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26 Juni 2020

Die 10 besten Strava Erweiterungen - Websites, Apps & Browser-Addons


Strava, das Facebook für Sportler, ein soziales Netzwerk in denen Sportler ihre Fahrten, Läufe und sonstige sportlichen Leistungen hochladen können und sich so gegen Sportler aus der ganzen Welt messen können. Das macht Spaß und man kann regelrecht Strava-Süchtig werden.

Strava Mitgliedschaft, das neue Bezahlmodell!


Nachdem Strava leider einige bisher kostenlose Funktionen in das neue kostenpflichtige Programm Strava Mitgliedschaft (ja, das ist wirklich der Name) verschoben hat musste ich mich nochmal eingehend mit den Funktionen beschäftigen. Braucht man nun die kostenpflichtige Variante um Strava noch ordentlich nutzen zu können?
Meine Antwort: Nein, eine kostenpflichtige Mitgliedschaft ist aus meiner Sicht nicht zwingend notwendig. Ihr müsst Strava aber auch nicht sofort den Rücken kehren. Das sozial Netzwerk ist weiterhin nutzbar, allerdings sind einige Features limitiert oder gestrichen worden. Dazu weiter unten mehr.

Es gibt glücklicherweise einige kostenlose Erweiterungen und Dienste die Strava massiv aufwerten. Die besten will ich in diesem Artikel auflisten und erklären.
Die meisten Erweiterungen sind für den Browser, es gibt jedoch auch einige externe Websites die, wenn der Strava-User es erlaubt, auf die Daten von Strava zugreifen kann.
Außerdem gibt es einige Smartphone-Apps die mit dem eigenen Strava-Account verbunden werden können. Ich habe sehr viele getestet und ausprobiert und die in meinen Augen besten für diesen Artikel zusammengetragen.

Die besten Strava Erweiterungen

Hier findet ihr die besten Erweiterungen für Strava. Es gibt verschiedene Arten von Erweiterungen für Strava. Einige Anbieter betreiben eine externe Website die mit Hilfe der Strava-Daten neue verbesserte Statistiken generiert oder eure Leistungen auf eine bestimmte Weise visualisieren.

Webseiten

Die folgenden Websites lassen sich mit dem eigenen Strava-Account koppeln und bieten einen positiven Mehrwert. Dazu lesen diese Seiten eure eigenen Strava-Leistungsdaten aus eurem Account aus und erstellen daraus dann eigene Statistiken.

kom.club - Versteckte Strava Herausforderungen entdecken


Strava Herausforderungen sind sehr motivierend. Wenn ihr eine Herausforderung in Strava erfolgreich abschließt, dann erhaltet ihr ein Abzeichen, welches in eurem Profil sichtbar wird. Einige der Herausforderungen sind mit Gewinnspielen oder Gutscheinen bestimmter Anbieter verbunden. Wenn ihr also die Challenge erfolgreich abschließt, dann erhaltet ihr häufig einen Gutschein in einem Online-Shop. Viele Herausforderungen sind daher jedoch Regionsabhängig, das heißt ihr könnt in eurem Strava Account keine Herausforderungen finden die zum Beispiel für Japan angeboten werden.
Wenn es euch also nur darum geht die Abzeichen zu sammeln, dann könnt ihr leider nicht auf alle Herausforderungen zugreifen.
Auf der Seite kom.club werden weltweit sehr viele (vielleicht sogar alle) Herausforderungen gesammelt. Vom kom.club heraus könnt ihr einfach via Deeplink viele andere Herausforderungen finden und absolvieren.
Übrigens ist es bei kom.club nicht zwingend notwendig, den eigenen Account zu koppeln und somit die eigenen Daten freizugeben. Daher sehe ich kom.club auch Datenschutztechnisch absolut unkritisch.

Toolbox For Strava


Die Website Toolbox For Strava erstellt Statistiken in denen man sich mit anderen Strava-Benutzern vergleichen kann. Wie zum Beispiel Gesamtkilometer oder Statistiken über KOMs. Die Seite ist interessant, weil man ungefähr sieht wo man Leistungstechnisch selbst innerhalb der Strava-Community steht. Allerdings werden nur Strava User ausgewertet, die auch "Toolbox For Strava" nutzen.
Die Statistiken und Ranglisten wirken für viele motivierend. Außerdem ist es schön zu sehen "wo man steht".

VeloViewer

Auch VeloViewer darf hier in meiner Liste nicht fehlen. VeloViewer ist super praktisch und sehr mächtig. Hiermit könnt ihr eure Fahrten detailliert auswerten. Es bietet aber auch einige nette Spielereien, unter anderem könnt ihr euch eine 3D-Ansicht eurer Tour anzeigen lassen. Diese Seite ist wirklich sehr umfangreich und ist jedem "Zahlenfreak" wärmstens empfohlen. Leider ist der Umfang der freien Version ziemlich eingeschränkt. Um Also VeloViewer in ganzer Pracht genießen zu können sollte man sich die Pro-Version gönnen.

StatsHunters


Auch Statshunters bietet viele interessante Statistiken und Heatmaps. Außerdem kann man auf der Seite diverse Badges (ähnlich den Strava Herausforderungen) sammeln, was die Motivation deutlich erhöhen kann. Die Statistiken sind hier sehr gut auswertbar. Beispielsweise lässt sich die Fahrleistung monatsweise mit den Vorjahren vergleichen. Oder ihr seht wie sich eure Leistungen verändern je nachdem welches eurer Fahrräder ihr verwendet. (wenn ihr das bei Strava pflegt)
Bei Strava selbst könnt ihr nur die jeweilige Laufleistung erkennen.

Flink


Eine Seite dich ich erst kürzlich fand ist flink.run. Hier habt ihr weitere Analyse- und Exportmöglichkeiten. Ihr könnt beispielsweise alle eure Fahrten als Excel- oder CSV-Datei exportieren. Auf diese Weise könntet ihr eure Daten effektiv in einem Tabellenkalkulations-Programm analysieren.
Ein weiteres Feature ist die Funktion eure Strava-Aktivitäten nach dem Upload automatisch zu verändern. Ihr könnt so den Titel oder die Beschreibung verändern. Beispielsweise könnt ihr Wetterinformationen hinzufügen, oder den Startort.

Browser Extensions

Dies sind Erweiterungen für den Browser. Meist manipulieren diese die Strava-Website in eurem Browser. Dadurch wird der Funktionsumfang von Strava erweitert. Ähnlich arbeiten AdBlocker. Momentan gibt es aus meiner Sicht nur eine empfehlenswerte Erweiterung für Browser die wirklich einen Mehrwert bietet.

Elevate for Strava (früher Stravistix)

Diese Browsererweiterung (für Chrome) ist sehr cool. Hier lassen sich eure sportlichen Leistungen in Graphen visualisieren.
Unter anderem könnt ihr auch eure Leistungen mit den Vorjahren vergleichen. Das ist interessant.
Elevate for Strava integriert sich nicht in die Strava-Seite sondern hat beinahe eine eigene App im Browser. Das Tool ist sehr umfangreich und ein echter Mehrwert für Strava-User.

Smartphone Apps

Neben der offiziellen Strava App für iOS oder Android gibt es weitere Apps, von Drittanbietern die ähnlich wie die oben genannten Erweiterungen auf euren Account zugreifen können, wenn ihr dies erlaubt. Dadurch wollen auch diese Apps einen Mehrwert bieten. Die folgenden Apps finde ich persönlich sinnvoll.

ProBikeGarage

In Strava könnt ihr bereits die Laufleistung eurer Ausrüstung, primär eure Fahrräder tracken. So seht ihr beispielsweise wie viele Kilometer ihr mit welchem Fahrrad gefahren seid. Das ist manchmal praktisch. Wenn ihr das noch weiter treiben wollt, dann nehmt ihr die App ProBikeGarage. Mit dieser könnt ihr auch eure Komponenten tracken. Insbesondere ist das für Verschleißteile interessant. Die App kann euch informieren, wenn der Wechsel von beispielsweise euren Bremsbelägen oder Reifen fällig werden, indem ihr eine Benachrichtigung auf euer Smartphone erhaltet. Wenn ihr ein Verschleißteil austauscht, dann könnt ihr dies in der App hinterlegen. Diese App nutze ich bereits recht lange und finde sie wirklich toll. Insbesondere, weil ich Strava auch primär als Kilometer-Logbuch für meine Fahrräder nutze.

Bikelog


Eine weitere tolle App ist Bikelog. Diese Smartphone-App erstellt nette Statistiken und visualisiert diese für euch. Außerdem erstellt die App euch Heatmaps für eure gefahrenen Fahrten auf einer Karte. Ihr könnt hier außerdem praktisch auf alle Bilder zugreifen die ihr mit euren gespeicherten Fahrten verknüpft habt. Bikelog ist sowohl für Android als auch für iOS verfügbar.

Relive

Mit dieser App könnt ihr aus den Daten eurer Fahrt einen kleinen Videoclip generieren. Ihr könnt zusätzlich geknipste Bilder und Videos mit einfügen. Das sieht insgesamt gar nicht mal so schlecht aus. Relive ist aktuell zwar keine Strava Erweiterung, aber das war es mal. Strava hat jedoch leider entschieden die Zusammenarbeit mit Relive zu beenden. Das heißt eine direkte Nutzung von einem Strava-Account heraus ist nicht möglich. Allerdings habt ihr die Möglichkeit Relive mit anderen Diensten zu koppeln, wie zum Beispiel Garmin Connect. Alternativ könnt ihr ein GPX-File eurer Fahrt direkt bei Relive hochladen und euch so einen animierten Film eurer Fahrt anschauen. Aus diesem Grund wollte ich Relive dennoch in der Liste mit aufführen.

