vollachse. In unserem Fall hat das Kinderfahrrad Schnellspanner. Das heißt wir mussten hierfür ebenfalls das entsprechende Ersatzteil nachkaufen.

Fahreindruck

Follow Me mit Kinderfahrrad

Das Fahren selbst ist entfernt vergleichbar mit dem ziehen von Fahrradanhängern (wer mit Einspuranhängern Erfahrung hat wird sich sehr vertraut vorkommen).
Das heißt man spürt beim Fahren einen gewissen Widerstand, zumindest wenn das Kind nicht mit tritt. Aufpassen muss man in Kurvenfahrten und das noch mehr als bei einem Anhänger. Man sollte nicht in Schräglage in Kurven fahren. Allgemeine sollte man immer so gerade und stabil wie möglich fahren. Richtungsänderungen sollte das Kind vorab wissen. Genauso wie ein bevorstehendes Bremsen. Vorausschauendes Fahren ist daher noch wichtiger als ohnehin schon. Außerdem sollte man dem Kind beibringen im FollowMe eingekuppelt nicht zu bremsen.
Generell sollte die Kommunikation mit dem Fahrer des hinteren Fahrrads stimmen.

Meine Frau empfindet das Fahren als etwas flattrig bzw nervös. Es ist schwer zu beschreiben, aber Bewegungen von unserem Sohn spürt man bis nach vorne. Das Konstrukt Kinderanhänger ist während der Fahrt nicht ganz so nervös. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran und kann damit leben.

Für unseren Sohn ist der FollowMe toll. Er liebt es so zu fahren. Er kann mit treten, wenn er möchte und wenn er KO ist, dann kann er einfach den Druck vom Pedal nehmen. Am liebsten würde er immer auf diese Weise mitfahren, also bereits am Start unserer Tour.

Unsere Distanzen werden so in Somme von 10 bis 15 Kilometer auf über 50 Kilometer pro Tag verlängert. Das lässt bereits schöne Tagesausflüge zu.

Interesant auch für Radreisende ist die Frage ob man mit dem montierten FollowMe weiterhin Packtaschen nutzen kann. Ja man kann! Es ist sogar möglich bei der Tandemkupplung mit montierten Taschen ein Kinderrad ein- oder auszuhängen. Getestet habe ich dies mit auf jeder Seite eingehängten Ortlieb Backroller (also schon recht große Taschen).

Fazit & Meinung

FollowMe Eltern Kind Tandemkupplung

Die (Erst-)Montage ist recht aufwendig und nicht in 10 Minuten gemacht. Hierfür sollte man etwas Zeit einplanen und keine zwei linken Hände haben. Ansonsten sollte man sich Hilfe suchen. 

Wenn die Montage aber geschafft ist, dann kann man sehr viel Spaß haben. Wir haben den FollowMe seitdem auf einigen Tagesausflügen dabei und werden auch immer wieder von anderen interessierten Eltern angesprochen.
Die Montage und auch die Funktion des FollowMe wirkt rückblickend betrachtet äußerst durchdacht. Man merkt einfach, dass sich hierbei jemand wirklich Gedanken gemacht hat. Alles wirkt hochwertig, aber auch massiv. Für Leichtbau-Fetischisten ist der FollowMe nichts.

Der FollowMe erhöht die eigene Reichweite bei Familienausflügen enorm. Man muss nicht so sehr auf die Entfernungen achten und kann bei Bedarf das Kind einfach einhängen. Auch für das Kind ist diese Flexibilität natürlich toll. Das sorgt aus meiner Sicht für Fahrspaß und für entspannte Touren.

Da wir parallel zum FollowMe weiterhin unseren Burley Kinderanhänger nutzen hatten wir Bedenken, dass der FollowMe sich aufgrund der Kupplung schwerer "andocken" lässt. Diese Sorge war unbegründet. Sowohl der Anhänger, als auch der FollowMe lässt sich weiterhin nutzen. (Nur nicht gleichzeitig, aber das ist klar)

Zugegeben: Der Preis ist auf den ersten Blick recht happig. Bei uns waren zusätzlich auch noch einige Ersatzteile notwendig bevor wir den FollowMe wirklich nutzen konnten. Aber letztlich hat sich die Investition in meinen Augen gelohnt. Wir werden den FollowMe auch bei unserem zweiten Sohn nutzen, wenn er denn soweit ist und Fahrrad fahren kann.

Anmerkung: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen ehrlichen Erfahrungsbericht. Den FollowMe habe ich selbst gekauft und bezahlt. Alles hier im Artikel geschriebene entspricht meiner Meinung.

01 September 2020

Canyon Inflite 5 - meine Kaufentscheidung, Eindruck und Erfahrungen


Ich habe das Canyon Inflite 5 gekauft. Ursprünglich wollte ich ein klassisches Rennrad, allerdings habe ich mich nach Überlegung doch für ein Cyclocross Rad entschieden. Ich möchte das Fahrrad dennoch als Rennrad auf der Starße nutzen. Außerdem habe ich mich gegen ein Fahrrad aus dem lokalen Fahrradfachgeschäft entschieden und für ein Fahrrad beim Versender Canyon. Was sind die Gründe für meine Kaufentscheidung und wie zufrieden bin ich mit dem Canyon Inflite 5?

Canyon Inflite 5 - 2021


Vorab zum Artikel:
Falls hier irgendwelche Zweifel aufkommen: Das Canyon Inflite 5 habe ich von meinem eigenen Geld bezahlt.
Im ersten Teil des Artikels geht es um das Inflite selbst, weiter unten gehe ich auf meine Kaufentscheidung und insbesondere die möglichen Alternativen ein.

