06 März 2020

Howto: Kellerboden betonieren & Fazit nach zwei Jahren



Kellerboden betonieren

Wie ich den Boden in meinem Keller betoniert habe will ich euch im folgenden Artikel zeigen. Was muss man beachten? Welche Alternativen gibt es? Ich habe lange überlegt ob ich den Aufwand wirklich wagen soll und ich habe viel recherchiert. Das Projekt habe ich vor ungefähr 2 Jahren geplant und durchgeführt. Jetzt will ich rückblickend berichten wie ich meinen Kellerboden mit einem Estrich erneuert habe, welche Alternativen ich überlegt hatte und wie zufrieden ich mit dem neuen Betonboden heute bin.

Altbau: Pilze im Keller
Altbau: Pilze im KellerUnser Haus ist voll unterkellert. Es handelt sich um ein kleines Einfamilien Altbauhaus. Beinahe alle Räume im Keller waren bereits mit einem ordentlichen / sanierten Fußboden ausgestattet, das heißt entweder Betonboden, Fliesen oder Gehwegplatten und darüber einfacher Teppich (ob das letzte ein ordentlicher Boden ist, darüber lässt sich streiten, aber er erfüllt seinen Zweck und ist trocken). Nur in einem Raum, der Abstellraum bzw. die zukünftige geplante
Werkstatt, bestand der Boden aus alten Ziegelsteinen. Zum einen war der Boden ziemlich uneben und zum anderen war der Boden teilweise feucht. Der Boden war sogar so feucht, dass bei uns im Keller - kein Scherz - Pilze gewachsen sind. Auch wurden Kartons und Holz jeder Art innerhalb weniger Wochen nass (ich meine wirklich nass und nicht nur etwas feucht) und haben angefangen zu schimmeln. Das hat mich gestört und es musste was passieren, daher wollte ich den Boden erneuern, bevor ich meine neue geplante Werkstatt aufbaue.
Die Ziegelsteine wollte ich für ein weiteres Projekt aufheben.

Warum nicht einfach Bodenausgleichsmasse auf die Ziegel?

Guter Punkt und nun ja, diese Überlegung hatte ich anfangs auch. Allerdings wäre die ohne hin schon niedrige Deckenhöhe noch niedriger geworden. Außerdem war der Boden dermaßen uneben, da hätte ich eine Menge von der sehr teuren Ausgleichsmasse gebraucht. Außerdem war ich mir nicht sicher ob die Feuchtigkeit damit ebenfalls verschwunden wäre oder ob die Ausgleichsmasse früher oder später gerissen wäre. Denn ich hatte bereits testweise einige Ziegel vom Boden entfernt, diese waren nur Lose auf eine dünne Schicht Sand gelegt.

Meine zweite Überlegung war, dass ich die Ziegel entferne, darunter minimal die Deckenhöhe erweitere indem ich etwas von dem Sand abtrage, den Boden anschließend begradige und dann Gehwegplatten im Keller verlege. Zwischen Erdreich und Gehwegplatten wollte ich noch einiges an groben Kies einbringen um eine Schicht gegen die aufsteigende Feuchtigkeit zu schaffen. Nach einiger Recherche und auch Gesprächen mit Leuten vom Fach habe ich jedoch auch das wieder verworfen.
Als sinnvollste, jedoch vermutlich auch aufwendigste Variante, erwies es sich den Kellerboden zu betonieren. Also habe ich angefangen das Projekt mit dem Betonestrich weiter zu planen.

Planung und Vorbereitung

Ziegelsteine im KellerMein Plan sah vor, dass ich die Ziegel komplett entferne und den Sand minimal abtrage, als nächstes den Sand zu glätten und anschließend eine Folie auszulegen. Eine Folie deswegen um den Sand/Erdreich von der Betonschicht zu trennen und zum anderen um die aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Erdreich zu bremsen.
Ziegelsteine Altbau KellerNachdem alle Steine entfernt waren habe ich den Raum genau gemessen und versucht die nötige Betonmenge zu errechnen für die von mir gewünschte Dicke von 8 cm. Mir ist bewusst, dass in vielen Foren eine größere Dicke (oder sogar mehrere unterschiedliche Schichten) empfohlen wird, aber zur Erinnerung die Ziegel waren 7 cm hoch und lagen lose auf dem Boden.
Ich habe mich für den günstigen Betonestrich aus dem Baumarkt entschieden für 3,19 EUR pro 40 kg Sack. Ich glaube ich habe ca. 60 Säcke verarbeitet.
Warum Fertigbeton und nicht selber Mischen oder beim Betonlieferanten bestellen? Auf das Mischen hatte ich keine Lust und das liefern lassen war mir einfach zu teuer.
Außerdem habe ich ein Rührwerk gekauft, damit das Mischen im Kübel leichter ist. Alles mit dem Spaten oder Schaufel zu mischen ist doch ziemlich anstrengend. Rückblickend hätte ein gemieteter kleiner Betonmischer jedoch noch mehr an Aufwand gespart.