Velographic for Strava

Dies ist eine App mit der ihr nette Grafiken über ein Foto legen könnt. Damit meine ich einmal eure gefahrene Route als Linie und die wichtigsten Statistiken eurer Tour, wie zum Beispiel die gefahrene Distanz, eure Zeit und die Höhenmeter. Diese Grafiken sind sicher interessant und nett zum Angeben bei den Freunden oder in Sozialen Netzwerken. In jedem Fall macht es Spaß diese Bilder zu erstellen.

Vorgeschichte

Strava hat vor ungefähr anderthalb Jahren Strava Premium durch Strava Summit ersetzt. Der Vorteil von Strava Summit war, dass man verschiedene Pakete zur Verfügung hatte. Das heißt für Sportler die nur trainieren wollten gab es ein zugeschnittenes Trainingspaket. Ein anderes Paket hat den Zugriff auf Dinge wie Live Segmente freischaltet. Wenn man alle drei Pakete gleichzeitig gebucht hat, dann kam man auf den geichen Preis von ungefähr 60 Euro jährlich (bei monatlicher Zahlweise waren die Pakete teurer).
Das Modell Strava Summit war meines Erachtens perfekt, denn jeder konnte genau das Paket buchen was er wollte. Offensichtlich war dies aber nicht profitabel genug, denn nun hat Strava auch das Bezahlmodell Summit abgeschafft und nennt es nun Strava Mitgliedschaft. Etwas verwirrend, weil meines Erachtens ja irgendwie jeder Benutzer auch ein Mitglied ist.
Jedenfalls hat Strava einige bisher kostenlose Funktionen wie den Routenplaner und vollständige Bestenlisten von Segmenten in die kostenpflichtige Mitgliedschaft verschoben oder für nichtzahlende Mitglieder sehr beschnitten. Das finde ich Schade, ich nutze Strava jedoch weiterhin. Wobei ich für vieles auch auf Garmins Plattform zurückgreife. Die Reports in Garmin sind insgesamt auch sehr umfangreich. Daher werde ich in naher Zukunft auch kein zahlendes Strava Mitglied.

Datenschutzbedenken?

Bedenkt bitte, damit ihr eines dieser Tools (abgesehen von kom.club) nutzen könnt, müsst ihr dem Tool, der Website, der Extension oder der App Zugriff auf euren Account gewähren. Die Anbieter und Entwickler verwenden dann eure Daten um daraus die Funktionalitäten für deren Tools zu generieren. Für den Anwender ist der Prozess (oder auch wer und wo Zugriff auf die Daten hat) oft nicht Transparent.
Manche Tools verlangen sogar schreibenden Zugriff, wie zum Beispiel Garmin, damit eure Fahrten von einem Garmin-Device zu Strava geladen werden können. Seid euch also sicher wem ihr Zugriff gewähren wollt.

Zusammenfassung

Die hier genannten Erweiterungen für Strava sind sicher sehr subjektiv und es sind meine persönlichen Favoriten. Kennt ihr weitere Strava-Erweiterungen? Dann lasst es mich wissen und lasst einen Kommentar hier.

Update vom 02.07.2020: Ich habe flink.run in die Liste aufgenommen.

27 Mai 2020

Radpendler: Verschleiß beim Fahrrad (komplette Übersicht)


Das Fahrrad ist aus Kosten-Nutzen-Sicht sicher eines der effizientesten Fahrzeuge. Ganz sicher ist es günstiger als jedes Auto. Dennoch ist es nicht kostenlos. Abgesehen von den Kosten beim Kauf gibt es wie auch beim Auto oder bei jedem anderen Fahrzeug Kosten aufgrund von Verschleiß und Wartung.

Kettenverschleißmessleere - Diese Kette ist noch nicht verschlissen

Mit diesem Artikel möchte ich einen Überblick geben mit welcher Lebenserwartung und mit welchen Kosten jeder bei welchem Verschleißteil rechnen kann. Außerdem will ich erklären warum die meisten Radfahrer dafür nicht die Fachwerkstatt aufsuchen müssen, weil man auch viele Dinge alleine durchführen kann.

Meine eigenen Räder und die Fahrräder meiner Familie habe ich ganz gut im Überblick. Mit Fahrradcomputern wird die Laufleistung recht sauber protokolliert und eventuelle Wartungen von mir in einer Excel-Datei dokumentiert. Ich habe mal den Verschleiß der gängigsten Verschleißteile beim Fahrrad aus meinen Aufzeichnungen zusammengefasst.

Die Werte in diesem Artikel basieren daher nicht auf wissenschaftlichen Tests, sondern auf den Erfahrungen innerhalb meiner Familie und anderen Bekannten, insbesondere von mir. Das bedeutet meine Werte entstanden aus der Erfahrung von mehreren Zehntausenden Kilometern auf dem Fahrrad.

Verschleißteile am Fahrrad

Hier meine Übersicht der Wechselintervalle (Angaben ohne Gewähr):

Verschleißteil
Kosten
Laufleistung (ca. Werte)
Fahrradreifen (Standard)
15 - 40 Euro (pro Reifen)
2.500 - 5.000 km (günstige Standardreifen)
5.000 - 10.000 km (sehr gute Tourenreifen)
Bremsbeläge
5 - 15 Euro
2000 - 5000 km
Kette
10 - 30 Euro
2000 - 6000 km (Kettenschaltung)
Ritzelpaket, Kassette
20 - 50 Euro
10.000 Kilometer
Kettenblatt / Kurbelgarnitur
10 - 100 EUR 
20.000 Kilometer
Fahrradfelge
(Felgenbremse)
Ab 50 Euro - nach oben offen
15.000 - 20.000 Kilometer
(Bei kleineren Laufrädern häufiger)
Schalt- / Bremszüge
15 Euro (inkl. Zughüllen)
Das ist sehr individuell

Alle Werte sind von verschiedenen Faktoren abhängig. Zum einen ist die Fahrweise relevant, ähnlich wie der Spritverbrauch beim Auto, bei sehr ruppiger und sportlicher Fahrweise sind sicherlich kürzere Lebenszeiten der einzelnen Komponenten möglich.
Fahrt ihr eher Vorausschauend, dann werden die Reifen und Bremsen euch dies durch eine höhere Lebensdauer danken.

Auch das Fahrrad selbst spielt eine Rolle. Fahrräder mit kleineren Laufrädern, wie zum Beispiel Falträder haben unter Umständen einen höheren Verschleiß als ein normales Trekkingrad.
Ich beobachte hier einen deutlich höheren Kettenverschleiß. Meine Vermutung ist, dass bei diesen Fahrrädern meist der Antrieb, aufgrund der kleineren Laufräder deutlich näher am Boden liegt. Dadurch wird mehr Dreck in den Antrieb getrieben, dieser Faktor erhöht den Verschleiß.

Ein weiterer Faktor ist das Material. Insbesondere bei Bremsbelägen oder Reifen gibt es verschiedenste Mischungen. Manche sind weicher und manche sind härter. Hier muss man für sich den besten Kompromiss finden.

Bei eigentlich allen Verschleißteilen ist auch die Pflege und der Umgang entscheidend, wie zum Beispiel beim Antrieb.
Die Werte aus der Tabelle sollen kein Wartungskalender / Wartungsleitfaden sein, es handelt sich lediglich um Erfahrungswerte der letzten Jahre meiner verschiedenen Räder. Diese sind jedoch alle sehr individuell und können aufgrund von höherwertigen Materialien oder anderer Pflege länger oder auch kürzer halten.

Wann Reifen wechseln?

Die Reifen sind fast das einzige Verschleißteil bei dem man Pflegetechnisch nicht viel beeinflussen kann. Reifen werden nicht geschmiert, gefettet oder sonst was. Das einzige was man beachten sollte ist der richtige Luftdruck. Wenn man permanent mit zu wenig Druck fährt oder das Fahrrad mit zu wenig Druck lange stehen lässt, dann bilden sich (insbesondere in der Reifenflanke) kleine Risse.
Diese Risse sind grundsätzlich kein Problem, aber wenn diese zu groß werden, dann ist der Reifen geschwächt, das Gummi wird spröde.
Idealerweise fährt man Reifen immer nahe am maximal angegebenen Druck. Leider ist dies jedoch nicht sehr komfortabel, da hierdurch die Federeigenschaften von Reifen verhindert werden. Man sollte den für sich besten Kompromiss finden.

Ansonsten gilt bei Reifen meist: Man bekommt was man bezahlt. Ein Reifen für 40 Euro fährt sich anders und hält länger als ein 7 Euro Baumarktreifen. (Es gibt einige wenige gute günstige Reifen)
Es ist auch insbesondere so, dass teurere Reifen insbesondere aus dem City, Urban oder Trekking-Bereich einen besseren Pannenschutz bieten und auch dadurch länger halten - gleichzeitig jedoch einen niedrigeren Rollwiderstand bieten.

Aber wann sollte man den Reifen nun wechseln?