Aufbau - Montage eines Canyon Fahrrads

In der Vergangenheit hatte ich bereits Fahrräder aus dem Internet bestellt und selber (end-)montiert. Erfahrungen hatte ich bereits mit kleinen und auch mit großen Online-Shops, aber noch nie mit Canyon. Als Hersteller hat Canyon entschieden nur einen einzige Vertriebsweg zu nutzen: Das Internet. Daher gibt es auch keine Modelle der Koblenzer in Fachgeschäften. Probefahrten sind ausschließlich im eigenen Showroom in Koblenz. Das Unternehmen spart auf diese Weise Zwischenhändler und kann so, durch das gesamte Sortiment, ein sehr gutes Preis-Leistungsverhätnis anbieten.
Aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen mit Versand-Fahrrädern habe ich den Kauf gewagt. Im Zweifel wollte ich vom 30-tägigen Rückgaberecht Gebrauch machen.

Bikeguard von Canyon


Das Canyon kommt in einem großen Karton, man kennt dies von anderen Versendern. Canyon nennt dies den BikeGuard, speziell entwickelt für den Versand der Räder. In der Tat wirkt die Verpackung im Innern recht durchdacht. Enthalten ist neben dem Fahrrad eine kleine Box mit Anleitung, Werkzeug und Zubehör, unter anderem ein Drehmomentschlüssel mit einer Aufnahme für normale Bits. Der Drehmomentschlüssel ist sicherlich eher als einfach zu bezeichnen. Er ist nicht in der typischen Ratschen-Form wie man es so kennt. Dennoch finde ich, dass er eine riesige Hilfe beim Aufbau ist. Zumal ich etwas vergleichbares bisher noch nie bei einem Fahrrad mitgeliefert bekommen habe.

Was muss für den Aufbau gemacht werden? Ganz einfach: Lenker montieren, Sattel inkl. Sattelstütze einschieben und verschrauben, Vorderrad einbauen und Pedale verschrauben (diese werden typischerweise nicht mitgeliefert).
Den BikeGuard sollte man anschließend inkl. aller Befestigungsbänder und Transportsicherungen gut verstauen für den Fall eines Rückversands. Auch im Garantiefall sollte der mitgelieferte Karton verwendet werden.


Insgesamt denke ich sollte man zwischen 30 und 60 Minuten einplanen für das Unboxing und den Aufbau. Die meiste Zeit war ich mit der korrekten Einstellung von Sattel und Lenker beschäftigt. Dies werde ich jedoch in den nächsten Tagen häufiger nachjustieren, bis ich die für mich ideale Einstellung gefunden habe.

Canyon Torque Wrench


Das Erlebnis ein Canyon Fahrrad ist im Grunde genommen vergleichbar mit anderen Versandrädern. Aus meiner Sicht also nichts wirklich besonderes. Der Drehmomentschlüssel und die beigelegte Montagepaste ist unüblich für Versandräder - daher möchte ich das auch nochmal positiv hervorheben. 

Erster Eindruck vom Inflite

Als das Canyon erfolgreich montiert war und ich so ungefähr alles auf mich abgestimmt habe wurde eine ca. 10 Kilometer Runde um den Block gedreht um alles zu testen. Dabei habe ich den Lenker und Sattel nochmals nachgebessert. Das erfreuliche ist, Bremsen und Schaltung sind perfekt eingestellt. Hier ist kein nachjustieren notwendig. Die Bremsen sind knackig, aber nicht zu aggressiv.
In jedem Fall ist das Canyon verdammt leicht. Es wiegt nur 8,8 Kilogramm. Mein Fuji Touring ist vermutlich fast doppelt so schwer. Den Unterschied merkt man sofort. Man spürt auch wie agil dieses Fahrrad ist. An den kurzen Vorbau und die sehr sportliche Sitzposition werde ich mich gewöhnen müssen, inbsesondere bei der ersten Fahr im Wiegetritt kriegt man erstmal einen kleinen Schreck.
Das Fahrrad fährt sich schnell und lenkt sehr direkt. Dagegen ist mein Fuji Touring beinahe schwergängig.
Die montierten Reifen sind Schwalbe X-One Allround in 33mm Breite. Die Reifen sind auf Asphalt recht Laut, aber laufen ganz gut. ich werde schauen wie lange die Reifen halten und diese dann gegen gute Starßenreifen austauschen.

Was habe ich geändert?

Eigentlich möchte ich dieses Fahrrad nahezu im Originalzustand fahren und nicht so stark individualisieren wie meine anderen Fahrräder. Allerdings habe ich nach studieren der Geometrietabellen festgestellt, dass ich auf dem Rahmen eine recht hohe Sattelüberhöhung haben werde. Daher habe ich gleichzeitig zum Fahrrad einen alternativen Vorbau mit steilerer Neigung bestellt. Der Original-Vorbau hat eine 6 Grad Neigung nach unten und ist 80mm lang. Ich habe mich für einen Vorbau mit 17 Grad Neigung (nach oben montiert) mit 90 mm Länge entschieden. Dadurch fällt die Überhöhung nicht ganz so extrem aus. Bei Bedarf werde ich später den Vorbau zurückwechseln. Vom längeren Vorbau verspreche ich mir ein etwas weniger flattriges (Cyclocross-typisches) Fahrgefühl. Immerhin möchte ich das Fahrrad primär auf der Straße fahren.

