Gookam Go3 Testbericht – Eine Enttäuschung


Ich hatte die Möglichkeit die Gookam Go3, eine 80 Euro ActionCam, zu testen. Ursprünglich war geplant  diese Kamera als neue Fahrrad-Dashcam einzusetzen. Allerdings bin ich am Ende meines ersten kleinen Tests sehr enttäuscht von der Gookam. Warum erfahrt ihr in meinem Testbericht.

Vorher hatte ich von Gookam als Action-Cam Hersteller oder Marke nicht viel gehört. Bei der Gookam Go 3 handelt es sich um eine Action-Cam die 40 Meter wasserdicht ist und sogar externe Mikrofone unterstützen soll. Mir war nicht klar ob man hier eine standardisierte oder eine rein proprietäre Lösung implementiert hat. Ich war wirklich gespannt wie dies gelöst wurde.

Features der Gookam Go 3

Folgende Funktionen bietet die Gookam Go3:

  • 4K Videoaufzeichnung
  • 170 Grad Weitwinkel
  • elektronischer Bildstabilisator
  • 40 Meter Wasserdicht (im Unterwasser-Gehäuse)
  • Loop Modus
  • Auto Modus (als Dashcam im Auto nutzbar)
  • Support für externe Mikrofone
  • MicroHDMI Port

Unboxing und Ersteindruck der Gookam Go3

Der Lieferumfang der Gookam Go 3 ist recht umfangreich. Es ist allerhand Zubehör enthalten. Unter anderem sind folgende Dinge enthalten:

  • Die Kamera selbst (Micro-USB)
  • Unterwassergehäuse
  • Fernbedienung
  • Lavaliermikrofon mit 2,5mm Klinkenstecker
  • zwei Akkus inkl. externes USB-Ladegerät (USB-C)
  • diverses Action-Cam Zubehör, Adapter, Halter etc. (alles GoPro kompatibel)

Das Zubehör ist wirklich sehr umfangreich, insbesondere für den aufgerufenen Preis. Auch solche Dinge wie das Mikrofon sind sicher nicht selbstverständlich.

Leider lässt die Verarbeitungsqualität von einigen Dingen zu wünschen übrig. Das ist in Summe sicher keine Profi-Hardware. Wenn man die Preis betrachtet, dann ist dies aber durchaus ein faires Gesamtkonzept. Auch die Kamera selbst ist aus billigem Plastik hergestellt und wirkt nicht sehr hochwertig. Im Wasserdichten Gehäuse ist sie jedoch gut geschützt.

Etwas verwirrt bin ich über die Entscheidung der Kamera einen MicroUSB Anschluss zu verpassen und dem beiliegenden Akkuladegrät einen USB-C Anschluss. So sind natürlich zwei Kabel im Lieferumfang notwendig. Insgesamt ist dies Inkonsquent. Ich hätte auch damit leben können wenn beides einen MicroUSB-Anschluss gehabt hätte. Auch wenn dieser nicht mehr wirklich zeitgemäß ist.

Die ActionCam selbst erinnert von der Gehäuseform natürlich sehr an ähnliche Action-Cams, insbesondere an GoPro. Die Abmessungen der Gookam Go 3 sind ähnlich zur alten GoPro Hero 3. Im Gegensatz zur GoPro bietet die GooKam bei ähnlichem Gehäuse aber einen LCD-Bildchirm auf der Rückseite.

Einstellungen und Setup

Die Gookam Actioncam wird über Tasten konfiguriert. Einen Touchscreen gibt es nicht. Die Bedienung ist jedoch recht schnell begriffen und eigentlich simpel. Das Menü ist mehrere große Kategorien unterteilt, unter anderem sind die Einstellungen für Video, Foto und Systemeinstellungen unterteilt.

Videoqualität der Gookam Go 3

Das wichtigste bei einer Kamera ist ganz sicher die Bildqualität, also wie sehen die Aufnahmen am Ende aus. Bevor ich hier wirklich einsteige möchte ich nochmal daran erinnern, dass die Kamera inkl. dem Zubehör nur 80 Euro kostet.

Die Kamera kann sowohl in 4K, dann mit 30 FPS, als auch in FullHD mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde Videofiles aufzeichnen. Man kann in jeder Auflösungseinstellung einen elektronischen Bildstabilisator aktivieren.

Leider konnte mich die Bildqualität nicht wirklich überzeugen. Grundsätzlich kommt mir das Bild insgesamt unscharf vor. Der Fokuspunkt liegt auf weit entfernte Objekte. Auch die Farben haben mir persönlich nicht wirklich gefallen.

Viel schlimmer ist jedoch die Tatsache, dass der Bildstabilisator nicht nur absolut unbrauchbar ist, sondern das verwackeln des Bildes unnatürlich verschlimmert. Insbesondere am Bildrand gibt es merkwürdige Bewegungen und das auch, wenn ich mich mit der Kamera in der Hand im Stand leicht bewege. In Bewegung, bei leichtem Gehen wird das verwackeln leider nervig.

Die Gookam Go3 hat mich, was die Aufnahmequalität betrifft, leider gar nicht überzeugt. Für mich ist das Ergebnis, auch für diesen Preis einfach zu wenig. Insbesondere wenn man bedenkt, dass eine 10 Jahre alte GoPro Hero 3 in jeder Disziplin besser abschneidet.