Meiner Meinung ist es so, dass bei Reifen mit Profil spätestens dann der Reifen gewechselt werden sollte, wenn der Reifen kein Profil mehr bietet. Bei Slicks, also profillosen Reifen (zum Beispiel der Schwalbe Kojak) sollte allerspätestens gewechselt werden, wenn der Pannenschutz unter der Lauffläche sichtbar wird.
Ein anderer Faktor ist die Häufigkeit der Pannen bei einem Reifen. Habt ihr beispielsweise einen Platten und müsst den Schlauch flicken oder sogar tauschen, dann ist die Ursache meist ein Durchschlag am Reifen. Wenn es davon zu viele gibt, dann ist irgendwann die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass es den Reifen wieder erwischt.
Ein Beispiel: Ich hatte mal den Schwalbe CX Comp dieser sah irgendwann aus wie ein Schweizer Käse und wurde dann von mir getauscht.

Wie oft Bremsbeläge wechseln?

Meiner Erfahrung nach ist es egal, ob man Felgenbremsen oder Scheibenbremsen fährt. Der Verschleiß der Bremsbeläge ist in etwas gleich, wenn man qualitativ hochwertige Bremsbeläge miteinander vergleicht.
Bei Felgenbremsen gibt es jedoch den Verschleiß der Felgenflanken zu beachten. Diese halten zwar deutlich länger als 2000 Kilometer, aber man sollte dies dennoch bedenken. Viele Felgen haben aus diesem Grund einen Verschleißindikator. Eine kleine Nut in der Felgenflanke, diese gibt an wie dick die Felgenflanke noch ist. Wenn die Nut weggebremst ist wird es höchste Zeit für eine neue Felge.

V-Brake Bremsbeläge

Aus heutiger Sicht würde ich bei einem neuen Fahrrad daher eindeutig Scheibenbremsen empfehlen. Abgesehen vom geringeren Verschleiß der Felgen ist die Bremsleistung einfach besser, insbesondere  bei Nässe und Kälte.
Bremsbeläge werden dann gewechselt, wenn der Bremsbelag abgefahren ist oder / und die Bremsleistung massiv nachlässt.

Verschleiß der Fahrradkette

Die Fahrradkette ist in der Wartung vermutlich das Bauteil am Fahrrad welches die meiste Aufmerksamkeit benötigt. Die Kette ist für den Antrieb des Fahrrads zuständig. Meist ist sie äußeren Einflüssen wie Kälte und Nässe ziemlich schutzlos ausgeliefert.
Es ist sehr wichtig, dass die Kette regelmäßig geprüft wird und immer ausreichend geschmiert wird. Läuft die Kette zu "trocken", läuft der ganze Antrieb unrund, das heißt ihr habt einen erhöhten Aufwand beim Fahren, aufgrund der höheren Reibung.
Die Schaltung läuft merklich schlechter und der Verschleiß der anderen Antriebsteile, wie Kassette und Kurbel nimmt merklich zu. Da der Aufwand für eine gepflegte Kette nicht groß ist, würde ich jedem raten, diese regelmäßig zu prüfen.
Wie und mit welchem Mittel die Kette am besten gepflegt wird, könnt ihr in meinem Artikel zu den besten Schmiermitteln für Fahrradketten nachlesen.
Mit der Zeit, auch trotz bester Pflege, verschleißt die Kette dennoch irgendwann. Dies macht sich meist durch etwas schlechteres Schalten bemerkbar. Dieser Effekt ist jedoch so schleichend, das er oft nicht auffällt.
Das Problem ist, dass die Kette sich ganz langsam längt und so nicht mehr ganz genau in die Ritzel und Zahnblätter greift. Wenn man die Kette ab einem bestimmten Punkt nicht wechselt sorgt diese dafür, dass die Zähne an der Kassette bzw. Ritzel langsam abnutzen.
Wie also kontrolliert man den Verschleiß der Kette? Man misst die Länge!
Dazu kann man einen Messschieber verwenden oder eine Kettenverschleißleere, ein spezielles Werkzeug für Fahrradketten.

Diese Kette ist verschlissen

Variante 1: Messschieber

  • Stellt den Messschieber auf 118 mm
  • Steckt diesen genau zwischen 10 Kettengliedern und drück den Messchieber auseinander und messt nun den Abstand.
  • Bei einer neuen Kette sollte das Ergebnis bei 119,5 mm liegen
  • Ab 120,25 mm müssen  Ketten gewechselt werden, wenn ihr eine Kassette / Ritzelpaket aus Aluminium habt.
  • Ab 120,5 mm müssen Ketten gewechselt werden, wenn ihr eine Kassette aus Stahl habt.

Variante 2: Kettenverschleißmessleere

  • Steckt die Verschleißleere in die Kette und prüft ob diese "reinfällt" (Siehe Bild)
  • Bei Aluminium-Kassetten prüft ihr die Seite mit 0,75 (oder ".75")
  • Bei Stahlkassetten die andere Seite mit 1
  • Wenn die Verschleißleere reinfällt, dann ist die Kette verschlissen.
Variante 2 ist deutlich komfortabler. Dafür muss lediglich ein Verschleißleere im Haushalt vorhanden sein. Ich empfehle das, wenn man häufiger an Fahrrädern arbeitet bzw. diese prüft.
Eine gute und nicht zu teure Kettenverschleißleere ist der Rohloff Caliber 2. Diese Leere kann ich sehr empfehlen und sie wird auch in vielen Fachwerkstätten verwendet.

Kassette aus Aluminium oder Stahl?

Wenn ihr nicht wisst aus welchem Material eure Kassette ist, dann könnt ihr einen Magneten verwenden. Bei einer Magnetischen Kassette wisst ihr, dass diese aus Stahl besteht. Ist diese nicht magnetisch, dann besteht diese aus Aluminium oder aus Edelstahl. Mein Tipp: Im Zweifel geht ihr also lieber von Aluminium aus.

Ritzelpaket wann wechseln?

Die Kassette oder auch das Ritzelpaket hält bedeutend länger als eine Fahrradkette. Nach meiner Fausregel hält die Kassette in etwa drei Kettenleben. Das heißt, wenn ihr die dritte Kette bei eurem Fahrrad austauschen müsst, dann solltet ihr spätestens auch die Kassette prüfen. Meist sind dann bereits die Zähne abgerieben und runtergefahren. Diese sehen  dann entweder rundgeschliffen aus oder sind geformt wie Haifischzähne. (Leider habe ich aktuell kein Bild zur Visualisierung, das werde ich nachreichen)

Wann müssen Kettenblätter getauscht werden?

Von den Antriebskomponenten halten die Kettenblätter in der Regel am längsten. Ich schätze Kettenblätter bei ordentlicher Pflege auf mindestens 15.000 Kilometer Laufleistung. Bei Fahrrädern mit Getriebenabe oder ohne Schaltung vermutlich noch deutlich länger.
Kettenblätter können häufig einzeln getauscht werden. Meist sind diese mit vier oder fünf kurzen Schrauben an der Kurbel befestigt.
Bei günstigen Kurbeln sind die Kettenblätter vernietet hier ist ein einzelner Wechsel nicht möglich. Das bedeutet, dass die komplette Kurbelgarnitur getauscht werden muss. Allerdings sind die Kurbeln im Einsteigerbereich nicht sehr teuer.
Wie auch bei den Ritzeln sehen die Zähne an den Kurbelblättern irgendwann "rundgeschliffen" aus. Das ist ein Anzeichen für erhöhten Verschleiss.

Die Fahrradfelge - auch ein Verschleißteil?

Ja, wie bereits im Absatz zu den Bremsbelägen erklärt: Die Felge ist auch ein Verschleißteil. Insbesondere dann, wenn ihr ein Fahrrad mit Felgenbremse fahrt. Der Grund ist einfach: Die Bremsbeläge schleifen bei jedem Bremsvorgang regelrecht das Metall der Felgenflanken runter. Dadurch werden die Felgenflanken dünner und dünner. Wenn diese zu dünn sind, dann können diese brechen. Während der Fahrt kann das sehr gefährlich werden. Daher müssen die Felgen ebenfalls immer mal wieder geprüft werden.
Dazu müsst ihr mit einem Messschieber die Wandstärke der Felgenflanke prüfen.
Eine Alternative ist - wie bereits oben erwähnt - der Verschleißindikator auf der Felgenflanke. Dies ist eine dünne Nut in der Felgenflanke.
Ist dieser nicht mehr sichtbar, dann ist ein Wechsel dringend notwendig. Aber Achtung, einige Felgen besitzen keinen Indikator für die Abnutzung. In dem Fall müsst ihr im Zweifel die Wandstärke der Felge messen.

Verschleißindikator einer Fahrradfelge

Bei günstigen Laufrädern lohnt es sich jedoch häufig nicht nur die Felge zu tauschen, in dem man das Laufrad neu einspeicht. Daher wird dann das ganze Laufrad gewechselt.
Aus meiner Erfahrung müsstet ihr bereits einige Bremsbeläge gewechselt haben bis eine Felge wirklich durchgebremst ist.
Bei Fahrrädern mit Scheibenbremse ist der Verschleiß der Felge zu vernachlässigen.