ACHTUNG: Canyon verwendet die eher untypische Gabelschaftklemmung von 1 1/4 Zoll. Eher normal ist das Maß 1 1/8 Zoll. Das sollte man beim Kauf eines Vorbaus für Canyon (und übrigens auch bei Giant) beachten.

Außerdem habe ich zwei Flaschenhalter, eine Garmin-Halterung (inkl. Lampenhalter), eine Klingel (ohne Klingel fühle ich mich einfach nicht wohl) und eine Minipumpe montiert.
Später kommt noch eine Satteltasche dazu, damit ich auch einen Ersatzschlauch und ein Multitool mitnehmen kann.
Der Original Sattel von Selle Italia (Model X?) passt nicht so recht zu meinem Körper, daher werde ich diesen vermutlich auch irgendwann ändern. Zu Beginn versuche ich es jedoch ein paar Touren.

Das erste mal kein Shimano: SRAM Apex 1 im Einsatz

Bei dem Punkt hatte ich wirklich mit die meisten Bedenken. Ich bin bisher ausschließlich Shimano Antriebsgruppen gefahren. Ich kannte SRAM bisher nur von Testberichten und Youtube-Videos. Ich war sehr gespannt was sich konkret ändert und wie ich persönlich damit klar komme.
APEX ist bei SRAM eher eine Einsteigergruppe. Daher ist der Vergleich zu meiner Shimano Sora am Fuji Touring vermutlich vergleichbar.
Auf der ersten Fahrt war das Gefühl etwas ungewohnt, ich habe mich jedoch sehr schnell an das neue System gewöhnt. Schalten wird mit dem gleichen Hebel gemacht. Hoch schalten ist ein Klick, runter Schalten zwei (oder mehr Klicks).
Toll finde ich übrigens die Bremsen. Endlich, nach drei Jahren fahre ich wieder ein Fahrrad mit hydraulischen Scheibenbremsen. Ich erhoffe mir davon weniger Wartungsaufwand und insbesondere bei Nässe ein etwas besseres Bremsgefühl.

Warum das Canyon Inflite 5?

Fuji Touring vs. Canyon Inflite


Wie schon zu Beginn des Artikels angesprochen wollte ich ursprünglich ein reines Rennrad. Es gab einige Alternativen die ich betrachtet habe. Das Canyon Endurace, das Cube Attain, das Rose PRO SL DISC und auch das Radon R1 Disc standen auch meiner Liste. Später - als Cyclo Cross Räder in den Auswahl gerückt sind stand sowohl das Cube Cross Race, das Giant TCX SLR und das Canyon Inflite 5 zur Wahl.

Alle hier genannten Endurance Rennräder haben grundsätzlich die Einschränkung das offiziell nur Reifen bis 30 mm Breite unterstützt werden. Ich wollte mir jedoch die Möglichkeit offen halten evtl. breitere Reifen fahren zu können. Einige Hersteller geben offiziell die maximal mögliche Reifenbreite an. Einige habe ich befragt.
Eine weitere Anforderung war, dass ich unter 9,5 kg, besser noch unter 9 kg bleiben wollte. Dadurch sind natürlich ebenfalls einige Modelle aus der Auswahl verschwunden.
Außerdem wollte ich hydraulische Scheibenbremsen.

Liste der Anforderungen:

  • Sportliche Geometrie
  • Gewicht < 9 Kilogramm (im Zweifel gehen auch 9,5 kg)
  • Reifenbreite sollte mit 32mm offiziell unterstützt sein
  • hydraulische Scheibenbremse

In der Vergangenheit hatte ich bereits sehr gute Erfahrungen mit Cube gemacht. Immerhin hatten wir in den letzten Jahren innerhalb der Familie bereits 4 Fahrräder von Cube und ich bin von der Qualität und Preis-Leistung überzeugt. Leider ist es so, dass ich mit meinem Körper bei Cube Rennrädern und inbesondere dem Cube Cross Race ziemlich zwischen der Rahmgröße 53 und 56 stand. Irgendwie hätte das womöglich funktioniert, aber ich hatte große Bedenken. Womöglich hätte eine Probefahrt geholfen, leider waren die fraglichen Rahmen nirgendwo in meiner näheren Umgebung verfügbar. Ein weiterer Punkt ist, dass Cube nie auf meine Anfrage zur maximalen Reifenbreite beim Attain-Rahmen geantwortet hat. Daher war ich unsicher was dies betrifft.

Das Radon R1 ist wenn man die Ausstattung berücksichtigt ein tolles Fahrrad. Es ist sehr sportlich. Aus meiner Sicht sportlicher als viele andere Endurance Rennräder. Allerdings hatte ich in der Vergangenheit merkwürdigen Kontakt zum Radon Service und wollte daher erstmal Abstand von dem Hersteller nehmen. Womöglich mache ich in einigen Jahren einen neuen Anlauf.

Das Giant, ebenfalls eher ein Cyclocross-Rad, hat leider nur Semi-Hydraulische Bremsen. Das heißt, ein klassischer Bremszug geht bis zum Bremskörper und wird dort auf ein Hydraulik-System "übersetzt" (ist vermutlich nicht das richtige Wort). Leider vermute ich hier, dass ich die Nachteile der mechanischen Bremse weiterhin haben werde. Daher habe ich Abstand von Giant genommen. Zumal andere Hersteller zeigen, dass man in dieser Preisklasse auch (voll-)hydraulische Bremsen verbauen kann.