Mikrofonqualität von der Gookam Go3

Der nächste wichtige Punkt neben dem Bild ist die Mikrofonqualität, denn zu einem guten Video ist auch der Sound beinahe genauso wichtig. Oft wird das Mikrofon bei günstigen Kameras total vernachlässigt, aber bei Gookam bekommt man sogar die Möglichkeitein externes Mikrofon zu verwenden. Hier war ich super gespannt auf das mitgelieferte Lavaliermikrofon, aber auch das interne finde ich sehr wichtig.

Eins vorweg, auch wenn die Soundqualität nicht perfekt ist, so macht die Gookam hier eine deutlich bessere Figur, als bei der Videoaufzeichnung. Der Ton ist klar und auch Windgeräuche werden akzeptabel verarbeitet.

Bei der Gookam Go3 wird ein Lavalier-Mikron mit 2,5 mm Klinkenstecker mitgeliefert. Dieses kann mit der Gookam verbunden werden. Es ist zwar etwas leise, aber der Klang ist durchaus OK. Die Lautstärke kann aber dank Pegeleinstellung in der Kamera noch nachjustiert werden.

Aber auch das interne Mikrofon finde ich eigentlich ganz passabel. Der Klang ist überraschend Klar, insbesondere wenn ich die Kamera in der Hand halte, dann wird die Stimme klar übertragen. Aber auch Nebengeräusche aus der Umgebung sind klar hörbar. Windgeräusche sind nervig, aber ich habe schon schlechtere Mikros in Kameras bei Wind gehört.

Das externe Mikrofon kann nicht im Unterwassergehäse genutzt werden, das ist aber natürlich auch irgendwie logisch.

Gookam Go 3 als Webcam?

Gookam Go3 als Webcam

Es ist nicht möglich die Gookam Go 3 als Webcam zu nutzen. Die Action Cam besitzt zwar einen MicroHDMI Port. Das HDMI Signal kann mit Hilfe eines USB-Grabbers sogar an den Rechner übertragen werden, aber darüber kann leider kein klares Bild eingefangen werden. Das “HUD” der Kameraoberfläche ist permanent sichtbar im Output. Mit HUD meine ich in diesem Fall die Informationen die permanent im Kameradisplay angezeigt werden, also zum Beispiel Akkukapazität, eingestellte Auflösung und die Restlaufzeit.

Vergleich mit GoPro und DJI

Der Vergleich mit der GoPro Hero 9 oder 10 und der DJI Action 2 ist natürlich am Ende total Unfair. Die genannten Kameras kosten ein vielfaches von dem, was die Gookam kostet. Auch technisch sind diese natürlich in so ziemlich jeder Hinsicht besser. Sei es die Stabilisierung, die Bildqualität oder auch die Verarbeitung. Einzig die Soundqualität finde ich OK im Vergleich zu den teuren Modellen.

Selbst wenn ich meine GoPro Hero 3 (ungefähr 10 Jahre alt !) daneben lege und vergleiche, natürlich nur bei FullHD mit 60 fps vergleichen, dann sehe ich, dass die Gookam schlechter ist. Und das ist genau das Problem das ich nicht verstehe. Unabhängig vom Preis sollte man als Kunde erwarten können, dass man bei einem aktuell verkauften Gerät eine entsprechend zeitgemäße Qualität erwarten kann.

Weitere Funktionen der Gookam

In der Action Cam können über die normale Video- und Foto-Funktion noch Dinge wie Zeitraffer und Videoschleifen verwendet werden. Die Einstellungen hierzu können leider nicht in Profilen gespeichert werden. Die Einstellung durch das Menü braucht unter Umständen jedes Mal wenige Minuten.

Fazit zur Gookam Go3

Für 80 Euro bekommt man hier, mit der Action Cam Gookam Go 3, ein recht umfangreiches Paket. Damit meine ich sowohl das mitgelieferte Zubehör als auch die Features der Kamera selbst. Gut gefallen hat mir die Lösung mit dem Mikrofon, sowohl die Qualität der Aufnahmen, als auch die Möglichkeit externe Mikros zu verwenden finde ich gut. Löblich ist auch, das zwei Akkus mitgeliefert werden und sogar ein externes Ladegerät ist nicht selbstverständlich.

Gookam Go 3 Erfahrungsbericht

Leider hapert es bei einigen Punkten. Über die, mal vorsichtig formuliert, einfache Wertigkeit der einzelnen Komponenten, auch der Kamera selbst, hätte ich noch hinwegsehen können. Auch dass nur MicroUSB von der Kamera unterstützt wird, gleichzeitig aber ein externes Ladegerät mit USB-C Anschluss, finde ich nicht gut. Die Bildqualität und auch der Bilstabilisator sind für mich einfach größten Mankos und nicht hinwegzudiskutieren. Die Qualität ist für mich nicht ansatzweise zeitgemäß.

Meine Empfehlung ist hier ganz klar, dass ihr lieber etwas mehr Geld ausgebt. Wenn das Budget wirklich knapp wird, dann würde ich tendenziell eher zu einer gebrauchten GoPro greifen. Wenn etwas mehr Geld zur Verfüfunf steht, dann würde ich versuchen an eine DJI Action der ersten Generation zu kommen. Bei entsprechend mehr Geld würde ich dann eher zu einer aktuellen GoPro oder der DJI Action 2 tendieren. Diese sind wirklich um Welten besser.

Hier übrigens ein paar generelle Tipps zum Filmen von Radtouren mit einer Action-Cam.

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Welcher Fahrradsattel passt zu mir?

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