Bowdenzüge - Schalt- bzw. Bremszüge am Fahrrad

Die Bowdenzüge sind dünne Stahlseile die Bremsen (nur bei mechanischen Bremsen) und Schaltung ansteuern. Diese werden zu großen Teilen von den Zughüllen geschützt. Durch diese Hüllen sollen die Züge möglichst ohne Reibung gleiten. Wenn die Züge jedoch anfangen zu rosten oder dreckig sind, dann gleiten diese nicht mehr wirklich und es kommt sowohl beim Bremsen als auch beim Schalten zu einem "unrunden" Gefühl. Die Schaltung wirkt unpräzise und die Bremse lässt sich nicht wirklich fein justieren. Oft hilft wenn man die Züge gut reinigt und manchmal einen tropfen Öl in die Zughüllen träufelt. Wenn das alles auch nicht hilft, dann müssen die Züge gewechselt werden. Wenn man das macht, dann wechselt man am besten auch gleich die Zughüllen mit.
Hierfür gibt es nicht wirklich eine konkrete Empfehlung für ein Wechselintervall es ist sehr abhängig von der eigenen Fahrweise oder wo das Fahrrad primär abgestellt wird.
Wenn ihr neue Züge kaufen müsst, dann gebt ein wenig mehr Geld für Edelstahl Bowdenzüge aus. Der geringe Aufpreis ist es in jedem Fall wert.

Es kommt auf die Pflege an

Wie schon weiter oben erwähnt. Die richtige Pflege, oder zumindest ein Mindestmaß an Pflege ist entscheidend für die Haltbarkeit der einzelnen Komponenten.
Ein Tipp von mir ist. Nehmt euch einmal im Monat etwas Zeit für euer Fahrrad, vielleicht 5 oder 10 Minuten. Kontrolliert das wichtigste und ihr werdet deutlich mehr Spaß mit eurem Fahrrad haben.

Ich habe dazu vor einiger Zeit einen Artikel über die Regelmäßige Wartung an Fahrrädern geschrieben. Diesen könnt ihr als Leitfaden nutzen.
Kurzversion:

  • Kontrolliert den Luftdruck eurer Reifen
  • Prüft eure Kette und den Antrieb: Ist diese ausreichend gefettet? Ist diese sehr verdreckt?
  • Ist die Kette möglicherweise bereits so stark verschlissen, dass diese getauscht werden muss?
  • Schleift eure Bremse? Kontrolliert dies, denn dadurch wird sowohl der Bremsen- als auch der Felgenverschleiß beschleunigt.

Für so eine Prüfung braucht ihr kein spezielles Werkzeug und kein Fachwissen. Alles was ihr braucht ist eine Fahrradpumpe, ein wenig Werkzeug, einen Lappen bzw. ein Tuch und euer bevorzugtes Schmiermittel. Wenn ihr euch nicht sicher seid, welches Schmiermittel das richtige ist, dann empfehle ich euch meinen Artikel über die verschiedenen Schmiermittel für Fahrradketten.

Der Preis für Verschleißteile am Fahrrad ist abhängig von der Ausstattung des Fahrrads. Umso höher die Ausstattung ist um so teurer sind in der Regel die Verschleißteile. Verschleißteile/Ersatzteile (insbesondere im Antriebsbereicht) sind bei einfacher Ausstattung in der Regel günstiger als bei High-End Sportmaschinen. Hier muss jeder den besten Kompromiss finden.

Es gibt weitere Verschleißteile am Fahrrad, wie Schaltröllchen, Griffe und evtl. den Sattel. Hier ist der Verschleiß viel individueller aber auch nicht so kurzfristig und auch der Kostenbereich einfach zu groß (inbesondere bei Griffen und Sätteln). Diese Teile konnte ich statistisch nicht wirklich auswerten. Aber aus meiner Sicht könnten diese Dinge zu Beginn ignoriert werden beziehungsweise werden diese sowieso häufig individuell getauscht.

Bei dem Sattel und den Griffen sollte man vorrangig schauen, dass diese einem passen. Da sind sehr subjektive Parameter gefragt. Der Verschleiß lässt sich hier auch die Pflege nicht verhindern. Erfahrungsgemäß neigen jedoch günstige Griffe relativ schnell dazu, klebrig zu werden. Bei günstigen Sätteln ist es so, dass diese oft schneller reißen. (Vermutlich durch den Einfluss von Sonnenlicht und anderen Witterungsbedingungen)


08 Mai 2020

Fahrradanhänger oder Kindersitz? Was ist besser?


Ihr seid auf der Suche nach der besten Möglichkeit eure Kinder zu transportieren? Wenn junge Familien das Fahrrad mehr in den Alltag integrieren wollen oder ambitionierte Radfahrer Nachwuchs bekommen, dann wird das Thema Kindertransport früher oder später ein Thema. Solange Kinder noch nicht selber fahren können, gibt es einige wenige Möglichkeiten. Dazu gehören Kindersitze oder Fahrradanhänger für Kinder. Ich nutze beide Varianten und will diese für diesen Artikel vergleichen.

Fahrradanhänger oder Kindersitz

Kurzfassung

  • Kinderanhänger sind aufgrund des Aufbaus und der geringeren Fallhöhe sicherer als Kindersitze.
  • Der Transport von Babys und Säuglingen ist ausschließlich im Anhänger möglich, dazu gibt es spezielle Babyschalen / Sitzverkleinerer. 
  • Im Kindersitz kann ein Kind erst ab einem Körpergewicht von 9 Kilogramm mitgenommen werden.
  • Kindersitze gibt es für vorne und für hinten.
  • Kindersitze sind deutlich günstiger als Fahrradanhänger.
  • Wenn aber mehr als ein Kind befördert werden soll, dann ist ein Anhänger fast alternativlos.
  • Anhänger sind für Kinder komfortabler und gemütlicher als Kindersitze.
  • Kinder sind im Anhänger, aufgrund des geschlossenen Aufbaus, besser vor Wettereinflüssen geschützt.
  • Allerdings ist die Kommunikation mit den Eltern vom Kindersitz besser möglich.
  • Ein Anhänger benötigt darüber hinaus deutlich mehr Platz, sowohl während der Fahr, als auch beim Abstellen.
  • Anhänger lassen sich einfach zu einem Kinderwagen umbauen und so beispielsweise bei einem Spaziergang nutzen.

Fahrradanhänger oder Kindersitz?

Fahrradfahren ist Gesund, das weiß jeder. Wenn aber Eltern ihre Kinder transportieren sollen, dann denken viele nicht an das Fahrrad, sondern steigen ins Auto. Fahrradfahren ist jedoch viel günstiger und auch besser für die Umwelt, aber welche Variante ist besser geeignet um auch den Nachwuchs zu transportieren. In diesem Artikel beschäftige ich mich mit Fahrrad-Kindersitzen und Fahrradanhänger für Kinder. Beide Systeme haben ihre Vor und Nachteile. Es gibt auch einige Einschränkungen. Diese werde ich in den folgenden Punkten erläutern. Neben dem Kindersitz und dem Anhänger für Kinder gibt es noch eine weitere Alternative. Diese erwähne ich in diesem Artikel ebenfalls.

Bahnhofsrad mit Kindersitz

Grundsätzliches zur Kinderbeföderung auf dem Fahrrad

Egal ob Anhänger oder Kindersitz. Nur bis zum vollendeten siebten Lebensjahr dürfen Kinder im Anhänger oder im Kindersitz befördert werden. Ältere Kinder müssen dann selber fahren. Aber wann dürfen Kinder frühestens mit dem Fahrrad transportiert werden?
Beachtet dazu die Gewichtsangaben der einzelnen Sitze in der folgenden Tabelle.
Römer Jockey: 9 - 22 KG Gewicht



Minimales Gewicht
Maximales Gewicht
Höchstalter
Kindersitz vorne
9 Kg
15 Kg
6 Jahre
Kindersitz hinten
9 Kg
22 Kg
6 Jahre
Fahrradanhänger

40 Kg Zuladung*
6 Jahre

Die Angaben sind in der Regel nochmal auf den Sitzen bzw. Anhängern angegeben. Wenn dort Angaben gedruckt sind, dann sind diese bindend. Die Angaben in meiner Tabelle sind jedoch die üblichen Begrenzungen.
Bei Anhängern kann die maximale Zuladung höher liegen. Wenn diese nicht angeben ist, dann gilt üblicherweise 40 Kilogramm maximale Zuladung.
Zuladung bedeutet in dem Fall, dass beide Kinder und das Gepäck zusammen nur höchstens (in meinem Beispiel) 40 Kilogramm wiegen dürfen. Es gibt jedoch auch Anhänger mit höherer Zuladung.

Sicherheit

Das wichtigste Thema auf meiner Liste ist die Sicherheit. Welche Lösung ist für die Kinder, aber auch für die Erwachsenen Radfahrer am sichersten?
Aus meiner Sicht ist der Kindersitz hier eindeutig im Nachteil. Zum einen ändert sich das Fahrverhalten mit Kindersitz enorm und diese Tatsache sollte nicht unterschätzt werden. Außerdem wirkt sich ein Sturz sofort auf das Kind hinter euch aus.
Bedenkt bitte: Euer Kind stürzt mit dem Gewicht eures Fahrrads aus etwa einem Meter Höhe.