Das Rose ist ebenfalls ein tolles Fahrrad. Es war meine B-Variante. Das heißt, wenn es mit dem Canyon Inflite nicht gepasst hätte, dann wäre es wohl das Rose geworden. Leider ist auch hier die maximale Reifenbreite der limitierende Faktor.

Bei meiner Entscheidung vorab habe ich viele Geometrietabellen und Ausstattungslisten verglichen. Ich habe auch Testberichte gelesen und durch Foren gestöbert.
Schlussendlich bin ich immer wieder beim Canyon Inflite gelandet. Das Preis-Leistungsverhätnis passt bei dem Rad und mir gefällt es optisch sehr gut. Daher habe ich genau dieses Fahrrad bestellt.

Unterschied Cyclocross vs. Rennrad vs. Gravel-Bike bei meiner Entscheidung

Über dieses Thema könnte ich natürlich einen eigenen Artikel verfassen, weil es einfach so umfangreich ist, aber um ehrlich zu sein gibt es dazu genug Lesestoff im Netz. Daher will ich primär auf die für mich entscheidenden Unterschiede eingehen.
Wenn man ein Rennrad sucht um auch mal mit breiteren Reifen fahren will, dann kommt man natürlich auch auf die Gattung der Gravel-Bikes. Seit einigen Jahren boomen Gravel-Bikes und verdrängen zunehmend Endurance und Einsteiger Rennräder, aber auch die typischen MTB-Tourenfahrer werden von Gravel-Bikes angelockt. Gravel-Räder sind vielseitig und komfortabel - sie sind echte Alleskönner.

Ich wollte jedoch ursprünglich - wie zu Beginn erwähnt - ein klassisches Rennrad. Weil ich zu 95% auf Aspahlt und anderen befestigten Wegen unterwegs bin, gleichzeitig wollte ich ein sehr sportliches und leichtes Fahrrad. Vielseitigkeit, Bikepacking und gemütliches Kilometerfressen standen für mich nicht im Vordergrund. Dafür habe ich mein Fuji Touring, mit dem ich sehr zufrieden bin.

Es gibt natürlich auch sehr sportliche und gut ausgestattete Gravel-Bikes, diese waren jedoch über meinem Budget. Das Rose Backroad AL ist eine Alternative welche mir zu spät aufgefallen ist - nämlich als die Entscheidung für das Inflite getrofen war. Ansonsten wäre dies evtl. auch in meine Auswahl gerückt.
Dennoch wollte ich mir die Möglichkeit offen halten für schlechte Wege durch den Wald und breite Reifen.
Daher erschien (und das denke ich noch immer) ein Cyclocross-Rad als bester Kompromiss. Die meiste Zeit möchte ich das Fahrrad dennoch mit reiner Straßenbereifung als Rennrad fahren.

Canyon Inflite 5 als Rennrad

Aktuell habe ich noch Cross-Reifen auf dem Inflite montiert, daher kann ich dazu aktuell noch nicht viel sagen. Ich werde dieses Kapitel jedoch ergänzen sobald ich das Fahrrad mehr gefahren bin.

21 August 2020

Was tun bei einem Platten? Die beste Fahrradpumpe für unterwegs


Auf einer langen Tour plötzlich ein Zischen, ein Knall oder plötzlich ein extrem schwergängiges Fahrrad. Ein Blick auf die Reifen verrät meist schon wo das Problem liegt. Vielleicht habt ihr eine Glasscherbe unglücklich getroffen oder seid durch einen spitzen Stein gefahren. Wenn ihr einen platten Reifen habt, dann hilft nur eins. Schlauch wechseln oder direkt flicken. 
Das kennt wohl jeder Radfahrer mit klassischem Falt- oder Draht-Reifen mit Schlauch, Tubeless-Fahrer evtl. nicht so.

Fahrrad Mini-Pumpen


Für das Pumpen unterwegs gib es grundsätzlich zwei unterschiedliche Systeme. Einmal klassische Handpumpen - natürlich in sehr kleiner Form - und auf der anderen Seite gibt es sogenante CO²-Pumpen. Bei diesen wird jedoch zusätzlich noch eine entsprechende Gas-Kartusche benötigt. Weiter unten gehe ich im Detail auf die Unterschiede und auf die Vor- und Nachteile ein.

Was ist besser und welche Luftpumpe brauche ich?

Der Zubehörmarkt bietet eine unendlich große Auswahl an Pumpen. Gefühlt hat jeder Discounter zweimal im Jahr eine Auswahl an (Mini) Pumpen im Angebot. Decathlon und Konsorten vertreiben ebenfalls ihre eigenen Pumpen. Zusätzlich hat jeder größere Hersteller von Fahrradzuböhr seine eigenen Pumpen. Bei Amazon und anderen großen Handelsplattformen bekommt man außerdem eine große Auswahl an Fahrradpumpen aus Fernost.

Schlauch direkt wechseln oder doch flicken?

Diese Frage ist vermutlich nur für Fahrer von Reifen mit Schlauch interessant. Tubelessfahrer können beruhigt weiterscrollen.
Ich mache es meist so, dass ich unterwegs den Schlauch einfach wechsel, denn ich habe immer einen Ersatzschlauch in der Satteltasche. So erspare ich mir das suchen des Defekts und den anschließenden Prozess des Flickens. 
Das demontieren vom alten Schlauch müsst ihr zu 90% ohnehin erledigen. Ihr spart euch quasi keinen Arbeitsschritt, wenn ihr Vor Ort flickt. Andererseits kann das hektische flicken jedoch nervenaufreibend und stressig sein. Daher würde ich empfehlen: Nehmt lieber einen Ersatzschlauch - auf Mehrtagestouren vielleicht sogar zwei Schläuche - mit.
Den defekten Schlauch flicke ich meist in Ruhe zu Hause. Da habe ich mehr Zeit und Ruhe für solche Dinge. Anschließend kann der geflickte Schlauch entweder zurückgewechselt werden oder alternativ in der Satteltasche als Reserveschlauch benutzt werden. Das heißt, ein defekter Schlauch muss auch nicht direkt in den Müll wandern.