Als Material habe ich also folgendes geplant:
  • Estrich Beton
  • Folie
  • Klebeband um Folie zu verkleben
  • Lange Holzlatten für die einzelnen Abschnitte im Raum

Umsetzung

Kellerboden betonierenJetzt wurde es spannend. Die Ziegel waren entfernt und es konnte los gehen. Vom Boden wurde eine dünne Schicht Sand abgetragen, mit der Hake geglättet und mit einem Betonstampfer verdichtet.
Anschließend habe ich begonnen die Folie für die erste Bahn auszulegen. Wichtig ist danach, dass die Folie auch immer ordentlich verklebt wird und die Folie an den Wänden ein wenig über die geplante Höhe des Bodens geht.
Kellerboden betonierenDer Plan war, dass ich den Estrich abschnittsweise einbringe. Genau gesagt habe ich eine ca. 60 cm breite Bahn mit langen Holzlatten aufgebaut. Die Holzlatten habe ich mit Wasserwaagen ausgerichtet. In diese kann ich den erdfeuchten Beton reinschaufeln/reinkippen und anschließend mit einer Abziehlatte/Wasserwaage abziehen. Wobei ich in der hintersten Ecke vom Raum begonnen habe und mich dann bis zur Tür vor gearbeitet habe.
Kellerboden betonierenAm Ende dann habe ich mit einer Putzkelle (bzw. Glättekelle) den Beton geglättet. Hier sollte man sehr gründlich arbeiten und wirklich immer wieder prüfen ob es wirklich glatt ist.
Auf diese Weise bin ich durch den ganzen Raum gegangen, wobei ich immer wieder gewartet habe, bis der Beton in den fertigen Abschnitten auch aushärtet, damit ich diesen bei Bedarf betreten kann. Achtung das aushärten dauert mehrere Tage.
Das ganze Projekt hat sich über mehrere Wochenenden hingezogen.
Nach jedem Arbeitseinsatz muss das Werkzeug gründlich gereinigt werden. Ausgehärteten Beton nachträglich zu entfernen ist kein Spaß, dann lieber nach Feierabend alles gründlich reinigen.
Kellerboden betonierenZum Ende musste ich die Tür des Raums entfernen, so dass dann leider zum Ende der Arbeiten meine Katze einmal quer über einen noch nicht ausgehärteten Teil des Bodens gelaufen ist und dort quasi ihren eigenen "Walk of Fame" errichtet hat. Dies und die Tatsache, dass die einzelnen Abschnitte teilweise nach Austrocknung deutlich zu sehen und zu spüren waren haben mich bewogen doch noch eine dünne Schicht Ausgleichsmasse über den fertigen Boden zu kippen. Das war dann leider noch eine ungeplante nicht ganz billige Ausgabe.
Aber ich habe dafür die Türöffnung von außen mit einem großen Brett so geschlossen, dass die Katze den Raum nicht mehr betreten konnte.
Nach endgültiger Aushärtung habe ich die überstehende Folie mit einem Cuttermesser entfernt.

Genutztes Werkzeug:
Kellerboden betonieren
  • Mörtelkübel (ich glaube 60L)
  • Rührwerk
  • Maurerkelle
  • Schaufel
  • Glättekelle (Putzkelle)
  • Wasserwaage und/oder Abziehlatte
  • Cuttermesser zum schneiden der Folie

Endergebnis

Kellerboden betonierenDer neue Betonboden war toll. Wirklich super glatt und eben. Endlich nicht mehr dieser krumme Boden aus alten Ziegeln.
Ich war sehr zufrieden und auch stolz auf meine Arbeit. Es waren auch keine Risse im Boden wie von mir vorher ein wenig befürchtet, auch nicht nach mehreren Wochen. Feucht war der Boden nach einigen Wochen nun auch nicht mehr. Außerdem bin ich nun um eine neue intensive Erfahrung reicher.
Aber die Arbeiten waren auch sehr schweißtreibend, das gebe ich zu. Nun konnte ich beginnen den Raum wieder einzuräumen. Meine neue Werkstatt konnte ich nun auch planen.

Fazit nach zwei Jahren

Werkstatt Panorama

So mittlerweile sind sogar schon mehr als zwei Jahre vergangen. Das Haus steht noch und mittlerweile ist auch eine kleine Werkstatt entstanden. Ich bin noch immer sehr zufrieden und kann den Raum gut nutzen. Auch kann ich mittlerweile Holz oder Kartons auf den Boden legen ohne das ich Angst haben muss, dass diese schimmeln.
Rückblickend betrachtet denke ich, dass es richtig war den Keller zu betonieren.
Allerdings wurde der Keller durch diese Maßnahme nicht in Wohmraum verwandelt - das hatte ich jedoch auch zu keinem Zeitpunkt geplant. Dem Keller fehlt jede Dämmung und der Raum ist nicht beheizt. Dazu hätte unter den Beton noch eine dämmende Schicht eingebracht werden müssen.
Die Ziegelsteine konnte ich glücklicherweise für ein anderes Projekt (Hochbeet aus Ziegelsteinen selbst gemauert) nutzen. Den abgetragenen Sand habe ich tatsächlich noch gesiebt und in den Sandkasten meines Sohnes gefüllt. So könnte ich alle Baustoffe recyclen.

Habt ihr ein ähnliches Projekt gestemmt, aber es vielleicht ganz anders gemacht? Das interessiert mich, also schreibt mir einen Kommentar.

Lesestoff zum Thema:
Sehr geholfen bei der Recherche zu dem Projekt hat das Forum von fachwerk.de, auch wenn der Ton in dem Forum manchmal rauer zu sein scheint. Insbesondere die Beiträge von Georg Böttcher waren sehr sinnvoll und hilfreich.
Georg Böttcher - Informationen zu Kellern vor dem Hauskauf