Beim Anhänger ist dies nicht so kritisch. Stürzt ihr, dann bleibt der Anhänger in der Regel stehen. Die Kupplungen sind so entworfen, dass der Anhänger normalerweise nicht kippt. Wenn es dennoch zu einem Kippen kommt, dann sind die Insassen jedoch aufgrund des "Käfigs" im Anhänger viel besser geschützt. Damit meine ich die grundsätzlich geschlossene Bauweise von Kinder-Fahrradanhängern.
Ein Argument gegen den Anhänger was ich häufig lese und höre ist, dass dieser schnell von Autofahrern übersehen werden kann, weil der Anhänger tiefer als das Fahrrad ist. 
Aus meiner Erfahrung ist das unkritisch, wenn der Anhänger ordnungsgemäß beleuchtet ist und eine hohe reflektierende gut sichtbare Fahne montiert hat.
Allgemein ist es mittlerweile (seit 2018) so, das Fahrradanhänger beleuchtet sein müssen. Das ist wichtig, falls ihr einen Anhänger gebraucht kaufen wollt.
Fahrräder mit montiertem Anhänger sind übrigens deutlich schwerer, dies macht sich insbesondere beim Anfahren oder bei Bergauf-Fahrten bemerkbar. Aufgrund des veränderten Fahrverhaltens empfehle ich in jedem Fall eine Runde ohne Kind, aber mit montiertem Kindersitz oder angekoppeltem Anhänger.

Transport von Babys

Säuglinge bis zu einem Gewicht von 9 Kilogramm dürfen nur im Anhänger mitgenommen werden. Dafür gibt es spezielle Hängematten und Babyschalen. Bei einem Anhänger mit guter Federung sehe ich hier auch keine Probleme für das Kind. Natürlich würde ich schon einige Wochen nach der Geburt mit der ersten Fahrt warten. Man sollte es auch nicht übertreiben und vor allem sehr langsam fahren. (maximal 15 Km/h)
Sehr zu empfehlen ist übrigens die Weber Babyschale, diese haben wie im Burley ebenfalls genutzt. Sie ist zwar nicht ganz billig, kann aber indivuell in verschiedenen Anhängern genutzt werden.

Für die Mitnahme im Kindersitz muss das Kind mindestens 9 Kilogramm wiegen (siehe Tabelle oben). Diese Gewichtsbeschränkungen werden übrigens durch die Norm DIN EN 14344 festgelegt.

Kindersitz vorn oder hinten?

Bei Kindersitzen gibt es zwei Varianten: Entweder ist der Sitz vor dem Fahrer, oder hinter dem Fahrer über dem Gepäckträger. Immer wieder höre ich, dass es doch für Herrenräder unmöglich ist einen Kindersitz hinter den Sattel zu bauen, weil man nicht mehr aufsteigen kann. Keine Sorge, das funktioniert weiterhin. Aber auch hier lohnt es sich, wenn man das auf- und absteigen erstmal ohne Kind übt.

Es gibt verschiedene Lösungen von Kindersitzen für hinten. Einmal könnt ihr den Sitz an das Sattelrohr eures Fahrrads befestigen. Die zweite Möglichkeit ist die Montage auf beziehungsweise an den Gepäckträger. Hier ist dann noch zusätzlich die maximale Belastung für den Gepäckträger zu beachten. Die Montage auf den Gepäckträger wird jedoch von vielen Gepäckträger-Herstellern nicht empfohlen. (Tubus, racktime)

Ein Vorteil für die Sitze vor dem Fahrer ist natürlich, dass der Fahrer das Kind jederzeit gut im Blick hat. Das erleichtert natürlich die Kommunikation, man kann besser über Dinge reden die während der Fahrt passieren und im Zweifel lässt sich ein Kinder sicher besser beruhigen.
Aber keine Sorge, auch bei einem Sitz für hinten kann man sich gut unterhalten. Ein Rückspiegel am Lenker kann außerdem helfen, das Kind im Blick zu behalten.
Wichtig ist, dass Front-Kindersitze für die Montage über dem Oberrohr nur für Kinder bis maximal 15 Kilogramm geeignet sind. Sitze die am Sattelrohr fixiert werden sind in der Regel bis höchstens 22 Kilogramm Gewicht beim Kind ausgelegt. (Siehe Tabelle weiter oben)

Preis

Der Preis ist natürlich ein wichtiges Argument für oder gegen eine der Lösungen. Kostentechnisch ist die Sache klar. Ein Kindersitz für das Fahrrad ist bereits für unter 100 Euro zu bekommen. Ein Fahrradanhänger fängt bei über 500 Euro an. Dafür bekommt man natürlich auch mehr Platz, sowohl für die Kinder, als auch für Gepäck. 

Stabilität / Auf- und Abstieg

Ich hatte schon weiter oben angedeutet, dass der Auf- und Abstieg mit einem Kindersitz anders / schwieriger sein kann. Er ist nicht unmöglich, aber eben anders und sollte geübt sein. Insbesondere weil das Gewicht des Fahrrads höher ist. Der Schwerpunkt ist ein anderer. Daher muss besonders, wenn ein Kind mit dabei ist, das Fahrrad immer sicher gehalten werden. 
Ein sicherer Fahrradständer ist eigentlich Pflicht. Bei einem einfach Mittelbau- oder Hinterradständer ist außerdem ein Lenkungsdämpfer empfehlenswert. Am besten eignet sich ein Zweibeiniger Mittelbauständer, zum Beispiel der Ursus Jumbo.
Bei einem Fahrradanhänger ist der Auf bzw. Abstieg vom Fahrrad natürlich kein Problem. Auch die Gesamtstabilität wird vom Anhänger nicht negativ beeinflusst.

Komfort und Platz

Der Fahrradanhänger bietet mehr Platz für Kinder

Der Sitzkomfort für die kleinen Fahrgäste ist vermutlich im einsitzigen Anhänger am höchsten. Beim Zweisitzer müssen die Kinder schon ganz gut miteinander klar kommen. Da hört man doch während der Fahr auch ab und zu einen Streit der Kinder. Hier helfen klare Regeln für Kinder.
In jedem Fall ist der Komfort im Anhänger höher, weil die Kinder immer trocken, windgeschützt (ingesamt besser vor Wettereinflüssen geschützt) sitzen. Bei uns kommt es nicht selten vor, dass die Kinder während einer kurzen Fahrt einfach einschlafen, daher gehe ich davon aus, dass der Anhänger auch meinen Kindern gefällt.

Mobilität

Der Punkt Mobilität kann in dieser Diskussion aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Zum einen ist es so, dass der Kindersitz natürlich weniger Aufwand bedeutet. Man nimmt das Fahrrad, setzt das Kind hinein und fährt los. Beim Anhänger muss dieser häufig erst angekoppelt werden bevor man losfahren kann. Am Zielort muss der Anhänger unter Umständen zusätzlich gesichert werden. Das Fahrrad mit Kindersitz bedeutet den gleichen Aufwand wie ein Fahrrad ohne Kindersitz. Es ist also nur ein Schloss für das Fahrrad notwendig.
Auf der anderen Seite jedoch, kann ich den Fahrradanhänger einfacher zwischen verschiedenen Fahrrädern wechseln, wenn ich mehrere Kupplungen habe. Ich kann den Anhänger beispielsweise morgens in der Kita abstellen und Nachmittags wieder abholen, während ich mit meinem Fahrrad ohne Anhänger weiter fahre. Oder Alternativ kann der andere Elternteil den Anhänger am Nachmittag mit den Kindern mitnehmen, weil an jedem Fahrrad eine Kupplung montiert ist.

Unterhaltungen während der Fahrt

Ein Nachteil beim Anhänger ist, dass man während der Fahrt praktisch gar nicht mit dem Kind kommunizieren kann. Ein normales Gespräch ist nicht möglich. Wenn das Kind mal weint, warum auch immer, dann muss man anhalten, absteigen und zum Anhänger gehen um zu klären was los ist. Das funktioniert mit einem Kindersitz einfacher, weil ich viele Dinge während der Fahr klären kann. Ich kann besser erklären, was um uns herum passiert, wenn das Kind Fragen stellt.

Abgase

Auch das Thema Abgase wird immer wieder thematisiert. Kinder sollen im Anhänger, aufgrund der geringen Höhe, direkt den Auspuffrohren beziehungsweise den Abgasen der Autos ausgesetzt sein. Dieses Thema ist sehr umstritten und es gibt bisher keine Studie die das belegt. Auf der anderen Seite gibt es jedoch eine Untersuchung der Universität Heidelberg die festgestellt hat, dass die Abgasbelastung beim Radfahren grundsätzlich geringer ist, als beim Autofahren, weil Autofahrer deutlich mehr Schadstoffe durch die Lüftung im Innern des Autos aufnehmen.
Mein Rat ist jedoch: Mit dem Fahrrad seid ihr grundsätzlich flexibler und könnt in der Regel auch Routen wählen, die abseits von Hauptverkehrsadern liegen. Wählt lieber einen kleinen Umweg und fahrt durchs Grüne und vermeidet Verkehr so gut es geht.
Wenn es sich doch nicht verhindern lässt, dann stellt euch nicht direkt vor den Auspuff des Lastwagens, sondern lasst lieber Abstand.

Schutz vor Wettereinflüssen

Bei Kindersitzen sind Kinder logischerweise deutlich mehr dem Wetter ausgesetzt. Insbesondere bei Sitzen für vorne trifft das zu. 
Dagegen sind Kinder im Fahrradanhänger durch den Aufbau ideal geschützt. Egal ob Wind, Regen oder Schnee, meine Kinder sitzen dort immer entspannt.
Im Sommer kann man den Anhänger dagegen soweit öffnen, dass es nicht zu warm wird. Viele Anhänger haben übrigens auch ein integriertes Insektenschutzgitter. Dieses Gitter hält auch den gröbsten Dreck ab, lässt aber genügend Lüftung zu. Dieses solltet ihr möglichst immer unten lassen.