Welche ist die beste Pumpe für unterwegs?

Auf einer Tour mit begrenztem Gepäck bieten sich eigentlich nur zwei Alternativen and: Minipumpen oder CO²-Pumpen an. Beides hat Vor- und Nachteile. Eine Minipumpe ist meist günstiger und ist dank einer Rahmenhalterung oft ebenfalls gut zu verstauen. Ein Nachteil ist jedoch, dass es häufig sehr anstrengend ist und man sich beinahe regelrecht "tot-pumpt" um ein gewisses Volumen in einen Fahrradreifen zu bekommen. Auf der anderen Seite sind die CO²-Pumpen - diese sind sehr kompakt und leicht. Ein Reifen kann damit ohne Anstrengung in sehr kurzer Zeit aufgepumpt werden. Diese haben jedoch den großen Nachteil, dass die Kartuschen nachgekauft werden müssen. Dadurch sind diese deutlich teurer.
Ich habe hierzu nochmal in Stichpunkten die jeweiligen Vor- und Nachteile von den unterschiedlichen Pumpen aufgelistet.

Eigenschaften von (Mini)-Pumpen:

Vorteile:

  • geringes Gewicht
  • in der Regel ist eine passende Rahmenhalterung enthalten
  • kein Nachkaufen / Auswechseln von Kartuschen notwendig
  • kann nicht leer sein
  • extrem kleine Pumpen passen auch in eine Satteltasche
  • langfristig gesehen ist eine herkömmliche Pumpe günstiger aus CO²

Nachteile:

  • bei hohem Reifenvolumen oder großem Druck ist es sehr aufwendig zu pumpen
  • Zeitintensiv
  • Einige Minipumpen sind nicht für hohen Druck von Rennradreifen geeignet (für den Notfall reicht es meist dennoch um zumindest bis ans Ziel zu kommen)

Eigenschaften von CO²-Pumpen:

Vorteile:

  • Sie benötigen wenig Platz und passen in jede Sattel- oder Trikottasche
  • Die Luft wird sehr schnell in den Reifen gepumpt
  • Ideal für Wettkämpfe

Nachteile:

  • Ist die Kartusche leer, kann nicht mehr nachgepumpt werden.
  • Die notwendigen CO²-Patronen / Kartuschen sind recht teuer, in jedem Fall entstehen jedoch Folgekosten
  • Aufwendige Entsorgung der CO²kapseln über den Wertstoffhof bzw. Abfallwirtschaftsbetrieb, denn die Patronen sind Altmetall

Für mich persönlich sind die Nachteile der CO²-Pumpen zu störend und daher habe ich entschieden ausschließlich herkömmliche Pumpen zu verwenden. Allerdings verstehe ich den Zweck dieser Pumpen und kann nachvollziehen das sie für manche Fahrer einfach die bessere Alternative sind. 

Empfehlenswerte Mini-Pumpen für Unterwegs

Ich habe in den letzten Jahren verschiedene Minipumpen getestet und auch im täglichen Einsatz verwendet. Einige möchte ich hier nennen.

Turbo Morph G von Topeak

Turbo Morph G

Meine absolute Lieblingspumpe ist die Topeak Turbo Morph G. Diese Pumpe ist eine Mini-Standpumpe mit Manometer. Außerdem kann man sie an den Rahmen befestigen. Mit wenige Handgriffen kann man außerdem zwischen den unterschiedlichen Ventilarten, also zwischen Auto-Ventil und dem Französischem, wechseln.
Ich benutze diese Pumpe nun bereits seit etwa 3 Jahren und habe diese meist täglich bei mir. Die Pumpe ist etwas größer als die meisten Minipumpen. Der Vorteil dadurch ist, dass es nicht ganz so fummelig und aufwendig ist wie bei den ganz kleinen. Außerdem ist an der Pumpe, wie bei allen Standpumpen üblich, ein Schlauch angeschlossen. Es ist unheimlich entspannter wenn man die Pumpe nicht permanent gegen das Ventil drücken muss. Vom Handling ist diese Pumpe jeder mir bekannten Minipumpe überlegen. Allerdings ist diese Minipumpe nicht so "mini" wie viele andere Pumpen. Außerdem ist die Luftpumpe auch nicht ganz billig. Diese Nachteile sind vermutlich nicht ganz irrelevant. Daher habe ich als Alternative noch eine weitere Pumpe.

Topeak Pocket Rocket

Topeak Pocket Rocket

Als "echte" Minipumpe kann ich die Topeak Pocket Rocket empfehlen. Laut dem Hersteller immerhin die Meistverkaufte Pumpe von Topeak. Dies ist eine echte Mini-Pumpe, sie ist super klein, leicht und kompakt. Das wechseln der Ventilarten klappt auf die gleiche Art wie bei der Turbo Morph G. Allerdings ist das Pumpen insgesamt etwas fummeliger. Laut Topeak kann die Pumpe bis zu 11 Bar pumpen und ist daher auch für Rennräder geeignet. Ich ziehe die Pocket Rocket der Turbo Morph G vor, wenn es aufs letzte Gramm ankommt und ohnehin nicht viel Platz auf dem Fahrrad ist.

Discounter Mini-Pumpe

Discounter Pumpe

An meinem Bastelrad bzw. Bahnhofsrad habe ich häufig eine einfache Minipumpe aus dem Discounter dabei. Ich mag diese Pumpe, denn ich kann die verschiedenen Ventilarten ohne fummeligen Umbau pumpen und sie nimmt nicht viel Platz weg. Diese Luftpumpe besitze ich schon viele Jahre und kann mich gar nicht mehr erinnern wo ich diese her habe. Kürzlich habe ich jedoch ein optisch Baugleiches Modell bei Kaufland gesehen. Lediglich der Aufdruck war ein anderer. Daher bin ich mir sicher dass es diese Pumpe noch gibt. 
Ich bin grundsätzlich sowieso der Meinung, dass das Fahrradzubehör bei den Discountern eine ordentliche Qualität hat. (Dazu werde ich evtl. auch mal einen eigenen Artikel anfertigen)

Fernost Mini-Pumpe

China Pumpe

Eine weitere Pumpe die ich noch besitze ist eine billige China-Pumpe von Amazon. Diese finde ich nicht so toll. Weil ich diese als fummelig und frickelig empfinde. Es ist extrem nervig damit einen Reifen zu pumpen. Ich habe dabei bereits einiges an nerven verloren. Daher nutze ich im Grunde genommen nur die Halterung für die Topeak Pocket Rocket, weil diese fast den identischen Durchmesser hat (ein wenig Isolierband hat für den Rest geholfen). Den Original Topeakhalter habe ich leider verloren.
Ich werde die Pumpe bewusst nicht verlinken, weil ich aktuell keine Empfehlung aussprechen kann.
Die Moral von der Geschichte? Kauft euch lieber eine gute Minipumpe oder eine die ihr zumindest mal im Laden in die Hand nehmen könnt. Das Fernost Billig-Zeug muss nicht schlecht sein, aber ich habe auch noch nicht durchgehend gute Erfahrungen damit gemacht.

Weitere Speziallösung: Nigrin Reifen-Dicht

In meiner Kellerwerkstatt bin ich auf eine weitere Möglichkeit für Unterwegs gestoßen. Reifen-Dicht von Nigrin. Ich habe dies noch nicht getestet, aber es soll den Reifen zumindest für die Weiterfahrt "flicken" und aufpumpen in einem Arbeitsschritt. Von der Sache klingt das OK, aber ich habe es wie gesagt noch nicht getestet und kann daher keine Empfehlung aussprechen.
Vielleicht nehme ich die Dose bei den nächsten Fahrten mal mit.

Ersetzt eine Minipumpe auch eine größere stationäre Pumpe?

Ich kenne einige Radler die lediglich eine Minipumpe besitzen und sonst nichts. Für mich wäre das nichts und ich würde dies auch nicht empfehlen. Mini-Pumpen besitzen grundsätzlich nicht den Komfort einer guten Standpumpe oder eines Kompressors. Außerdem haben nur die wenigstens dieser Luftpumpen eine Druckanzeige. Ich besitze daher noch eine gute Standpumpe die Topeak Joeblow Sport auch seit einigen Jahren und bin mit dieser sehr zufrieden. 

Wie macht ihr das?
Welche Pumpen könnt ihr empfehlen? Schreib es mir in die Kommentare.

26 Juni 2020

Die 10 besten Strava Erweiterungen - Websites, Apps & Browser-Addons


Strava, das Facebook für Sportler, ein soziales Netzwerk in denen Sportler ihre Fahrten, Läufe und sonstige sportlichen Leistungen hochladen können und sich so gegen Sportler aus der ganzen Welt messen können. Das macht Spaß und man kann regelrecht Strava-Süchtig werden.

Strava Mitgliedschaft, das neue Bezahlmodell!


Nachdem Strava leider einige bisher kostenlose Funktionen in das neue kostenpflichtige Programm Strava Mitgliedschaft (ja, das ist wirklich der Name) verschoben hat musste ich mich nochmal eingehend mit den Funktionen beschäftigen. Braucht man nun die kostenpflichtige Variante um Strava noch ordentlich nutzen zu können?
Meine Antwort: Nein, eine kostenpflichtige Mitgliedschaft ist aus meiner Sicht nicht zwingend notwendig. Ihr müsst Strava aber auch nicht sofort den Rücken kehren. Das sozial Netzwerk ist weiterhin nutzbar, allerdings sind einige Features limitiert oder gestrichen worden. Dazu weiter unten mehr.

Es gibt glücklicherweise einige kostenlose Erweiterungen und Dienste die Strava massiv aufwerten. Die besten will ich in diesem Artikel auflisten und erklären.
Die meisten Erweiterungen sind für den Browser, es gibt jedoch auch einige externe Websites die, wenn der Strava-User es erlaubt, auf die Daten von Strava zugreifen kann.
Außerdem gibt es einige Smartphone-Apps die mit dem eigenen Strava-Account verbunden werden können. Ich habe sehr viele getestet und ausprobiert und die in meinen Augen besten für diesen Artikel zusammengetragen.

Die besten Strava Erweiterungen

Hier findet ihr die besten Erweiterungen für Strava. Es gibt verschiedene Arten von Erweiterungen für Strava. Einige Anbieter betreiben eine externe Website die mit Hilfe der Strava-Daten neue verbesserte Statistiken generiert oder eure Leistungen auf eine bestimmte Weise visualisieren.