Gepäcktransport

Burley Cub Gepäcktransport

Der Gepäcktransport bei Fahrrädern mit Kindersitz für den Gepäckträger oder zur Befestigung an der Sattelstrebe ist natürlich eingeschränkt, der Gepäckträger ist nur schwer, meist gar nicht, nutzbar. Ein Korb kann nicht auf den Gepäckträger montiert werden. Was ich immer wieder sehe. Eltern tragen große Rucksäcke und das Kind dahinter kann den Kopf nicht mehr bewegen und sitzt aus diesem Grund sehr eingeengt. Ideal ist auch das nicht. Ein Korb für den Lenker wäre natürlich denkbar, aber mit diesen lässt sich meist nicht sehr viel Gepäck transportieren -insbesondere kein schweres, da diese nicht viel Gewicht transportieren können.

Beim Anhänger sieht das anders aus. Zum einem kann das Fahrrad mit allen möglichen Lösungen bepackt werden, wie einem Korb auf dem Gepäckträger, oder einem Rucksack. Viel interessanter ist aber die Möglichkeit im Anhänger selbst.
Meist hat man ein großes Staufach zur Verfügung und dieses passt wirklich eine Menge. Ich selbst bin häufig mit beiden Kindern auf diese Weise einkaufen. Der Burley Cub oder auch ein Croozer fasst mehrere große voll beladene Stoffbeutel im Staufach hinter den Sitzen.
Das ist übrigens auch bei Familienausflügen empfehlenswert, wie zum Beispiel ein Tagesausflug an den See oder zum Tierpark.

Platzbedarf

Ein Anhänger braucht Platz. Nicht nur während der Fahrt, sondern auch eine geeignete Abstellmöglichkeit zum Parken. In den Keller trägt man einen Fahrradanhänger auch nicht eben so, weil diese ziemlich unhandlich sind. Dagegen nimmt ein Fahrrad mit Kindersitz kaum mehr Platz in Anspruch als ein Fahrrad ohne. Der Kindersitz selbst ist außerdem schnell demontiert und in der Wohnung verstaut.
Doch auch während der Fahrt benötigt ein Anhänger Platz. Das Gespann (Fahrrad und Anhänger) ist länger, das müsst ihr natürlich beim rangieren und auch beim Fahren von Kurven berücksichtigen. Ein Anhänger ist außerdem breiter. Bedenkt das bitte, wenn ihr durch die eine schmale Lücke fahren wollt. 

Flexibilität

vsf T-500 mit Burley Cub

Ein unheimlich großer Vorteil des Anhängers ist die Möglichkeit, dass man ihn einfach in einen (doppelsitzigen) Kinderwagen umwandeln kann. Dazu sind nur ein paar wenige Handgriffe nötig. Diese Möglichkeit nutzen wir sehr häufig. 
Beispielsweise wollen wir einen Stadtausflug machen, aber lieber mit der Bahn in die Stadt fahren. Wir nutzen die Fahrräder für den Weg bis zum Bahnhof, den Anhänger koppeln wir dazu an eines unserer Räder. 
Am Bahnhof bauen wir den Anhänger zum Kinderwagen um, in dem wir einfach schwenkbare Buggy-Räder montieren - natürlich ist das ohne Werkzeug möglich. Dafür entfernen wir lediglich den Deichsel. Diesen lassen wir entweder am Fahrrad oder packen ihn in den Anhänger.
Durch den Platz kann im Anhänger übrigens auch sehr gut der Einkauf verstaut werden.

Alternativen zum Fahrradanhänger und Kindersitz

Natürlich gibt es noch eine weitere Variante für den Kindertransport - das Lastenrad. Dieses ist zwar deutlich teurer, aber auch sehr interessant. Abgesehen von einigen Proberunden habe ich hiermit jedoch keine Erfahrung, daher habe ich das Thema nicht in den Artikel integriert, aber ich wollte diese Möglichkeit nicht unerwähnt lassen.
In meinem Fall wird der Anhänger ständig zwischen den verschiedenen Fahrrädern gewechselt und auch täglich (aufgrund der Corona-Krise aktuell natürlich seltener) bei der Kita abgestellt. Daher war ein Lastenrad für unseren Haushalt keine Alternative. Man hätte dazu direkt ein zweites Lastenrad kaufen müssen.
Mit einigen Lastenrädern können auch mehr als zwei Kinder transportiert werden.

Mein Fazit

Faltrad mit Anhänger

Wie schon zu Beginn beschrieben: Ich nutze beide Lösungen regelmäßgig, sowohl den Fahrradanhänger, also auch den Kindersitz. Beide Varianten haben Ihre Vor und Nachteile. Beim Thema Sicherheit - und das ist oft entscheidend - liegt der Anhänger aus meiner Sicht jedoch weit vorne. Kinder werden im Anhänger bei einem Unfall einfach besser geschützt. Die Fallhöhe ist geringer und durch den Überrollkäfig gibt es einen echten Rundumschutz.
Für uns ist jedoch auch der Nutzen relevant. Eine kurze Runde ohne Zeitdruck zum Brötchen holen mache ich sehr gerne mit meinem jüngsten Sohn im Kindersitz. Mein älterer Sohn fährt dann mit seinem eigenen Fahrrad nebenher. 
Der Weg zur Kita wird mit dem Anhänger gemacht, weil wir diesen bei der Kita abstellen und beide Kinder transportieren. Nach der Kita erledigen wir unter Umständen mit Kindern im Anhänger den Familieneinkauf.

Wir nutzen nun seit ungefähr 4 Jahren den Römer Jockey Comfort und haben mit diesem gute Erfahrungen gemacht. Sowohl die Montage, als auch die tägliche Handhabung sagen uns sehr zu. Allerdings können wir damit nur ein Kind mitnehmen.

Als Anhänger nutzten wir zwei Jahre den Croozer Kid Plus for 1 und nun - aufgrund von unserem zweiten Sohn - bereits seit einiger Zeit den Burley Cub. Meine Erfahrungen mit diesem habe ich bereits in einem entsprechenden Erfahrungsbericht zum Burley Cub beschrieben.
Der Anhänger wird bei uns etwa zwischen 2000 und 2500 Kilometern jährlich gefahren.

28 April 2020

Die 13 besten Alltagsräder bis 650 Euro


Wie viel Geld muss man für ein gutes Alltagsfahrrad ausgeben? Diese Frage wird mir seit einiger Zeit im Familien- und Bekanntenkreis häufiger gestellt. Meine Antwort ist meist immer dieselbe: Du bekommst was du bezahlst. Aus meiner Sicht gibt es jedoch eine Untergrenze und die liegt bei etwa 600 Euro, es gibt auch einige wenige Fahrräder für um die 500 Euro die durchaus noch in Ordnung sind.

Alltagsfahrrad Cube Crossbike

In den letzten Monaten wurde ich auch häufig gefragt ob ich nicht eine Empfehlung hätte für ein Alltagsfahrrad für eben dieses Budget von 600 Euro. Ich habe daraufhin meine Suche gestartet und sowohl bei örtlichen Fahrradhändlern, als auch im Internet nach Fahrrädern gesucht, die vorwiegend im Alltag eingesetzt werden sollen. Alltag bedeutet für mich: Der Weg zur Arbeit, der Weg zum Einkaufen, um regelmäßige Fahrradtouren zu machen und auch um ein wenig Sport zu machen. Gemeint sind jedoch keine Fahrräder die primär als Sportgerät verkauft werden und die keine alltagstaugliche Ausstattung haben. Weiter unten findet ihr auch Details zu den einzelnen Anforderungen und wie ich die Fahrräder vergleichen habe.

Die 13 besten Alltagsfahrräder bis 650 Euro

Die besten Fahrräder für den Alltag in der Zusammenfassung:

  • Cube Touring One
  • Rabeneick TC1 V-Brake
  • Gudereit LC-30 evo
  • Kreidler Raise RT5S
  • Winora Domingo 24 Disc
  • vsf fahrradmanufaktur T-50 Nabe V-Brake
  • Stevens Albis
  • Carver Route 110
  • Giant Tourer GTS
  • Cube Touring Pro
  • Giant Argento GTS
  • Gudereit LC-15
  • Lakes Arco 100

Die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) von den ersten sieben Modellen in der Liste ist zirka 600 Euro. Drei weitere Modelle gibt es für höchstens 650 Euro. Vorjahresmodelle sind jedoch mitunter für etwas weniger Geld zu bekommen. Wenn ihr so eins ergattern könnt, dann schlagt zu, oft sind diese gleich oder kurioserweise sogar besser ausgestattet.
Die letzten beiden Modelle in der Liste sind etwas Besonderes, sie sind sogar für deutlich unter 600 Euro zu bekommen. Meiner Meinung sind diese Modelle jedoch eine Ausnahme für diese Preisklasse.

Cube Touring One

Cube Touring One

Preis: 599,00 Euro
Mit dem bayerischen Fahrradhersteller Cube habe ich in den letzten Jahren mehrmals sehr gute Erfahrungen gemacht. Was Preis-Leistung betrifft ist man hier eigentlich immer richtig. Das Cube Touring One ist hier keine Ausnahme. Highlights sind die gute Qualität der Fahrräder insgesamt, das Systemgewicht von 140 Kilogramm und die hydraulischen Scheibenbremsen.
Beim Cube Touring One sollte man die Preise gut vergleichen, dann kann man auch ein Schnäppchen ergattern, was unter den 599 Euro UVP liegt.