Webseiten

Die folgenden Websites lassen sich mit dem eigenen Strava-Account koppeln und bieten einen positiven Mehrwert. Dazu lesen diese Seiten eure eigenen Strava-Leistungsdaten aus eurem Account aus und erstellen daraus dann eigene Statistiken.

kom.club - Versteckte Strava Herausforderungen entdecken


Strava Herausforderungen sind sehr motivierend. Wenn ihr eine Herausforderung in Strava erfolgreich abschließt, dann erhaltet ihr ein Abzeichen, welches in eurem Profil sichtbar wird. Einige der Herausforderungen sind mit Gewinnspielen oder Gutscheinen bestimmter Anbieter verbunden. Wenn ihr also die Challenge erfolgreich abschließt, dann erhaltet ihr häufig einen Gutschein in einem Online-Shop. Viele Herausforderungen sind daher jedoch Regionsabhängig, das heißt ihr könnt in eurem Strava Account keine Herausforderungen finden die zum Beispiel für Japan angeboten werden.
Wenn es euch also nur darum geht die Abzeichen zu sammeln, dann könnt ihr leider nicht auf alle Herausforderungen zugreifen.
Auf der Seite kom.club werden weltweit sehr viele (vielleicht sogar alle) Herausforderungen gesammelt. Vom kom.club heraus könnt ihr einfach via Deeplink viele andere Herausforderungen finden und absolvieren.
Übrigens ist es bei kom.club nicht zwingend notwendig, den eigenen Account zu koppeln und somit die eigenen Daten freizugeben. Daher sehe ich kom.club auch Datenschutztechnisch absolut unkritisch.

Toolbox For Strava


Die Website Toolbox For Strava erstellt Statistiken in denen man sich mit anderen Strava-Benutzern vergleichen kann. Wie zum Beispiel Gesamtkilometer oder Statistiken über KOMs. Die Seite ist interessant, weil man ungefähr sieht wo man Leistungstechnisch selbst innerhalb der Strava-Community steht. Allerdings werden nur Strava User ausgewertet, die auch "Toolbox For Strava" nutzen.
Die Statistiken und Ranglisten wirken für viele motivierend. Außerdem ist es schön zu sehen "wo man steht".

VeloViewer

Auch VeloViewer darf hier in meiner Liste nicht fehlen. VeloViewer ist super praktisch und sehr mächtig. Hiermit könnt ihr eure Fahrten detailliert auswerten. Es bietet aber auch einige nette Spielereien, unter anderem könnt ihr euch eine 3D-Ansicht eurer Tour anzeigen lassen. Diese Seite ist wirklich sehr umfangreich und ist jedem "Zahlenfreak" wärmstens empfohlen. Leider ist der Umfang der freien Version ziemlich eingeschränkt. Um Also VeloViewer in ganzer Pracht genießen zu können sollte man sich die Pro-Version gönnen.

StatsHunters


Auch Statshunters bietet viele interessante Statistiken und Heatmaps. Außerdem kann man auf der Seite diverse Badges (ähnlich den Strava Herausforderungen) sammeln, was die Motivation deutlich erhöhen kann. Die Statistiken sind hier sehr gut auswertbar. Beispielsweise lässt sich die Fahrleistung monatsweise mit den Vorjahren vergleichen. Oder ihr seht wie sich eure Leistungen verändern je nachdem welches eurer Fahrräder ihr verwendet. (wenn ihr das bei Strava pflegt)
Bei Strava selbst könnt ihr nur die jeweilige Laufleistung erkennen.

Flink


Eine Seite dich ich erst kürzlich fand ist flink.run. Hier habt ihr weitere Analyse- und Exportmöglichkeiten. Ihr könnt beispielsweise alle eure Fahrten als Excel- oder CSV-Datei exportieren. Auf diese Weise könntet ihr eure Daten effektiv in einem Tabellenkalkulations-Programm analysieren.
Ein weiteres Feature ist die Funktion eure Strava-Aktivitäten nach dem Upload automatisch zu verändern. Ihr könnt so den Titel oder die Beschreibung verändern. Beispielsweise könnt ihr Wetterinformationen hinzufügen, oder den Startort.

Browser Extensions

Dies sind Erweiterungen für den Browser. Meist manipulieren diese die Strava-Website in eurem Browser. Dadurch wird der Funktionsumfang von Strava erweitert. Ähnlich arbeiten AdBlocker. Momentan gibt es aus meiner Sicht nur eine empfehlenswerte Erweiterung für Browser die wirklich einen Mehrwert bietet.

Elevate for Strava (früher Stravistix)

Diese Browsererweiterung (für Chrome) ist sehr cool. Hier lassen sich eure sportlichen Leistungen in Graphen visualisieren.
Unter anderem könnt ihr auch eure Leistungen mit den Vorjahren vergleichen. Das ist interessant.
Elevate for Strava integriert sich nicht in die Strava-Seite sondern hat beinahe eine eigene App im Browser. Das Tool ist sehr umfangreich und ein echter Mehrwert für Strava-User.

Smartphone Apps

Neben der offiziellen Strava App für iOS oder Android gibt es weitere Apps, von Drittanbietern die ähnlich wie die oben genannten Erweiterungen auf euren Account zugreifen können, wenn ihr dies erlaubt. Dadurch wollen auch diese Apps einen Mehrwert bieten. Die folgenden Apps finde ich persönlich sinnvoll.

ProBikeGarage

In Strava könnt ihr bereits die Laufleistung eurer Ausrüstung, primär eure Fahrräder tracken. So seht ihr beispielsweise wie viele Kilometer ihr mit welchem Fahrrad gefahren seid. Das ist manchmal praktisch. Wenn ihr das noch weiter treiben wollt, dann nehmt ihr die App ProBikeGarage. Mit dieser könnt ihr auch eure Komponenten tracken. Insbesondere ist das für Verschleißteile interessant. Die App kann euch informieren, wenn der Wechsel von beispielsweise euren Bremsbelägen oder Reifen fällig werden, indem ihr eine Benachrichtigung auf euer Smartphone erhaltet. Wenn ihr ein Verschleißteil austauscht, dann könnt ihr dies in der App hinterlegen. Diese App nutze ich bereits recht lange und finde sie wirklich toll. Insbesondere, weil ich Strava auch primär als Kilometer-Logbuch für meine Fahrräder nutze.

Bikelog


Eine weitere tolle App ist Bikelog. Diese Smartphone-App erstellt nette Statistiken und visualisiert diese für euch. Außerdem erstellt die App euch Heatmaps für eure gefahrenen Fahrten auf einer Karte. Ihr könnt hier außerdem praktisch auf alle Bilder zugreifen die ihr mit euren gespeicherten Fahrten verknüpft habt. Bikelog ist sowohl für Android als auch für iOS verfügbar.

Relive

Mit dieser App könnt ihr aus den Daten eurer Fahrt einen kleinen Videoclip generieren. Ihr könnt zusätzlich geknipste Bilder und Videos mit einfügen. Das sieht insgesamt gar nicht mal so schlecht aus. Relive ist aktuell zwar keine Strava Erweiterung, aber das war es mal. Strava hat jedoch leider entschieden die Zusammenarbeit mit Relive zu beenden. Das heißt eine direkte Nutzung von einem Strava-Account heraus ist nicht möglich. Allerdings habt ihr die Möglichkeit Relive mit anderen Diensten zu koppeln, wie zum Beispiel Garmin Connect. Alternativ könnt ihr ein GPX-File eurer Fahrt direkt bei Relive hochladen und euch so einen animierten Film eurer Fahrt anschauen. Aus diesem Grund wollte ich Relive dennoch in der Liste mit aufführen.

Velographic for Strava

Dies ist eine App mit der ihr nette Grafiken über ein Foto legen könnt. Damit meine ich einmal eure gefahrene Route als Linie und die wichtigsten Statistiken eurer Tour, wie zum Beispiel die gefahrene Distanz, eure Zeit und die Höhenmeter. Diese Grafiken sind sicher interessant und nett zum Angeben bei den Freunden oder in Sozialen Netzwerken. In jedem Fall macht es Spaß diese Bilder zu erstellen.

Vorgeschichte

Strava hat vor ungefähr anderthalb Jahren Strava Premium durch Strava Summit ersetzt. Der Vorteil von Strava Summit war, dass man verschiedene Pakete zur Verfügung hatte. Das heißt für Sportler die nur trainieren wollten gab es ein zugeschnittenes Trainingspaket. Ein anderes Paket hat den Zugriff auf Dinge wie Live Segmente freischaltet. Wenn man alle drei Pakete gleichzeitig gebucht hat, dann kam man auf den geichen Preis von ungefähr 60 Euro jährlich (bei monatlicher Zahlweise waren die Pakete teurer).
Das Modell Strava Summit war meines Erachtens perfekt, denn jeder konnte genau das Paket buchen was er wollte. Offensichtlich war dies aber nicht profitabel genug, denn nun hat Strava auch das Bezahlmodell Summit abgeschafft und nennt es nun Strava Mitgliedschaft. Etwas verwirrend, weil meines Erachtens ja irgendwie jeder Benutzer auch ein Mitglied ist.
Jedenfalls hat Strava einige bisher kostenlose Funktionen wie den Routenplaner und vollständige Bestenlisten von Segmenten in die kostenpflichtige Mitgliedschaft verschoben oder für nichtzahlende Mitglieder sehr beschnitten. Das finde ich Schade, ich nutze Strava jedoch weiterhin. Wobei ich für vieles auch auf Garmins Plattform zurückgreife. Die Reports in Garmin sind insgesamt auch sehr umfangreich. Daher werde ich in naher Zukunft auch kein zahlendes Strava Mitglied.

Datenschutzbedenken?

Bedenkt bitte, damit ihr eines dieser Tools (abgesehen von kom.club) nutzen könnt, müsst ihr dem Tool, der Website, der Extension oder der App Zugriff auf euren Account gewähren. Die Anbieter und Entwickler verwenden dann eure Daten um daraus die Funktionalitäten für deren Tools zu generieren. Für den Anwender ist der Prozess (oder auch wer und wo Zugriff auf die Daten hat) oft nicht Transparent.
Manche Tools verlangen sogar schreibenden Zugriff, wie zum Beispiel Garmin, damit eure Fahrten von einem Garmin-Device zu Strava geladen werden können. Seid euch also sicher wem ihr Zugriff gewähren wollt.

Zusammenfassung

Die hier genannten Erweiterungen für Strava sind sicher sehr subjektiv und es sind meine persönlichen Favoriten. Kennt ihr weitere Strava-Erweiterungen? Dann lasst es mich wissen und lasst einen Kommentar hier.

Update vom 02.07.2020: Ich habe flink.run in die Liste aufgenommen.