Rabeneick TC1 V-Brake

Rabeneick TC1 V-Brake

Preis: 599,90 Euro
Die zweite Empehlung von mir ist das Rabeneick TC1 V-Brake mit einer UVP von 599,90. Das Fahrrad ist zwar nur mit gewöhnlichen V-Brakes ausgestattet, aber ansonsten wirklich solide. Das Fahrrad ist beinahe komplett auf Shimano Acera Basis ausgestattet. Das ist zwar eine von Shimanos Einsteigergruppen, aber deutlich besser als Shimanos "Baumarkt-Gruppen". Die Starrgabel möchte ich positiv hervorheben. Insbesondere in der Preisklasse bis 800 Euro sind Federgabeln häufig ein Problem, weil diese schwer sind und einige Jahre später eine mögliche Defektquelle sein können. Hervorzuheben ist ausserdem die 70 Lux Frontbeleuchtung, das ist beinahe das beste Frontlicht von allen hier verglichenen Fahrrädern. Der Drahtesel wiegt nur 15 Kilogramm, ist also für die Preisklasse schon recht leicht. Mit 140 Kilogramm Systemgewicht lässt sich darüber hinaus auch einiges transportieren.
Das Fahrrad auf der Rabeneick Seite prüfen

Gudereit LC-30 evo


Preis: 599,90 Euro
Ein weiteres tolles Fahrrad ist das Gudereit LC-30. Es hat hydraulische Scheibenbremsen. Das Systemgewicht liegt bei 125 Kg. Ansonsten hat das Fahrrad beinahe eine komplette Shimano Acera Ausstattung. Mit 16 Kilogramm Gewicht gehört es ins obere Mittelfeld meiner Liste. Positiv finde ich die 50 LUX Frontleuchte, in der Regel haben Modelle in dieser Preisklasse eine deutlich schwächere Beleuchtung.
Das Gudereit LC-30 auf der Hersteller-Seite

Kreidler Raise RT5S

Kreidler Raise RT5S

Preis: 599,90 Euro
Wie auch Rabeneick und die VSF Fahrradmanufaktur gehört Kreidler zur Cycle Union. Die Verwandschaft der einzelnen Fahrradmarken merkt man. Das Kreidler Raise RT5S ist dem Rabeneick TC1 sehr ähnlich. Wieder gibt es ein Systemgewicht von bis zu 140 Kilogramm und eine Starrgabel. Ein Unterschied ist jedoch die Bremsanlage. Das Kreidler hat hydraulische Scheibenbremsen, das Rabeneick V-Brakes. Die 70 LUX Frontbeleuchtung ist vermutlich ebenfalls identisch. Mit 14,8 Kilogramm ist es in meiner Liste übrigens das leichteste Fahrrad. Leider erhält man beim Kreidler nur eine Tourney Hinterradnabe. Dennoch sind beide Fahrräder absolut zu empfehlen.

Winora Domingo 24 Disc

Winora Domingo 24 Disc

Preis: 599,00 Euro
Das Winora ist zwar nicht gerade das leichteste Modell in meiner Liste, aber dennoch ist es für den Preis ganz ordentlich ausgestattet und hat mit einer UVP von 599 Euro ein gutes Preisleistungsverhältnis. Man bekommt hydraulische Scheibenbremsen und größtenteils eine Acera-Ausstattung. Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 130 Kilogramm. 

vsf fahrradmanufaktur T-50 Nabe V-Brake

vsf fahrradmanufaktur T-50 Nabe V-Brake

Preis: 599,90 Euro
Wie auch Kreidler und Rabeneick gehört die vsf Fahrradmanufaktur zu Cycle Union. Auch hier sieht man eine gewisse Verwandschaft. Das T-50 ist nur eines von zwei Fahrrädern in meiner Liste mit einer Nabenschaltung. Hier bekommt man eine 7-Gang Nexus-Nabenschaltung und keine Kettenschaltung. Vorteilhaft ist eine Nabenschaltung für Radler die ihr Rad auch häufiger draußen stehen lassen müssen oder vielleicht nicht ganz so viel Aufwand in die Pflege stecken wollen. Als Beleuchtung stehen leider nicht die 70 Lux von Kreidler und Rabeneick zur Verfügung. Ausgeglichen wird dies durch den Racktime Gepäckträger, durch diesen viele Körbe am Fahrrad fixiert werden können. Außerdem ist das zulässige Gesamtgewicht mit 140 Kilogramm ebenfalls sehr gut.

Stevens Albis

Preis: 599,00 Euro
Das Stevens Albis ist ein solides Trekkingrad mit V-Brakes und 24 Gang Shimano Acera Ausstattung. Gewichtstechnisch ist es mit 16,1 Kilogramm im Mittelfeld. Die Mitgelieferten Reifen sind ganz ordentlich. Das besondere am Stevens Albis ist, dass man es mit ein wenig Glück auch für einige Euro weniger ergattern kann.

Carver Route 110

Carver Route 110

Preis: 599,99 Euro
Carver ist eine Eigenmarke vom Fahrrad-Händler Fahrrad-XXL. Das Modell Carver Route 110 bietet sich für die Liste an, denn es ist mit 599 Euro nicht zu teuer und vergleichsweise gut ausgestattet. Immerhin hat es eine Acera Hinterradnabe und hydraulische Scheibenbremsen.
Ein Knackpunkt war das Systemgewicht. Dieses ist nur mit 100 Kilogramm angegeben. Auf Nachfrage beim Support habe ich jedoch erfahren, dass das zulässige Gesamtgewicht bei mindestens 120 Kilogramm liegt. Leider hat Fahrrad-XXL die Angabe bis heute nicht im Online-Shop geändert. 
Wem das Systemgewicht nicht zu kritisch ist, der kann hier bedenkenlos zuschlagen und erhält eine gute Alternative zu den namhaften Herstellern.

Giant Tourer GTS

Giant Tourer GTS

Preis: 629,00 Euro
Das erste Modell dieser Liste was mehr als 600 Euro kostet ist das Giant Tourer GTS. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 629 Euro. Das Fahrrad hat jedoch einige Besonderheiten, so dass sich die 30 Euro Aufpreis durchaus lohnen können. 
Eines der wichtigsten Merkmale ist das Systemgewicht von 161 Kilogramm. Das ist neben dem Argento GTS (ebenfalls Giant) absoluter Spitzenwert.
Ein weiteres Highlight ist die Nexus-8 Getriebenabe. In meinen Augen ist das ein völlig zuverlässiger Antrieb und in einem Alltagsfahrrad völlig ausreichend. Der Pflegeaufwand ist auch minimal geringer als bei einer Kettenschaltung.

Cube Touring Pro

Cube Touring Pro

Preis: 649,00 Euro
Das Cube Touring Pro ist der große Bruder des Touring One. Es kostet jedoch 50 Euro mehr. Die UVP liegt bei 649 Euro. Die beiden Modelle unterscheiden sich primär durch etwas höherwertige Komponenten im Schaltungsbereich. Das Cube Touring Pro ist als Vorjahresmodell häufig auch für unter 600 Euro zu bekommen. Daher sollte man genau prüfen ob es sich nicht lohnt besser die Pro-Variante zu kaufen.

Giant Argento GTS

Giant Argento GTS

Preis: 629,00 Euro
Das Argento GTS ist vergleichbar mit dem Giant Tourer GTS. Allerdings hat das Argento GTS eine Kettenschaltung. Das Alivio-Schaltwerk ist wohl das beste in der ganzen Liste und auch sonst ist das Fahrrad sehr ordentlich ausgestattet. Insbesondere das Systemgewicht von 161 Kilogramm ist natürlich ein Argument für viele. Die Giantmodelle sind aus diesen Gründen auch für besonders schwere Fahrer oder viel Gepäck geeignet.

Gibt es keine Fahrräder für weniger als 600 Euro?

Doch, natürlich gibt es die. Wenn ihr aber auf ein gewisses Mindestmaß an Qualität setzen wollt, dann solltet ihr euch auch auf dem Gebrauchtmarkt umsehen. Hier kann man mitunter noch echte Schnäppchen machen.
Von Neu-Fahrrädern die weniger als 500 Euro kosten muss man fast immer abraten. In der Regel sind billigste Komponenten verbaut und dabei sind auch wirklich wichtige Teile gemeint wie: minderwertige Radnaben, Bremsen, Schaltungskomponenten oder Federgabeln.
Es gibt jedoch Ausnahmen. Bei meiner Recherche bin ich auf zwei Modelle gestoßen für deutlich unter 600 Euro, eines sogar für unter 500 Euro, die wirklich empfehlenswert sind.

Gudereit LC-15


Preis: 549,99 Euro
Das Gudereit LC-15 ist ein echter Preis-Leistungstipp. Es hat bis auf die Kurbel und die hintere Radnabe eine komplette Acera-Ausstattung und V-Brakes. Der Rahmen hat durch die vielen Ösen Möglichkeiten zum Anbau von zusätzlichen Komponenten. In der 2020er Version hat das Fahrrad offensichtlich eine Federgabel. Die Vorjahresmodelle hatten jedoch eine Starrgabel. Aufgrund des Preises und der guten Ausstattung würde ich das Gudereit LC-15 sogar einigen teureren Modellen dieser Liste vorziehen. Die UVP bei diesem Modell liegt bei 549,99 Euro, allerdings ist es oft für 499 Euro zu bekommen.

Lakes Arco 100

Lakes Arco 100

Preis: 459,99 Euro
Nicht ganz so gut wie das Gudereit LC-15, aber auch etwa günstiger. Genau genommen ist das Lakes Arco 100 sogar das günstigste Modell meiner Liste. Lakes ist, wie auch Carver, eine Eigenmarke von Fahrrad-XXL. Es hat wie das Gudereit LC-15 ebenfalls V-Brakes, aber keine Starrgabel, sondern eine Federgabel. Ein Nachteil sind die 100 Kilogramm Systemgewicht. Auch hier hatte ich bei Fahrrad-XXL nachgefragt. Leider könnte man derzeit kein höheres Systemgewicht freigeben. Das heißt, das Fahrrad ist eher für leichtere Fahrer zu empfehlen.
Das Lakes Arco 100 bei Fahrrad-XXL (kein Affiliate Link, ich bekomme keine Provision)

Empfehlung: Vorjahresmodelle / Auslaufmodelle

Ab Herbst bis ins Frühjahr, manchmal jedoch das ganze Jahr, kann man reduzierte Vorjahresmodelle ergattern. Diese sind oft vergünstigt und unterscheiden sich nur minimal von den aktuellen. Häufig sind nur die Rahmen anders lackiert. Manchmal ist die Ausstattung der Vorjahresversionen sogar besser.

Die Anforderungen an die Fahrräder

Die Fahrräder aus dieser Liste sein vor allem Trekkingräder oder Citybikes. Diese eignen sich für den Alltag erfahrungsgemäß am besten. Sie sind zuverlässig, belastbar und vielseitig. Die weiteren Anforderungen im Überblick:

LED-Fahrradlicht und Nabendynamo

Eine der wichtigstens Anforderungen an ein Alltagsfahrrad ist eine zuverlässige Beleuchtung. Bei einem Fahrrad, welches täglich - das heißt, bei jedem Wetter und bei jeder Tageszeit - gefahren wird, würde ich in jedem Fall ein Nabendynamo und LED-Fahrradlicht empfehlen. Eine permanente Beleuchtung ist nicht nur bei schlechten Sichtverhältnissen von Vorteil. Ein Radfahrer mit Licht wird auch am Tag bei Sonnenschein besser gesehen.
Jedes von mir empfohlene Fahrrad erfüllt diese Anforderung.

Gepäckträger

Ein Gespäckträger ist unter Umständen in einigen Fällen verzichtbar, aber ich halte ihn für den Gepäcktransport bei einem vielseitigen Alltagsrad für unverzichtbar. Ich möchte einfach kein Fahrrad mehr ohne Gepäckträger kaufen. Man kann zum Transport entweder das Gepäck mit Gummispanngurten fixieren oder einen Korb montieren.
Alternativ bieten sich auch Taschen am Gepäckträger für den Transport an. (Taschen von Ortlieb oder Vaude sind empehlenswert)

Schutzbleche

Um euren Antrieb und eure Kleidung vor Schmutz während der Fahrt zu schützen sind Schutzbleche wichtig. Damit meine ich nicht irgendwelche billigen Steckschutzbleche oder Mudguards aus dünnem Plastik, sondern möglichst festverbaute Schutzbleche. Die Schutzbleche sollten möglichst lang sein, so wird euer Antrieb, also insbesondere eure Kurbelgarnitur und die Kette am besten geschützt. In meinen Gesprächen ist das auch immer wieder ein Thema gewesen, weil Fahrräder mit Schutzblechen für manchen uncool und unsportlich wirken. Meine Meinung ist das nicht, denn ich weiß wie sich fehlende Schutzbleche langfristig auf den Kettenverschleiß auswirken.

Zulässiges Gesamtgewicht / Systemgewicht

Zu beachten ist außerdem das maximal zulässige Gesamtgewicht. Das Systemgewicht setzt sich aus dem Gewicht des Fahrrads, des Radfahrers und des Gepäcks zusammen. Viele Trekkingräder haben ein Systemgewicht von ungefähr 120 Kilogramm. Bei einem Gewicht des Fahrrads von 15 Kilogramm bleiben demnach noch 105 Kilogramm für den Fahrer inkl. Gepäck. Einige Modelle haben jedoch ein höheres Systemgewicht von bis zu 161 Kilogramm, wie das Giant Argento GTS. Insbesondere schwerere Fahrer oder solche die permanent mit viel Gepäck unterwegs sind sollten diese Angaben ernst nehmen.

Solide Schaltung und Verschleißteile

Weiterhin habe ich ausschließlich Fahrräder mit mindestens 8-Fach Kettenschaltung oder 7-Gang Nabenschaltung in die Liste aufegenommen. Fahrräder mit einer 21-Gang Kettenschaltung (bzw. 7 Gang Kettenschaltung) würde ich mittlerweile meiden. Nicht weil das zu wenig Gänge sind, sondern weil die Komponenten häufig minderwertig sind.
Die gewählten Modelle größtenteils mindestens mit Acera-Schaltungskomponenten ausgestattet, insbesondere bei den Schalthebeln. Acera ist eine solide Einsteigergruppe bei Shimano. Darunter gibt es noch Altus, Tourney und einige gruppenlose Shimano komponenten. SRAM ist in Modellen dieser Preisklasse nie verbaut.

Diamant oder Trapez Rahmen

Alle Modelle meiner Liste gibt es sowohl mit Diamant-, als auch mit Trapezrahmen. Einige Modelle gibt sogar auch als Tiefeinsteiger (Wave Rahmen). So sind alle Modelle für Männer und Frauen geeignet.

Federgabel oder Starrgabel?

Viele Käufer legen auf ein gefedertes Fahrrad besonderen Wert. Daher sind auch einige Fahrräder in dieser Preisklasse mit Federgabeln ausgestattet. Ich persönlich halte die Starrgabel jedoch für Sinnvoller, sie ist leichter und potentiell haltbarer. Bedenkt bitte, dass Federgabeln in hochwertigen Fahrrädern häufig mehr kosten als Fahrräder aus meiner Liste (bis 650 Euro). Also erwartet nicht zu viel von den verbauten Federgabeln.

Reifen, Sattel, Griffe

Bedenkt bitte, die Laufräder, die Kurbel, die Schaltgriffe sind nicht mal schnell getauscht. Reifen, der Sattel oder die Griffe jedoch schon. Daher habe ich diese in meinem Vergleich nicht besonders berücksichtigt. Diese Teile lassen sich auch beim billigsten und schlechtesten Fahrrad mit wenig Aufwand optimieren.

Meine Vorgehensweise

Insgesamt habe ich 60 Fahrräder aus dem Modelljahr 2020 von unterschiedlichsten Herstellern angeschaut und verglichen. Wenn die Hersteller oder Händler unvollständige Angaben gemacht haben (zum Beispiel fehlendes Gewicht, fehlendes zulässiges Gesamtgewicht oder Angaben zur Beleuchtung), dann habe ich versucht die Hersteller zu kontaktieren um die fehlenden Informationen zu erfragen.
In der Liste sind ausschließlich Fahrräder bei denen ich alle Informationen zu Gewicht, zulässiges Gesamtgewicht und Beleuchtung herausgefundenen habe (enweder aus dem offiziellen Datenblatt, oder direkt beim Hersteller)
Die Fahrräder aus meiner Liste hatten alle eine UVP von ungefähr 400 Euro bis 700 Euro. Ich habe die Preisspanne bis 650 Euro gewählt, weil das meiner Meinung die Preisspanne ist, ab der man ein gutes Fahrrad kaufen kann. Ich habe dazu die gesamte Ausstattung, von den Naben, den Schaltungskomponenten, den Reifen, der Beleuchtung und vieles mehr verglichen. Es ging mir insbesondere darum herauszufinden ab wann ein Fahrrad interessant wird und sogenannte "Blender" herauszufiltern, also Modelle die ein werbewirksames (hochwertiges) Schaltwerk verbaut haben, aber eine vergleichsweise schwache Ausstattung haben.
Ich habe mich auf das Modelljahr 2020 beschränkt, weil in diesem Modelljahr die höchstmögliche Verfügbarkeit aller Rahmenformen und -größen gewährleistet ist.

Bitte beachtet:
Den Vergleich der verschiedenen Fahrräder habe ich ausschließlich als Beratungsgrundlage für Personen aus meinem näheren Umfeld gestartet. Ich habe quasi eine Entscheidungsvorlage gebaut. An diesen Artikel bin ich daher Neutral, Fair und Herstellerunabhängig herangegangen und habe die Fahrräder verglichen so gut es geht. Ich habe die meisten Fahrräder nicht selbst gefahren und sie lediglich auf Basis der Ausstattung verglichen und bewertet. Einige Hersteller haben auf meine Rückfragen ablehnend reagiert oder nie geantwortet, diese habe ich bei meinen Recherchen nicht weiter berücksichtigt.
Dieser Artikel ersetzt keine Beratung vom Fachhändler und schon gar keine Probefahrt.
Diese Liste ist vollständig aus Eigeninitiative entstanden. Ich bekomme weder von einem Händler, noch von einem Hersteller Geld für die Empfehlungen. Es sind auch KEINE Affiliate Links in diesem Artikel.

Habe ich ein Fahrrad vergessen? Das ist durchaus möglich, denn der Fahrradmarkt ist wirklich umfangreich. Schreibt das Modell doch in die Kommentare und ich werde es in meinen Vergleich aufnehmen und entscheiden ob es einen Platz in diesem Artikel verdient hat.
Sind von mir genannte Informationen nicht korrekt oder veraltet? Auch dann bitte ich euch: Schreibt einfach einen schnellen Kommentar, ich werde die Angaben so schnell es geht prüfen.